Fachwerk und einige Überlegungen für einen Neuling

22.03.2015 Mark



Hi,

wir sind nun Besitzer eines Fachwerkhauses aus dem Jahre 1920.

Uns ist klar, das man vieles beachten muss, aber noch nicht wirklich genau was.
Ich lese schon seit einiger Zeit hier mit und habe einige gute Infos gefunden.
Leider noch nicht alles, aber das macht nichts.

Da wir schnellstmöglich einziehen wollen, gibt es jede Menge zu planen und zu organisieren.
Sicher kennt Ihr das.

Das Objekt haben wir von einem Bausachverständigen prüfen lassen und alles scheint soweit OK zu sein.
Gibt einige Reparaturarbeiten, wie z.B. Balken Reparieren/Unterstützen.
Das wird von einem Fachmann gemacht, den wir noch suchen.

Einiges möchte ich gerne selber machen und bin noch am raus finden, was sich da alles anbietet.
Außer Fliesenlegen, Tapezieren und Streichen.
PVC-Boden wollte ich nicht nehmen, eher Kork oder, wenn das geht Linoleum.
Einige Zimmer werden mit Fliesen gefliest. Gibt es hier was zu beachten? Die Fliesen-Art?

Dämmen ist ja so ein spezielles Thema, da Lehmwände.
Welches "Dämmmaterial" eignet sich um eine Schicht von ca. 1cm aufzubringen?
Wie kann man feststellen, berechnen oder messen, welchen Wert die Dämmung hat und wie gut sie ist?

Bei der Heizung sind wir noch sehr unschlüssig, und seit einer Energieberatungsveranstaltung noch mehr. :-(
Trocknen die Infrarotheizungen die Lehmwände nicht aus?
Pelletheizung klappt nicht, wegen Platz und den Gewöbekeller können wir auf grund der Feuchtigkeit nicht nutzen.

Mit welchen Materialien kann man Hängeschränke und Bilder festmachen.

Ich habe ein Farbsprühsystem und würde gerne die Wände damit sprühen, finde aber leider keine Infos,
was bezüglich Lehmwände zu beachten ist und welche Farben wir nehmen können.
Hat hier einer einen Tipp? Streichen/Walzen möchte ich nicht unbedingt, halt nur in Bereichen, wo es anders nicht geht.


Wozu benutzt Ihr eigentlich den Gewölbekeller?
- Wäre es hier möglich, die Heizung mit Speicher unterzubringen? Luftfeuchtigkeit ist bei 50-65%

Wenn wir Strom selber herstellen, via Solar, Wind, nano-BHKW, würde wir das gerne nur zur Eigennutzung nehmen.
Wie sieht das dann allerdings mit Zeiten aus, wo die Anlagen nichts oder zu wenig liefern?
(Will kein Gewerbe anmelden für den Strom-verkauf!)

Ich komme leider mit dem lesen nicht nach, da es wahnsinnig viele Infos für einen Eigenheimbesitzer gibt.
Wusste ich vorher schon, aber das es soooo viel ist, auch nicht. Egal. Gehe ich jetzt durch.

Wir gedenken mit dem Thema "Dämmung" anzufangen, dann Fenster und dann Heizung.
Das müsste schon mal ein guter Weg sein.

Vielen Dank für Infos und Tipps.

Viele Grüße
Mark



Fachwerkhaus sanieren



Hallo Mark
Wo befindet sich dein Haus ?
Du kannst mir gerne Bilder, ggf Pläne u konkrete Fragen mailen.

Bei deinem Projekt solltest du dir einen Berater suchen, der dir bei Eigenleistung entsprechende Anleitungen geben kann.

Andreas Teich





Hallo Andreas,

das Objekt steht in MKK (Mainz-Kinzig-Kreis), nördlich von Hanau.

Ja, möchte einiges selber machen.

Allerdings bereitet mir zur Zeit die Heizung die meisten Kopfzerbrechen. Ich denke da am meisten an die Folgekosten.
Allerdings gibt es im Haus keine Rohrleitungen und Heizkörper. Die müssen noch gelegt werden. Ich denke Infrarotheizungen, solange man den Strom nicht komplett selber produziert, ist nichts. Auch ist bei Strom selber erzeugen das Problem der Speicherung. Einen "einfachen 1:1" Austauch mit den großen Stromhersteller scheint es nicht zu geben.
Ich denke mittlerweile, allerdings muss ich noch beim Bauamt nachfragen, ob man Solarpanels auf's Dach machen kann, an ca. 8qm Solartherme für Heizung und Warmwasser, demzufolge auch an Niedertemperaturheizungen, Wärmespeichertank von 400 Liter (vielleicht im Gewölbekeller, falls das geht) und an eine kleine Gas-Brennwerttherme für heftigere Zeiten.
Das erscheint mir im Moment das "günstigste" zu sein.

