vorhandene Dämmung

12.05.2003



Wir tragen uns an ein Fachwerkhaus zu kaufen. Erbaut 1728, umgebaut 1952. Die Aussenwand von 1728 steht unter Denkmalschutz und ist noch original mit Lehm-Stroh zwischen den Balken ausgefüllt und von innen mit Syropor+Rigips gedämmt. Diese Wand weist keine sichtbaren Schäden, wie Risse oder Feuchtigkeit auf. Macht es Sinn diese Wand zu entkernen? Bringt das was in Bezug auf die Wärmedämmung bzw. Haltbarkeit? Die anderen drei Seiten wurden wie folgt (von innen nach aussen)gedämmt: Rauputz, Styroporplatten / Folie, org. Fachwerk, Styropor, Rigips. Um den Bruchsteinkeller wurde ein Betonsockel gezogen. Was sagt der Fachmann/Frau dazu? Da wir keine Ahnung von Fachwerk haben wären wir für jeden Tip sehr, sehr dankbar.



au weia



Hier kann man wohl kaum noch von einem Fachwerkhaus sprechen (vom statisches System mal abgesehen). Die einzige Wand, die noch etwas Kultur besitzt, sollten Sie so lassen wie sie ist, auch wenn dort kein Styropor darangehört. Die anderen Wände und der Keller haben eigentlich mit einem Denkmal und einem gesunden Bau nichts mehr zu tun und vor allem die Wände könnten durch Baufehler zur Zeitbombe werden. Investieren Sie in ein Fachwerkhaus, nicht in einen verunglückten Umbau mit Mängeln.



Hm, genauer bitte



Danke erst mal für die prompte Antwort. Es geht uns weniger darum ein "echtes" Fachwerkhaus zu besitzen als viel mehr um die Frage ob diese Art der Isolierung o.k. ist oder ungeahnte Risiken birgt. Man hört als Leihe von Feuchten Wänden, Schimmel Parasitengefahr bei Fachwerk. Das Haus ist das Elternhaus des "noch" Eigentümers, der Maler und Lackierer ist und alle Arbeiten bisher am Haus selber vorgenommen hat.



Risiken



Ja, diese Art von Sanierung birgt Risiken für das Gebäude, da eine schadhafte Folie das Eindringen von Wasserdampf (in Gebäude im Winter besteht ein Dampfdruckgefälle von innen nach aussen) in die Konstruktion begünstigt und sich am Holz des Fachwerkes niederschlagen kann. Da das Holz aber teilweise unter Luftabschluss ist (Styropor-Holz-Styropor) beginnt es zu gammeln.



Fachwerk



Das Problem mit dieser "Sanierung" ist dass man den Schaden bemerkt wenn es zu spät ist. Die Temperaturgefällen und die Feuchtegefälle zwischen Innen und Aussen sind z.Zt die Hauptproblem beim Fachwerk, da wir in eine alte Bausubstanz mit moderne Lebensbedingungen eingreifen. Ich kann nur raten alles was mit Kunststoff zu tun hat heraus zu nehmen. Es kann sein das die verborgene Schäden dann so groß sind dass Sie sich sagen, hätte ich bloss die Finger davon gelassen. Vielleicht können Sie ein paar Probeöffnungen machen. Ich würde ein Fachmann aus Ihrer Nähe heranziehen. Adressen nach PLZ könnte ich in meine IGB und IBN Listen heraussuchen.
m.f.g.
J.E.Hamesse



styropor?



... ich kann nur empfehlen alles an styropor rauszumachen, wenn das haus noch aelter werden soll.
im westerwald gibt es einige sehr gute Handwerker die eine gute und fuer das fachwerkhaus wunderbar vertraegliche daemmung anbringen koennen.
bei interesse www.ratsdorf.de und einfach mail an uns.
Gruss Tatjana Ratsdorf