Fachwerk modernisieren – das gilt es zu beachten

Fachwerkhaus

Mit dem Kauf eines Fachwerkhauses geht für die neuen Besitzer in der Regel ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Schließlich ist es etwas Besonderes, wenn man in einem traditionell gebauten Haus wohnen kann. Spätestens nach ein paar Jahren aber bekommen die Hausbesitzer auch die negativen Seiten eines Fachwerkhauses zu spüren, nämlich dann, wenn eine Modernisierung oder Renovierung ansteht.

Sei es, um neuen Wohnraum zu schaffen, um die Wärmedämmung zu verbessern oder um das Haus barrierefrei zu gestalten. Wer ein Fachwerkhaus renovieren oder modernisieren möchte, muss bei diesem Vorhaben viele Faktoren beachten. Dabei geht es nicht nur um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, sondern auch darum, die Arbeiten sachgemäß durchzuführen, um dem Gebäude keinen Schaden zuzufügen. Aufgrund fehlender Kenntnisse vonseiten der Bauherren kommt es häufig zu Problemen. Das hat sogar dazu geführt, dass so manch ein Experte behauptet, dass unsachgemäße Sanierungen dem Fachwerk mehr geschadet haben als der Krieg. Wer plant, sein Fachwerkhaus zu modernisieren, sollte sich deshalb vorab umfangreich informieren.


Originalgetreu restaurieren

Fachwerkhäuser sind etwas Besonderes. Die Bauweise ist bereits seit langer Zeit bekannt und hat sich bis heute bewährt. Möglich ist das, weil sowohl die Baumaterialien als auch die eingesetzten Bautechniken sehr sorgsam ausgewählt und kombiniert wurden. Wer Veränderungen plant und umsetzen möchte, sollte deshalb darauf achten, dass hierbei dieselben Materialien und Techniken zum Einsatz kommen, wie bei dem restlichen Gebäude. Wer die Modernisierung in Eigenarbeit in Angriff nimmt und die nächstbesten Baumaterialien aus dem Baumarkt einkauft, riskiert Schäden an der Bausubstanz. Grund dafür ist, dass die modernen Materialien nicht mit den Charakteristiken der Fachwerkhäuser zusammenpassen und ihnen bestimmte Eigenschaften fehlen. Besonders vorsichtig sollte man zum Beispiel bei dem Einsatz von Beton sein. Der enthaltene Zement kann das Holz beschädigen. Zudem kann es zu weiteren chemischen Reaktionen kommen, wodurch weitere Elemente Schaden nehmen können.


Finanziellen Aufwand planen

Eine Renovierung oder Modernisierung ist ein finanziell aufwendiges Vorhaben. Um nicht in einen finanziellen Engpass zu geraten, ist es deshalb sehr wichtig, dass die Kosten für die Arbeiten gut geplant werden. Im schlimmsten Fall kann es ansonsten passieren, dass die Arbeiten nicht fertiggestellt werden können oder man aus Geldmangel auf minderwertige Baumaterialien zurückgreift. Die Kosten sind bei Fachwerkhäusern dabei tendenziell höher als bei einfachen modernen Häusern. Schließlich benötigt man spezielle Baumaterialien und muss eventuell auf Fachwerk spezialisierte Handwerker beauftragen. Aus diesem Grund sollte man vorher genau feststellen, welche Baumaterialien benötigt werden und welche Handwerker beauftragt werden müssen. Die Einholung von Angeboten ist hierbei außerordentlich wichtig, um sicher planen zu können. Eine zusätzliche Möglichkeit, um finanziell sicherer dazustehen, ist die Aufnahme eines Modernisierungskredites. So lässt sich sicherstellen, dass die finanziellen Ressourcen für das Vorhaben ausreichen.


Denkmalschutz beachten

Eine große Herausforderung für Renovierungen oder Modernisierungen ist bei Fachwerkhäusern der Denkmalschutz. Die gute Nachricht vorweg ist, dass nicht jedes Fachwerkhaus unter Denkmalschutz steht. Ist das nicht der Fall, dann hat man bei dem Vorhaben freie Hand. Steht das Haus jedoch unter Denkmalschutz, dann kommen weitere Hürden auf die Besitzer zu. Dabei gibt es allerdings kein Patentrezept, welches eine genaue Übersicht über die Vorgaben gibt. Jedes Fachwerkhaus muss für sich betrachtet werden, wodurch sich unterschiedliche Anforderungen ergeben. Fest steht allerdings, dass an der Fassade in der absoluten Mehrheit der Fälle nichts verändert werden darf. Von außen betrachtet, darf sich das Haus folglich nicht optisch verändern.

Die genauen Vorgaben, die bei Arbeiten beachtet werden müssen, unterscheiden sich von Landkreis zu Landkreis. Die Fassade steht allerdings im Mittelpunkt des Denkmalschutzes. Im Innenraum hat man als Eigentümer dagegen überwiegend freie Hand. So dürfen die von außen sichtbaren Balken zwar erneuert werden, eine Entfernung ist allerdings nicht erlaubt. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich häufig bei der Wärmedämmung. Denn eine von außen angebrachte Dämmung könnte die Fassade des Fachwerkhauses verändern. Aufgrund der vielen Vorgaben ist die Beauftragung einer Fachfirma beinahe unerlässlich. Wenn Vorgaben nicht eingehalten werden, kann es ansonsten dazu führen, dass auf die Eigentümer hohe Strafzahlungen zukommen, während eventuell zusätzlich bestimmte Veränderungen rückgängig gemacht werden müssen.


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