Fachwerk freilegen

21.08.2008


Hallo,

ich hätte mal wieder eine Frage zum fachwerkfreilegen. ich habe gehört dass es für das Fachwerk gut ist, wenn es bis zu einem halben Jahr offen steht bevor es behandelt bzw. gestrichen wird. Stimmt das? Ist es sinnvoll den Fassadenputz jetzt im Herbst runter zu nehmen und im April Mai weiterzumachen? Dazu muss ich sagen, dass die Giebelwand ostseits ist und im Westen kein Fachwerk ist. Norden und Süden hat Fachwerk. Was sagen die Experten?

Besten Dank und beste Grüße an alle



Putz ab ?



Das gilt für eine umfassende Fachwerksanierung mit Holzaustausch bzw. für einen Neubau. Grund ist der, daß die Holzfeuchtigkeit frei entweichen kann, wenn das Holz luftumspült ist. Deckende Anstriche würden das Holz einhüllen und ganz schön kochen lassen, nicht zu seinem Vorteil.

Bei einem alten Haus ist das eigentlich egal.
Wozu wollen Sie denn den Putz abnehmen ?

Grüße vom Niederrhein



Fachwerk freilegen



Hallo Herr Beckmann,

ich möchte im oberen Teil das Fachwerk freilegen. Es wurde mir von einem Fachmann gesagt, dass ich das machen könnte, damit das Fachwerk atmen kann.

Wo liegt der Unterschied, es entweder freizulegem damit es atmen kann und es erst dann freizulegen, wenn es anschließend getrichen wird?. Der Fachmann meinte, dadurch dass die Giebelseite in Richtung Osten liegt könnte es noch voll in Ordnung sein. Das kann man natürlich erst sehen, wenn der Putz entfernt ist.

Im voraus besten Dank für die Antwort



Fachwerk freilegen ?



Guten Morgen,

Das mit der "Atmung" ist so eine Sache. Sollte Zementputz drauf sein, kann der Taupunkt so ungünstig liegen, daß Wasser in gasförmiger Phase (also Dampf) beim Durchgang durch die Wand am Zementputz kondensiert. Dann würde (Konjunktiv !!) das Holz Wasser ziehen und wahrscheinlich so langsam vor sich hin faulen.
Ist der Putz aber weich, was bei Kalkputzen der Fall ist, erfolgt der Dampfdurchgang unbehindert und Welt ist in Ordnung.
In ungünstigen Wetterlagen kann es aber auch von Osten her Schlagregen geben. Das sieht zunächst einmal einfach komisch aus, weil man es nicht gewohnt ist. Dann ist man froh, einen wasserabweisend eingestellten Putz zu haben, der den Feuchtigkeitshaushalt der Wand regulieren kann, er kann auch Wasser aufnehemen und wieder abgeben.
Außerdem erfüllt der Putz Brandschutzfunktion, indem er die Feuerwiderstandsdauer der Konstruktion verlängert. Darum wäre ich froh, denn ein brennender Nachbar ist immer eine Gefahr für das eigene Haus.
Sie sollten also gut abwägen, ob Sie auf den Putz verzichten wollen. Vielleicht sieht das Fachwerk auch gar nicht so gut aus.

Grüße vom Niederrhein