Fachwerk und Dämmung usw.

12.10.2015 doomgenick



Hallo zusammen,
ich möchte euch mal die Ausgangssituation beschreiben:
Fachwerkhaus mit Ausfachung aus Holzstickeln und Lehm un 1900 auf Gewölbekeller.
Die früheren Besitzer haben von außen Verputzen lassen, leider auch die Natursteinwand des Kellers. Dadurch konnte die Feuchtigkeit die in der Natursteinwand aufgestiegen ist nicht mehr "ausdünsten" und ist zwangsläufig ins Fachwerk gestiegen. Die Folge war, dass das Fachwerk des EG "weggegammelt" ist und dadurch auch die Natursteinwand einen "Bauch" gemacht hat.

Was wir schon getan haben:
Die Wand des EG wurde abgetragen und die Natursteinwand neu gemauert und zusätzlich dahinter ausbetoniert.
Die Wand wurde jetzt mit Holzständern erneuert und soll dann wie folgt aufgebaut sein von innen nach außen:
Faserplatte oder GK????, OSB Platte, Rockwool zwischen den Ständern, Holzfaser, Putz. Die Natursteinwand wird jetzt natürlich auf Sicht bleiben!
Was sagt Ihr zu diesem Aufbau???
Faserplatte oder GK???

Beim OG bin ich mir nun unschlüssig, Aufbau ist Bestand wie schon beschrieben, Fachwerk mit Holzstickel/Lehm Ausfachung. Der Außenputz soll bestehen bleiben.
Da der Dämmwert ja nicht sooooo doll ist, überlege ich 1.Variante:
von Innen mit 40mm Holzfaser zu dämmen und die Außenwände mit Wandheizung und Lehmputz auszustatten.
2.Variante
folgende Platten mit Wandheizung http://shop.maincor.de/mfl-oeko-platte-alu-va-12-5-p-49901.html?osCsid=4ktgbdf3l30gshu0tpasue679c4goovn und dann GK oder Faserplatten.

Was sagt Ihr zu den Varianten?
Bei Variante 2 GK oder Faserplatte?

Gruß
Dominik



Fachwerksanierung



Das mit dem Keller habe ich nicht verstanden. Aufsteigende Kapillarfeuchte kommt nicht so hoch, also bis zur Grundschwelle des EG. Mit dem Putz hat das nichts zu tun.
Wurde die EG- Wand so saniert oder die Kellerwand?
Der Wandaufbau mit Innendämmung ist allenfalls theoretisch funktionsfähig, praktisch nicht. Soll er an die Natursteinwand mit Betonhinterlage oder an eine Fachwerkwand?
EG oder OG?
Versuchen Sie es mit ein paar Fotos!





Hier der Anfangszustand:
Wobei die Natursteinmauer seit Jahrzehnten komplett zugeputzt war.





Rückbau der Natursteinmauer:





Istzustand der Natursteinmauer:
Die Wand die auf diesem Bild fehlt, wird nun wie teilweise zu sehen in Holzständerweise erneuert mit folgendem Aufbau von Innen nach Außen:
GK oder Faseplatte, OSB-Platten, Holzständer 120mm mit Rockwool, 60mm Holzfaser, Putz.

Die Innendämmungsfrage bezieht sich auf das 1.OG.

Gruß Dominik



Rette sich wer kann!



Wäre dort einer vom Bauamt oder BG vorbeigekommen, hätte er die Baustelle großräumig abgesperrt und das Haus + Nachbarhaus evakuieren lassen! Die drangelehnten Spielzeugstützchen sind ein Witz!





1. Ist das Haus unebewohnt
2. Gibt es keine unmittelbaren Nachbarn
3. Es hat mehr wie gut gehalten
4. Ich hatte einen alten Maurer dabei, der in der Nachkriegszeit noch so Häuser gebaut hat, ich hab mich da auf Ihn verlassen

Wirklich wohl habe ich mich dabei aber auch nicht gefühlt.
Inzwischen sieht es schon so aus...



Fachwerksanierung



Das mit der BauBG ist ein ernstzunehmender Hinweis.
Gut, jetzt blicke ich durch.
Schadensursache war nicht aufsteigende Feuchte aus dem Keller und Zementputz sondern der kleine Absatz zwischen Grundschwelle und dem vorspringenden Sockel. Ich hoffe der wurde jetzt eliminiert sonst passiert das Gleiche noch mal.
Da die Wand stützende Funktionen übernimmt sollte sie rückverankert sein. Die alte Wand war es nicht, deshalb war sie nach auch nach außen gekippt.
Zur Fachwerkwand:
Gut das sie außen verputzt wird, damit werden sich Feuchteeinträge minimieren- eine unabdingbare Voraussetzung für Innendämmungen bei Fachwerk.
Als Innendämmung schlage ich eine Holzfaserdämmung vor, eingebettet in Lehmputz und kombiniert mit einer Wandheizung.
Alternativ geht das System UdiReco für innen von Unger- Diffutherm.





In meinem letzten Beitrag habe ich ein Bild des jetzigen Zustandes gepostet.

Ist es möglich die auf dem Bild zu sehenden Platten zu verwenden und mit GK oder Faserplatten in Trockenbauweise zu arbeiten?
Die Platten sind aus 30mm Holzfaser und Alu-Wärmeleitblechen.


PS: eine EG Wand wurde vor Jahren schon neu gemauert und ein Ringanker begonnen, diesen haben wir an der neuen Natursteinmauer fortgeführt. Die andere Seitenwand wird ebenfalls erneuert und auch hier der Ringanker fortgeführt. Außerdem wurde an der langen Seite etwa in der Mitte ein Streifen nach hinten betoniert und ebenfalls verankert.
Der Überstand der Natursteinwand wurde eliminiert.



Fachwerkwand



Die Fächer in der Wand sind auszumauern, am besten mit keramischen Ziegeln, NF oder 1,5 NF.
Die Platten sehen mir eher nach Fußbodenheizung als nach Wandheizung aus. Wenn sie nicht für Wandheizungen zugelassen sind würde ich meine Finger davon lassen. Putz auf Aluminium ist keine haltbare Lösung.
Von hohlraumbildenden Trockenbaulösungen rate ich Ihnen ab. Luft- bzw. dampfdichte Anschlüsse hinzukriegen ist in der Praxis kaum möglich.





Die Ausfachung wollte ich gerne lassen wie sie ist.

Das Prinzip der Innendämmung habe ich jetzt verstanden. Diffusionsofen und keine Hohlräume!

Vielen Dank für die Tipps



Fachwerksanierung



Was bitte bedeutet: "Die Ausfachung wollte ich gerne lassen wie sie ist"?





Ich spreche bei der Innendämmung vom OG und hier ist die Ausfachung mit Lehm vorhanden.



Fachwerkdämmung



Für das OG Holzfaserdämmplatten oder Heraklith in Lehm gebettet, Wandheizung, Lehmputz.





OK. So hab ich es verstanden.

Wäre es theoretische auch möglich außen eine Holzfaserdämmplatte anzubringen die dann verputzt wird und von innen nur eine Wandheizung im Lehm anzubringen?



Fachwerk dämmen



Theoretisch ist es möglich.
Praktisch gesehen ist der Dachüberstand zu gering, die Übergänge zu den Traufwänden ungeklärt und die Befestigung an der Wand problematisch.