Fachwerk mit Porenbeton



Fachwerk mit Porenbeton

Hallo alle zusammen,

es ist schon viel gefragt, berichtet und argumentiert worden, ab das geht und wie nachhaltig das ist. Meine Garage (14x14 Douglasie Ständerwerk) wurde mit Ytong ausgemauert und dann darauf Lehm geputzt. Innen Top, außen Flop. Leider hatten die Jungs keine Ahnung von Lehmputz (aufgebrannt, kein Kellenschnitt, falscher Lehmputz, mit nix angereichert [Stroh, Dung o.ä.]). Also fiel im 2. Jahr der Putz von den Gefachen und Feuchtigkeit drang über die Fuge zwischen Holz und Ytong ein. Bevor ich das alles wieder rausreiße und mit Lehm ausfache, wage ich mal ein Experiment. Das geht so:

1. alten Lehmputz entfernen
2. 10 mm Fuge zwischen Balken und Ytong 40 mm tief flexen
3. Hanno Band BG1 (Fugenband) einsetzen
4. Milch aus feinem Kalkputz als Haftbrücke streichen
5. Grafix Kalkputz Grob mit Dachshaar als Unterputz 2x8mm Schichtdicke aufputzen
6. Grafix Kalkputz Fein 4mm als Oberputz
7. Grafix Kalkfarbe zum Abschluss auf noch feuchten Oberputz

Ich hänge mal ein paar Fotos an, wie es aussah, wie ich das Fugenband eingesetzt, geputzt und gestrichen habe.

Bis jetzt hält mein Probefach.

Versuch macht kluch, oder arm.

Vielleicht bekomme ich ja noch die Gelegenheit, alles wieder rauszureißen und mit Lehm auszufachen.

Wen es interessiert, bitte mal in die Bildergalerie schauen.

Ciao



Lass das Hanno Band BG1 (Fugenband)



Besser weg. gibt es eine Regenbelastung am Fachwerk?

Grüße aus Koblenz



Wirrwarr



Lehmputz ist an der Außenseite kaum witterungsbeständig, egal ob irgendwelche Zusätze drin sind oder nicht. Ich habe auch viel mit selbst gemischtem Lehmputz experimentiert. Je nach Schichtdicke funktioniert das auch ohne Zusätze rissfrei und haltbar. Allerdings eben nicht außen...auch früher nicht, denn bei jedem Regen wird der Lehmputz feucht....wenn dann noch Frost dazu kommt, passiert eben genau das. Da hätte auch kein Kellenschnitt geholfen, sondern nur eine Beschichtung, die verhindert, dass Wasser eindringen kann. Aber eigentlich wird das genau an der Fuge immer passieren....deswegen hat man auch damals schon mit Kalkputz aussen gearbeitet. Lehmputz kann übrigens nicht aufbrennen....Lehmputz ist der einzige Putz, der nur trocknet und nicht abbindet....



Lehmputz außen



Hallo Joerjen,

deine Aussage kann ich nicht unkommentiert stehen lassen. Natürlich funktioniert Lehmputz auch außen!
Lauf doch mal mit offenen Augen durch die Gegend und schau dir alte Häuser an!

Ein gut ausgeführter Lehmaußenputz hält mit Sicherheit länger als z.B. eine gut ausgeführte Styropor-Fassade... das mal ganz nebenbei.

Datapunk hat übrigens angemerkt, dass "die Jungs keine Ahnung von Lehmputz" hatten.
Wenn es um die Frage geht, ob man Lehmputz außen verwenden kann, würde ich mich eher an die Jungs halten, die Ahnung davon hatten / haben.

Viele Grüße :-)

Lehmbauer Marc



Lehmputz aussen



Ja, das hat man früher gemacht, weil man nichts anderes hatte oder das Geld für eine abschließende Kalkputzschicht fehlte...und wenn ordentlich Schlagregen auftrifft, kannst Du zusehen, wie er "abgewaschen" wird...ich kenne solche Fassaden durchaus und man kann dem Verfall zusehen, d.h. man muss halt immer wieder ran. Nicht umsonst wurde oft auf Kalkputz gewechselt oder irgendwie versucht, mit wasserbeständigen Farben dem ganzen EInhalt zu gebieten...

Ich finde Lehm gut, habe ich viele Tonnen bei mir verarbeitet, aber an der Außenseite würde mir das im Traum nicht einfallen



Die Dosis entscheidet



Hallo Joerjen,

ich will ja nicht altklug sein aber Porenbeton ist ein denkbar ungünstiger Baustoff, weil wenn er Feuchtigkeit aufnimmt, sie schlecht wieder abgibt. Wenn da, und das lese ich aus den Zeilen raus noch Schlagregen die Fassade trifft, ist es erst recht schwierig. Irgendetwas einsetzen (Hanno Band) halte ich auch für nicht viel erfolgversprechend. Wenn nicht genügend Dachüberstand vorhanden ist, ist Lehmputz immer problematisch, es sei denn, man versteht ihn abzumagern und setzt etwas Zement zu, auch Leinöl geht. Da das Kind schon im Gras liegt, würde ich einfach probieren. Die heute gelieferten Lehmputze sind m. E. zu fett, Lehm, Lehm und kaum Zuschlagstoffe (Sand, fehlende Sieblinie). Reinen Lehm hat man früher als Packlage zum Abdichten verwendet. Die heutigen gelieferten Putze erinnern mich daran und haben mit den Mischungen mit denen wir in den 90-gern gearbeitet haben, wenig zu tun. Aber wie gesagt, das kann ich kaum noch jemanden sagen, weil alle auf den neuen Kram stehen und ihre Erkenntnisse Produktdatenblättern entnehmen und nicht die eigenen Sinne bemühen. Wie oben schon geschrieben, ist die Ausgangslage nicht gut, aber ich würde auch die Gefache drin lassen. Ich würde einen Vorbewurf mit scharfen Sand-Zement machen und einen Kalkzementputz auftragen. Den Zement bitte "homöopathisch" einsetzen, damit der Putz seine Funktion erfüllen kann. "Die Dosis entscheidet über das Gift!" Natürlich dann einen sauberen Kellenschnitt ausführen. Abgesehen von Zeitaufwand ist ein selbst hergestellter Putz im Preis-Qualitätsverhältnis einfach nicht zu schlagen.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt



Porenbeton



Ich weiß...ich halte von Porenbeton auch nicht viel. Mittlerweile sind die "Steine" meist hydrophobiert - verwenden würde ich sie trotzdem nicht unbedingt.
Wie gesagt - ich wäre auch kein Freund von Lehmputz aussen...und Feuchtigkeit scheint ja jetzt schon ein Problem zu sein, wenn es durch die Fugen dringt. Kalkputz mit der Prise Zement wäre hier auch mein Favorit...



Bei dieser Situation....



...würde ich von einem Lehmputz völlig Abstand nehmen.
Wird immer wieder zu diesem Schadbild führen.
Auch wenn man man mit hochwertigster Fachlichkeit im Lehmbau herangehen würde.
Zumal es sich hierbei "nur" um eine Garage handelt.
Außerdem ist Ytong ein sehr saugfähiges Material und bei Frosteinwirkung, wenn vorher eine längere Nässeperiode die Fassade beeinträchtigt hat, als sehr kritisch zu betrachen, wenn dabei dann halt ein Lehmputz als Endbeschichtung sich darauf befindet.

Ich würde hier ganz einfach herkömmlich hydraulisch abbindendes Putzsystem wählen.