Fachwerk von innen dämmen

18.02.2020 wrangler89



Hallo, wir werden demnächst einen Bauernhof (Bj ca. 1900) erwerben, wobei das Wohnhaus nach Süden und Osten im OG mit Fachwerk ist. Das EG ist massiv gemauert.
Der Zustand des gesamten Bauholzes ist im Großen und Ganzen ok. Allerdings haben die Vorbesitzer das Fachwerk mit Brettern verkleidet (zum Flächenausgleich) und das Gefache angeputzt. Innen ist bislang nur geputzt.
Nun möchten wir von innen das Fachwerk dämmen, da die 14cm Wandstärkeim dämmen nicht gerade berauschend sind. Uns schwebt da vor, innen das Fachwerk aufzudoppeln , mit Holzfaserplatten auszufüllen, Dampfsperre drauf und innen 2cm Lehmplatten mit integrierten Heizrohren zu verkleiden. Als Putz entweder Lehm- oder Kalkputz.
Das Ganze klingt eigentlich gut. Durch die Wandheizung drück ich den Taupunkt ja wenigstens weiter nach außen.
Hat das schon mal einer gemacht und Erfahrung damit? Der Händler machte zwar einen auf Öko und so, und warb mit viiieeel Erfahrung, ging aber nicht auf meine Fragen ein...



Fachwerkdämmung



ist vom Dachüberstand her eine Außendämmung möglich? Innendämmungen sind nur die 2. Wahl. Ansonsten oben rechts bei der Lupe mal "Innendämmung von Fachwerk" eingeben und ausführlich einlesen.



Hauskauf



ich vergaß: Verborgenes Fachwerk ist überraschungsträchtig. War ein Sachkundiger bei der Besichtigung dabei ? Laßt Euch Informationen über die Bretterverschalung und den Verputz geben, Erstellungsjahr, Schadensfreiheit im Zeitpunkt der Verschalung usw. Es erschließt sich mir nämlich das Argument des "Flächenausgleiches " nicht. Was soll damit gemeint sein?



Zustand Fachwerk



Außendämmung ist nicht... da sagt der Denkmalschutz nein.
Die haben das Gefache neu verputzt und das Fachwerk mit den Brettern aufgedoppelt, um eine Ebene zu bekommen. Das, was ich im Zuge der bisherigen Besichtigungen gesehen habe ist ok.



Ach so



also ist nicht die gesamt Außenfassade verputzt, das war meine Vermutung. Ok. Und zu der dilettantischen Aufdoppelung des Fachwerks sagt der Denkmalschutz nichts? Äußerst komisch. Zu innen: Ist die gesamte Wand verputzt oder nur die Ausfachung und die Balken sind sichtig? gibts mal ein Foto von der Innenseite der Außenwand?



Fachwerk- Innendämmung



Die Fachwerkbalken innen aufzudoppeln ist aufgrund der dadurch entstehenden Wärmebrücken keine gute Idee.

Wenn innen eine durchgehende Putzschicht aus Kalk- oder Kalkzementmörtel besteht können darauf vollflächig eingebettete Holzfaserdämmplatten mit Kalk- oder Lehmputz und ggf Wandheizung versehen aufgebracht werden.
Dampfbremsen sind nicht notwendig- noch weniger bei Wandheizungen.

Alternativ
Ständerwerk zB aus KVH mit Abstand zur Wand erstellen,
darauf Unterkonstruktion für die Wandheizung
Hohlraum mit Zellulose ausblasen



ach so die 2.



@ Pope - na dem Denkmalschützer ist es ein Rätsel, warum da der Schutz eigentlich drauf ist... und die Aufdopplung des FW ein Dorn im Auge. Aber vllt nimmt er den Status runter. Wäre nur gut

@ Andreas Teich - ja so schwebt mir das in etwa vor. Ich habe nur eben Bedenken wegen der Dampfsperre gehabt. Nicht das mir die Innenschicht "wegschwimmt"
Wie ist das bei Bädern/ Küche? Dann eigentlich auch so verfahren? Reicht das?



Innendämmung



Auch Bäder und Küchen haben keine über lange Zeiträume hohe Feuchtebelsdtung.
Nach 5-10 Min Lüften ist die Luftfeuchtigkeit wieder auf einem normalem, völlig unproblematischem Niveau.
Nur im Schwimmbad, Whirlpool etc bestehen andere Verhältnisse.