Wärmepumpe via Luft finde ich nicht so passend, da scheinbar im Winter einige Probleme da herrschen und auch Zugeschaltet werden muss. Dafür finde ich das System zu teuer. Ansonsten mit Erdsone meine Wahl. Aber unterm Strich finde ich es zu teuer. Lasse mich aber gerne auch mit praktischen Beispielen belehren.

Spannend finde ich ein nano-BHKW, aber da ist man auch viel vom Gaslieferanten abhängig. Aber hier produziert man auch noch Strom. Wobei ich hier das speichern als Problem sehe.

Mir ist klar, bei einem guten Heizsystem sind die Anschaffungskosten recht hoch, aber ich denke, über die Jahre zahlen wir halt einiges weniger wie jetzt, bei besserem kompfort.

So zumindest denke ich mir das. Und was ich bisher so gelesen habe, auch in Foren, scheint da doch was möglich sein.

Mit Eigenleistung kann einiges doch schon möglich gemacht werden. Ich bin gespannt und freue mich schon drauf.

Viele Grüße
Mark



Hallo,



wenn das keine sinnfreie Quasselrunde werden soll, sortiere besser Deine Fragen so, daß pro Frage nur ein Thema angesprochen wird.

Grüße

Thomas



In diesem Sinne ...



ist auch meine Bemerkung zum Thema "Innendämmung" zu verstehen. Gerade die Bereiche Gebäudedämmung + Gebäudeheizung/Haustechnik verlangen Sachverstand und Erfahrung, um auf die vielen Besonderheiten eines Altbaus wie dem eines Fachwerkhauses konstruktiv -und nicht destruktiv- eingehen zu können. Beides kann nicht durch Internetrecherche und Antworbeiträgen in Foren, deren Qualität der Fragesteller nicht wirklich beurteilen kann, ersetzt werden.



Betreuung der Eigenleistung



Hallo Mark….

ein interessantes Vorhaben….. Wir sind hierauf spezialisiert und bieten auch unterstützende Betreuung der Eigenleistung usw. an.

Setzen Sie sich doch einfach mal mit uns in Verbindung, wir beraten Sie gerne.

Mit freundlichen Grüßen vom Schwanenhof
me. Gerold Sparwasser





Wird das eine energetische Komplettsanierung?
Heizung neu, Fenster neu, Dämmung neu - dann scheint das der Fall zu sein. Wenn es schnell gehen muss wird das teuer ...
Ein Beispiel: ein Bauherr hier hat 80.000 EUR für Solar, Gastherme und Erdwärme inklusive 100 m² Fussbodenheizung bezahlt. Das ganze ist nun vor Gericht, weil die alten Heizkörper die neue Therme mit Schlamm zugesetzt haben. Ein Wärmetauscher anstelle einer hydraulischen Weiche hätte das Problem nicht entstehen lassen, aber erkläre das mal einem Richter... Es gibt noch ca. 10 weitere Mängel die ich hier mal weg lasse, ich will damit sagen, schnell wird gegebenen Falls teuer, ganz besonders im Altbau.
Fragt Euch, was wollt ihr erreichen? Wieviel Geld darf es kosten? Erst wenn das klar ist, könnt ihr weitere Schritte machen.



Fachwerkhaus-Komplettsanierung



hallo Mark
Es sind doch noch viele Fragen zu klären:
Wenn du nur 1cm dämmen willst lohnt sich der Aufwand nicht-

Ggf Farbe abkratzen, Untergrund aufrauhen, etc Dämmplatten befestigen, Oberfläche herstellen, anmalen ist dieselbe Arbeit ob 1 oder 6 cm- der einzige Unterschied besteht im Preis der Dämmung von einigen €/qm.
Auch wenn prozentual die Verbesserung der Dämmwirkung bei den ersten cm am höchsten ist-
Das Gesamtergebnis kann trotzdem ungenügend sein, wenn die sich dann ergebenden Oberflächentemperaturen immer noch so niedrig sind, daß zB Feuchtigkeit kondensieren und Schimmel entstehen kann.

Gleichzeitig schließt du bei 1-2 cm ein sinnvolles Wandheizungssystem aus und, falls du nicht den sehr hohen Aufwand einer Fußbodenheizung betreiben willst, damit jedes Niedertemperatur-Flächenheizungssystem.

Einen Altbau- selbst einen sanierten- mit einer Stromheizung und selbsterzeugtem Strom zu heizen ist absolut unwirtschaftlich, da wenn du Energie benötigst diese im Winter nicht zur Verfügung steht bzw die Anlage enorm überdimensioniert werden müßte und im Sommer die zur Verfügung stehende Leistung nicht abgenommen werden kann.

Paneele können auch außerhalb des Gebäudes platziert werden- es muß nur sichergestellt werden, daß diese nicht verschattet werden.

Pellettanks können auch in die Erde eingegraben oder sonstwo außerhalb des Gebäudes aufgestellt werden- das muß geprüft werden auch hinsichtlich Kosten und Förderung zum Kessel.

Es gibt auch kleinere Pelletöfen, in die der Pelletvorrat von einigen Tagen mit Säcken eingefüllt wird- normalerweise ist dies als Zusatzheizung ok nicht aber als Hauptheizsystem.

Zuerst müßte der momentane Zustand des Gebäudes dämmtechnisch überprüft und bewertet werden- daraus würde sich die notwendige Kessellleistung und die Heizkosten ohne jede Sanierung ergeben.

Dann sollten mögliche Dämmmaßnahmen ( Dach/ Geschoßdecke- Kellerdecke- Innenwände-Fenster etc ) überlegt und bewertet werden.
Daraus ergibt sich die nun noch notwendige Kesselleistung und die Heizkosten.
Für die Bestimmung der Größe der wärmeabgebenden Flächen für jeden einzelnen Raum muß eine raumweise Wärmebedarfsberechnung durchgeführt werden.

Die oft überschlagsmäßig angewendete "Berechnung" von 80, 100, 150 Watt je qm Raumfläche kann zwar bei Glück dazu führen, daß der Raum warm wird- beinhaltet aber fast immer völlig unwirtschaftliche, nicht effektiv arbeitende Heizkessel.

Genauere Berechnungen bei Fachwerkhäusern sind aufwändiger wegen des inhomogenen Wandaufbaus- da Fachwerkbalken eine erhebliche Wärmebrücken darstellen und alle Anschlüsse berücksichtigt werden müssen.
Es macht natürlich auch einen erheblichen Unterschied aus, ob die Außenwände mit Ziegel- oder Stroh-Lehmfüllung versehen sind.

Ob der Austausch oder eine Sanierung/ Umrüstung der Fenster sinnvoll ist müßte vor der Innendämmung überprüft werden, da beides miteinander zusammenhängt.

Als erstes muß das Dach überprüft werden, liegen irgendwo am Gebäude Feuchtigkeitsschäden vor, ist die Statik einwandfrei, Gebäuderisse, Böden, Decken etc.
Dein Farbspritzsystem kann dann als letztes zum Einsatz kommen.

Wenn der Gewölbekeller nicht feuchter wird als angegeben kann grundsätzlich ein Heizkessel oder Speicher dort installiert werden- sofern er überhaupt hineintransportiert werden kann und eine sinnvolle Leitungsführung möglich ist.

Ein schneller Einzug zumindest in einen Teil des Gebäudes kann natürlich möglich sein- hängt vom Platzbedarf, Improvisationsbereitschaft etc ab-
Bei notwendiger Komplettsanierung verzögert es aber die Arbeiten.

In manchen Fällen wäre ein Wohnwagen oder eine Ersatzwohnung sinnvoller.

Bei einem solchen komplexen Vorhaben wirst du in jedem Fall einen fähigen Berater/Planer benötigen, der den gesamten Bau beurteilen kann mit seinen gegenseitigen Abhängigkeiten diverser Maßnahmen (Statik, Dämmung, Fenster, Wasser-, Elektro-, Heizungsinstallationen, Dach- und Bodenaufbauten etc)
Bei geplanten Eigenleistungen muß der dir auch konkrete Anleitung geben können.
Und die notwendigen heiztechnischen und dämmtechnischen Berechnungen sollte er auch durchführen können, da dies alle anderen Maßnahmen beeinflußt.

Inwiefern hat die Energieberatungsveranstaltung zu Unsicherheiten geführt?

Du kannst dich bei Bedarf gerne melden

Andreas Teich



Leider auch von Fachleuten unterschiedliche Meinung



...und das hilft leider nicht weiter!

Ich war auf einer Baumesse, hatte ja auch schon einige Anfragen bei den Fachleuten und sogenannten unabhängigen Berater und Energieberater gestellt.

Ich denke mittlerweile, weder ein Forum noch diese Berater können wirklich helfen. Zu viele unterschiedliche Meinungen und Ansichten.
Sieht man hier im Forum auch von den unterschiedlichen "Fachleuten".

Dachte nicht, das das so kompliziert gemacht wird.

Ich denke, da muss ich anders rangehen.
...und klinke mich hier erstmal aus.

Gruß
Mark



Wenn Du ...



...die Fachleute in Anführungszeichen setzt, zeigt da jemand keinen Respekt, der auch keine Ahnung hat. Ein konsequentes Vorgehen, finde ich. Der Input, den Du hier gibst, ist ausgesprochen mickrig. Dieses Forum ist gut geeignet, konkrete Fragen zu einzelnen Punkten zu besprechen. Unterschiedliche Meinungen sind normal. Niemand kann Dir und / oder Deinem Planer die Arbeit des Entscheidens abnehmen.

Viel Spaß beim Ausklinken und denke in dieser neuen Phase Deines Lebens darüber nach, ob die Qualität der Frage Einfluß auf die Qualität der Antwort haben könnte.

Viel Erfolg

Thomas