romanisches Fachwerk

10.11.2006



Hallo,
grüßt euch,
bin neu hier und habe viele Fragen ..grins..
War dies Jahr im Harz auf Reise und sah mir das ganze ottonische Reich an(Quedlinburg,Wernigerode,Halberstadt,Hildesheim,...)
Fachwerkhäuser waren oft nur bis anfang 15 jhd. erhalten.
gibt es auch romanisches Fachwerk (1000 bis 1250 jhd. nach christi )?
gibt es fachwerk mit Sandstein Ausfachung ?
was kostet sandsteinplatten/blöcke ?was sollte man für ein Untergrund für hellweißen sandsteinfliesen(mind. dicke das sie nicht durchbrechen)haben?

PS: www.raymond-faure.com ist eine 30.000 bebilderte Harz-web--einfach cool



Ein wenig grinsen muss ich schon ;-)



Also, da ist schon mal der Begriff:
er wurde eingeführt, um Bauten mit Rundbögen in einer Gruppe zusammen zu fassen (gefunden bei Wikipedia). Daraus erklärt sich selbst fast, dass es sich kaum um Fachwerk handeln kann, Fachwerkrundbögen sind wohl schwieriger herzustellen (Spannweite), als solche aus Stein, es sei denn man findet viele gleichermassen/gleichmäßig gebogene Balken (jaja, ich weiss, über Dampf biegt sich alles). Desweiteren handelt es sich bei den Bauten auf der Strasse fast nur um klerikale Bauten oder Burgen/Schlösser, während der normalo Bürger/Leibeigene/Knecht mit Bauten vorlieb nehmen musste, die preiswert und leicht zu errichten waren (Fachwerk halt). Viele dieser Bauten, auch die hochgeschmückten, verzierten Bauten der Patrizier dieser Zeit fielen den häufig auftretenden Feuersbrünsten zum Opfer, während die Steinprachtbauten stehen blieben.
Die Liste der Gründe kann sicher fortgesetzt werden...

Während die Straße der Romanik ein eher regionales Projekt ist, welches sich fast nur auf Sachsen-Anhalt bezieht, zieht sich die deutsche Fachwerkstrasse von mit Nord-Süd-Achse durch ganz Deutschland.

Das bisher nachgewiesene älteste Fachwerkhaus Deutschlands befindet sich übrigens auch in Sachsen-Anhalt:das Haus Hölle 11 in Quedlinburg wird im übrigen als "romanisches Fachwerk" klassifiziert ;-)

Jetzt isz Schluss mit dem oberlehrerhaften Gesülze, nun zur Restfrage: mit Sandsteinausfachung ist mir nicht bekannt (Elbsandstein war damals schon teures Gut), der Backstein als Ausfachung schon. Den Rest überlass ich lieber den Experten

Liebe Grüße
Heide



romanisches fachwerk



Hallo,Heide
die Fuhrberger Zimmerei hat so ein Fachwerk mit gotischen Bogen im erdgeschoss(siehe Fachwerkhäuser I-V)-vielleicht sollte man da noch ein wenig Maßwerk einsetzen ..hihi..

irgendwo hier hab ich gelesen :die eigentlichen Fachwerkhäuser mit Schwellen entwickelten sich um 15. Jhd
gotisches Fachwerk hat ja auch nicht diese gotischen Bogen ,sondern spezielle details wie schnitzereien ,Ausfachungmuster usw.
für die Fachwerkstrasse bräuchte ich wohl mehr als ein urlaub.grins..
das damaligen einfachen FachwerkHäuser oft dem Feuer zum Opfer fielen-ist bedauerlich-, lag wohl an fehlendem Notruf augenzwinkernd
oder gabs damals schon so viele kettenraucher?! grins
trotzdem Dank für deine antwort
Gruss



Das war aber flott



mit der Antwort, klaro, ich bin kein Fachmann, weder Historiker noch Zimmermann/Fachwerkerbauer, doch die Quelle sagt folgendes: Es ist von aussen nicht als Fachwerkhaus zu erkennen, es ist, mehr oder weniger ein Steinhaus mit Balkenkonstruktionen im Decken- und Dachbereich. Macht auch Sinn zu damaligen Zeiten, meist im EG eine Feuerquelle, welche als Ofen und Kochstelle genutzt wurde. Feuerfeste Materialien ausser selbst gesammelter Stein waren Mangelware, also unten kochen und aufhalten und abends, wenn es oben durch die aufsteigende Wärme möglich ist schlafen. Die Altvorderen kannten nur Grundöfen mit Warmluftzügen als Heizung und auch die Speicherfähigkeit des Materials Stein würde ich nicht ausser acht lassen. Aber ich bin kein Fachmann, alles beruht nur auf Erfahrungswerten, haben wir unsere Bruchsteinmauer erstmal auf "Zimmertemperatur", dann ist es auch in den Nachbarräumen angenehm. Zusätzlicher Speicher für Wärme ist die Lehmwandoberfläche (der Putz?), sie wirkt auch gefühlsmässig nicht so kalt, wie eine reine Bruchsteinoberfläche.

So, nun dürfen die Experten über mich herfallen und mir alle meine Denkfehler aufzeigen und vielleicht auch die ursprünglich Frage beantworten, wie sieht denn nun romanisches Fachwerk aus und wo ist es zu finden?

Liebe grüsse
Heide





Sehr geehrter Herr Hohnsbehn,
ich empfehle Ihnen einschlägige Fachliteratur:
Ulrich Großmann, „Der Fachwerkbau in Deutschland“
(dort werden auch Aussagen über Fachwerk vor 1300 und spätmittelalterliches Fachwerk getroffen.)
Manfred Gerner, „Entwickelung der Holzverbindungen“.
Und noch viele weitere Publikationen.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies





Hallo,Herr Kibies
"Fachwerkbau"U.großmann für 10 € ergattert.
das andere Buch von Gerner ist erheblich teurer(~35 € )-sie müßten es mir schmackhafter machen in bezug auf meine eingangsfrage .(evtl. das inhaltverzeichnis mal zusenden)-ist ja bald weihnachtszeit..grins.
Gruss Hohnsbehn

@an alle:wie ist das Buch "handwerkliche Holzverbindungen der Zimmerer"?zeigt es nur einzelne Holzverbindungen(Bilder) oder auch anreißmethoden u.Werkstückabmessungen im zusammmenhang zum fachwerkbau?
PS:befasse mich auch mit japanischen Holzbau(noch literarisch),Shoji(bereits praktisch)
Gruss





Hallo Herr Hohnsbehn,
ich bin natürlich nicht Marcel Reich-Ranicki.
Ein wenig selber sollten Sie schon recherchieren.
Günstigere Exemplare bekommen Sie u.U. hier:
http://www.zvab.com/SESSz130894775511163346172/gr2/de/index.html
Kurze Infos vielleicht auch hier:
http://www.irbdirekt.de
Mit dem Großmann sind Sie aber schon ordentlich versorgt.
Achten Sie nur darauf, daß Sie eine aktualisierte Version haben und nicht die Erstauflage.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies