Sichtfachwerk nachträglich einbauen und die Zwischenräume verputzen

12.01.2008



Hallo,
ich wohne in einem Haus Bj ?-1925 mit 60cm starken Mauern aus Hartbrandziegeln (doppelwandig mit Luftzwischenraum) und zum Teil Holzfachwerk (leider alles verputzt) in den Zwischenwänden.
Geplant ist jetzt das Eßzimmer vom Boden her neu aufzubauen einem Sichtfachwerk (Bretter) mit dazwischen Verputzen Flächen.
Hat jemand eine Konstruktionszeichnung für ein Fachwerk aus der Zeit?
Gibt es Erfahrungen mit Feuchtigkeit oder Schimmel hinter nachträglich aufgebrachtem Sichtfachwerk?
Vielen Dank,
Gruß,
Martin



Sichtfachwerk



Hallo Martin,

Einige Anmerkungen zum Wandaufbau:
60 cm Wandstärke mit Luftzwischenraum können so nicht stimmen.
In den 20-gern wurde so nicht gebaut, auch Fachwerk war damals aus der Mode.
Hartbrandziegel wurden allenfalls als Verblendung vorgesetzt, als normaler Konstruktionsziegel kam der MZ 150 zum Einsatz.
Bei mehreren Geschossen und hohen Lasten wurde mit Stahl bzw. Stahlbeton und Ziegelverblendung gearbeitet, statt umbaute Fläche und Material zu verschwenden.
Ich kann mir nur vorstellen, das ein älteres Gebäude zum genannten Zeitpunkt umgebaut modernisiert wurde.
Das heißt, das beim Bauen so einiges zum Vorschein kommen kann.
Deshalb empfehle ich Dir, erst einmal gründich den Bestand zu analysieren bzw. analysieren zu lassen, ehe Du mit größeren Umbauten beginnst.
Was das innere Sichfachwerk betrifft:
Ein Brett wird immer wie ein Brett aussehen und nicht wie Fachwerk.
Heraus kommt eine billige Kopie, die mehr nach Weihnachtsmarktbude aussieht, selbst wenn Stockwerksbauweise und Fügungen nachempfunden werden.
Aber das ist meine subjektive Ansicht.

Viele Grüße



Theaterfachwerk



Unser Bauleiter nannte dies (als der Zimmermann es als Alternative zur Sanierung einer verputzten, maroden Fachwerkwand vorgeschlagen hatte) "Theaterfachwerk".
Sowas kommt bei uns nicht ins Haus!

Viele Gruesse,
Frank



Sichtfachwerk



Ich hab mich wegen der doppelwandigen Bauweise erkundigt. Es scheint eine 2. Wand mit Luftspalt als Wärmedämmung zu sein.
Mit dem Putz gibt das dann eine Stärke von ca. 60 cm.
Der Luftspalt ist zwischen 3-4cm breit.

Angeblich eine sehr gute Dämmung und die Feuchtigkeit von außen wird nicht auf die Innenmauer durchgeführt.

Das von mir gefundene Fachwerk sitzt nicht in den Außenwänden sondern nur in den Zwischenwänden zwischen den Räumen. Die Balken besitzen eine Stärke von mind. ca. 15cm.

Vielleicht wurde ja wirklich ein altes Haus modernisiert.

Bin noch am überlegen ob ich mir wirklich ein Fachwerk in das Eßzimmer baue oder nur drei Sichtbalken in die Decke einziehe und die Wände nur grob verputze.

Danke für die bisherigen Antworten,

Gruß,
Martin



Eine



gängige Bauweise der damaligen Zeit, Aussenwände gemauert und innen Fachwerk. Vorsicht bei Umbauten, das Fachwerk ist tragend.
MfG
dasMaurer