Welche Farbe, welcher Putz nach Freilegen des Fachwerks?

02.08.2008


Hallo!
Wir lassen gerade eine komplette Sanierung eines Hauses von 1767 durchführen und jetzt kommen wir zum "interessanten Teil": ich schlage derzeit den Putz ab, der wohl in den 1920er Jahren erstmals aufgetragen wurde. Gottseidank bislang keine nennenswerten Beschädigungen des Fachwerks (Eiche) aufgetaucht, da das Holz mit Teerpappe (so sieht es zumindest aus) und Metalldrahtkonstruktion vom Putz getrennt war.

Nun die Fragen:
- außer 2 Pfetten in einem verblassten Rotbraun (diese waren als einziges unverputzt) ist auf dem Fachwerk bislang kein Altanstrich aus der Vergangenheit erkennbar.
- seht ihr die Farbe der Pfetten als "zwingend" für den Rest an?
- Farben auf Leinölbasis sind wohl die richtigen?
- die Gefache sind nicht mehr mit Lehmriegeln bestückt, sondern teilweise mit Naturstein, teilweise mit Ziegeln ausgefacht. Gibt es beim Verputzen der Gefache spezielles zu beachten? Vorgesehen ist eine Wärmedämmung von innen (logisch), daher die Frage hinsichtlich einer möglicherweise notwendigen Atmungsmöglichkeit des Putzes.

Wir arbeiten mit einem Architekten, die Arbeiten werden ganz überwiegend von Handwerkern ausgeführt. Dennoch bin ich über jeden Tip dankbar - man weiß ja nie....

Gruß Michael



fachwerkfarbe



03.08.08 - ein bildchen wäre immer interessant+hilfreich...! gibts einen befund vom Restaurator (bei denkmalgeschützten gebäuden eigentlich üblich)? das verblaßte rotbraun deutet natürlich auf das oft verwendete "ochsenblut" (eisenoxidrot) hin, gut zu erreichen mit leinölanstrich/pigment. allerdings irritiert das Baujahr des hauses, es muß nicht unbedingt Sichtfachwerk gewesen sein aus dieser bauzeit. ist diese frage eigentlich abgeklärt? im süddeutschen raum waren neben dem häufig anzutreffenden rot auch anstriche in ocker, gelb, grau zu finden. eiche in einem nadelholzgebiet: glückwunsch! gruß carmen riedl



@carmen



Bildchen versuch ich mal die Woche zu schießen.
Das Fachwerk stand definitiv um 1900 noch frei. Wir haben in der Dorfchronik ein altes Foto aus dieser Zeit gefunden. Kurioserweise haben die Leute irgendwann in den darauffolgendne Jahrzehnten das Fachwerk im EG komplett entfernt! Also nicht lediglich die Gefache ausgemauert. Vom heutigen Standpunkt her natürlich schade. Mutmaßungen, das Fachwerk könnte in diesem Bereich verrottet gewesen sein sind meiner Meinung nach nicht schlüssig, denn geländebedingt ist die EFH bei ca. 2 m ! Darunter der Sockel, der geländebedingt nach hinten ansteigt und erst im hinteren HOfbereich (ca. 10 m) EFH-Niveau erreicht. Die Leute hatten wohl einfach Lust am Totalumbau...

Ochsenblutrot liegt in Anbetracht der Pfetten nah. Nur erstaunt mich eben, dass ich auf dem freigelegtem Fachwerk nicht ansatzweise Farbreste finde.