Fachwerk und Bondex Dauerschutzlasur

05.01.2009


Hallo,

ich habe ein Fachwerkhaus (Neubau 2006) gekauft und möchte mich nun mehr in die Thematik einarbeiten.

Nachdem ich hier im Forum etwas gestöbert habe, habe ich nun ein bisschen Angst bzgl. meines Fachwerks. Dieses wurde damals mit Bondex Dauerschutzlasur mehrfach auch in den Feldern gestrichen. Ist dies wirklich so problematisch oder kann ich mich beruhigen?

Bitte nur konstruktive Meinungen/Ratschläge (nicht wie z.B. alles Schrott und sofort alles abreißen etc.). Mir ist nämlich beim lesen verschiedener Beiträge hier im Forum schon öfters die Tendenz zum negativen aufgefallen....das bringt mich aber leider nicht weiter.

Danke und Gruß
Mathias



Was wollen Sie hören?



Laut Testberichte.de hat das Material eine Durchschnittsnote von 4,2, so etwas würde mich schon beunruhigen.
http://www.testberichte.de/test/produkt_tests_bondex_dauerschutzlasur_4278_nussbaum_p70432.html
Aber nun mal im Ernst, was wollen Sie hören? Werden Sie dann die Gefache raus reissen? Oder sollen wir es Ihnen schön reden? Mir fehlen dazu viel zu viele Angaben zu den Örtlichkeiten, um mich halbwegs glaubwürdig äussern zu können. Nur schon mal so viel: Es war sicherlich gut von Ihnen gemeint, insbesondere das mehrfache streichen, einen Gefallen haben Sie sich damit aber nicht getan! Zum Thema Fachwerkneubau, obwohl es mir eigentlich schon wieder in den Fingern juckt, werde ich mich jetzt auch aufgrund Ihres Harmoniebedürfnisses nicht äußeren.
Alles Gute für das Jahr 2009 wünscht,
Bernd Kibies
PS Habe ich Sie jetzt verschreckt?





Danke erstmal für Ihre Antwort!

Ich habe das Haus nicht gebaut sondern gekauft. Wenn man unter Zeitdruck und anderem Druck steht muss man sich halt manchmal entscheiden und hat nicht viel Spielraum.
Die Infos mit dem streichen habe ich mir eingeholt, also ich habe das Fachwerk nicht gestrichen.
Das spielt aber jetzt alles keine Rolle mehr.

Ich möchte den evtl. in Zukunft auftretenden Schaden irgendwie minimieren bzw. verhindern. Vielleicht bringt Abschleifen und erneutes Streichen was? Keine Ahnung?

Welche Infos zu den Örtlichkeiten benötigen Sie?

Mathias



Also doch kein Fachwerkneubau?



Um halbwegs einen Einblick über das Gebäude zu bekommen, damit evtl. sinnvolle Vorschläge unterbreitet werden können, sollte schon folgendes bekannt sein:
-Holzart des Fachwerks
-Art der Ausfachungen
-Putzarten, falls vorhanden
-Besser noch, gesamter Wandaufbau
-Ist ein konstruktiver Holzschutz vorhanden?
-Werden einzelne Bauteile, Seiten stark bewittert?
-Standort (Tal-Muldenlage etc.)
usw.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies





Das Haus wurde 2006 fertiggestellt und ich habe es 2008 gekauft.

- Fachwerk ist sichtbar zur Seite Süd und Süd-West
- Region 500-550mm Niederschlag pro Jahr, eher mildes Klima selten und nicht lange Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, selten Sturm
- Fachwerkausfachung mit Unger-Diffutherm System (Pavatex-Platte, Trockenspachtel, Rauhputz, Silicon-Farbsystem aber hoch diffusionsoffen)
- Holzart Fichte (glaube ich)
- kein konstruktiver Holzschutz, wie gesagt Fachwerk sichtbar

Danke und Gruß

Mathias



Muß mal "dazwischenlabern"...



..hat den konstruktiver Holzschutz tatsächlich etwas mit dem Anstrichsystem zu tun?

Nach meinem Dafürhalten verringert eine "intelligente" Fachwerkkonstruktion durch entsprechende Ausführung der Verbindungen das Eintreten von Feuchtigkeit. Also keine oberen Überstände, Verbindungen so ausführen das Feuchtigkeit nicht nach innen sondern außen läuft, ausreichende Dachüberstände (zum Fernhalten der Regenbelastung) etc.

Bei einem Fachwerkhausbau von 2006 (ich würde es mal als Neubau betitteln) würde ich davon ausgehen, dass der konstruktive Holzschutz eingehalten wurde.

Ein sichtbares Fachwerk muß nicht dem konstruktiven Holzschutz widersprechen, erfordert aber Anstrichseitig eine etwas "besondere" Behandlung der eine Dauerschutzlasur vermutlich nicht gerecht wird.

Gruß
Martin





Naja, so wirklich schlauer bin ich jetzt auch nicht.
BONDEX Dauerschutz-Lasur ist wohl eine lösemittelhaltige, dickschichtige Holzlasur, die für nicht maßhaltige Bauteile nicht geeignet ist.
Wirkliche technische Infos bekommt man auf der Bondex-Seite nicht, vielmehr wird hier was von
Hightech-NANOFORCE-Partikeln usw. gefaselt.
Dieses schichtenbildende Material behindert jedoch den Feuchteaustausch des Holzes.
Wäre die Beschichtung nur auf der Aussenseite, könnte man diese bei Bedarf entfernen und einen neuen Aufbau vornehmen. Sie schreiben aber, daß auch die Balkenflanken mehrmals gestrichen wurden. Mehr ist in diesem Fall nicht besser!
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies



Machen Sie sich keine Gedanken...



....ich habe mein Fachwerkhaus vor ca. 15 Jahren auch mehrmals mit einer Alkydharz-Dickschichtlasur gestrichen und habe bis heute keine Probleme mit dem Holz. Die Farbe hält ewig und verhindert natürlich auch das Eindringen von Wasser in das Holz.

So schwarz wie manche hier malen, ist es nämlich nicht.

Gruß
Roland Enke
aus dem Schwarzwald



Könnte aber schwarz werden...



Genau da liegt meiner Meinung nach der "Hase im Pfeffer".

Sie schreiben:
---Die Farbe hält ewig und verhindert natürlich auch das Eindringen von Wasser in das Holz.
---

Leider verhindern solche Anstrichsysteme auch, dass Wasser nach Außen treten kann (Und sei es die "Feuchtigkeit" die durch das Bewohnen entsteht), was über kurz oder lang zu Fäulnissschäden von innen führen kann.

Genug der "Schwarzmalerei".

Das die Balken auch gefachseitig gestrichen wurden lässt sich sicher nur noch schwer rückgängig machen.
Sicher wird Ihnen das Haus nicht unter dem Hintern wegfaulen.

Die Sorge um Schädigungen der Holzkonstruktion halte ich aber für nicht unbegründet.

Wenn es mein Haus wäre würde durchaus darüber nachdenken, die Farbe wenigstens Außenseitig zu entfernen und durch diffusionsoffenere Anstriche zu ersetzen.

Gruß
Martin



Nicht schwarz malen, realistisch sein!



Die Art der Baukonstruktion und gewählten Materialien halte ich insgesamt nicht für glücklich. Zusammen brechen wird das Haus in Kürze nicht, sicherlich wird es in der jetztigen Ausführungsart aber auch kein Erbstück.
Alles Gute wünscht,
Bernd kibies