Fachwerk mit Pavadentro dämmen oder besser gar nicht dämmen?

05.08.2015



Hallo,
ich habe eine Fachwerkaußenwand zu renovieren.
Die Gefache sind mit Tuffstein ausgemauert, außen befindet sich ein Putz aus den schätzungsweise mindestens fünfziger Jahren, der mit einer (Kunststoff-?)Farbe gestrichen ist. Es handelt sich um die Südwestseite des Hauses, also starke Sonneneinstrahlung im Sommer.
Innenseitig befindet sich ein dicker Gipsputz, darauf Tapete.
Ich bin nun mit meinem Halbwissen soweit, dass dieser Gipsputz ab muss, darauf sollen Pavadentro in Lehm, darauf Wandheizung in Lehm.
Damit gedachte ich, die innenseitige Luftfeuchte "im Griff" zu haben.
Nun frage ich mich allerdings, ob ich mit eben diesen Pavadentro nicht spätestens im Sommer, wenn von AUßEN hohe Luftfeuchte durch Risse und Öffnungen eindringt, ich nicht mit eben dieser Pavadentro das Problem einhandele, dass diese Feuchte an der in der Platte liegenden Dampfbremse Kondensiert und nicht nach innen hin ausdifundieren kann in ausreichendem Maße...

Kann mir hier jemand weiterhelfen?

Sollte ich die Dämmung ganz sein lassen?

Den Außenputz zu erneuern ist momentan finanztechnisch bedingt keine Möglichkeit (auch wenn es die Beste wäre)...

Gruß,
T. Krieger



Hallo



Herr Krieger,

ja wir können helfen, ja wir kennen das Produkt.

Das Produkt muss richtig verarbeitet werden und die von außen anstehenden Schlagregenbelastung sollte sich in Grenzen halten und noch ein paar andre Sachen.

Grüße





Hallo und danke für die erste antwort.
Was meinen sie mit den grenzen, könnten sie dazu bitte konkreter werden?
Danke und lg





Also was ich meine: wie sind die grenzen der belastung? Es handelt sich um das erste stockwerk, letzte stockwerk unterm Dachboden bei 40cm dachüberstand... Meine bedenken gelten eher der hohen gesamtluftfeuchte außen im sommer.



Herr Krieger,



die Innendämmung ist von der Materialauswahl und der Ausführung etwas komplizierter, als Sachverständiger habe ich öfters im Beweissichererungsverfahren für die Gerichte mit der Innendämmung zu tun.



Werden die Innenseiten durch Schlagregen feucht?

Grüße





Hallo Herr Meurer,
ja, eben aufgrund dieser Problematik bei Innendämmungen bin ich ja am hadern...
Die Schlagregenbelastung würde ich als minimal einschätzen. Die Wand liegt auf süd-südwest und das Haus steht nicht exponiert, also eher in einer Senke. Es handelt sich nur um das erste Stockwerk, Wandhöhe knapp 2,20m, direkt darüber kommt der Dachüberstand (keine Giebelseite) mit ca 40cm, der auch einiges an Regen abhält, sofern dieser denn überhaupt einmal aus südlicher Richtung kommt...
Gruß, T. Krieger



Die



Rahmenbedingungen sind gut für eine Innendämmung wenn sie nach den Regel der Technik eingebaut wird.

Der Gipsputz ist nicht von der Ferne nicht einschätzbar ob dieser entfern werden sollte.

Ich wüßte nicht wie Luftfeuchte von außen rein soll wenn die Platte in Mörtel geklebt wird.

Grüße aus Koblenz





Nun ja, ich denke an die luftfeuchte, die im sommer morgens und nachts gegeben ist und durch risse und sonstige öffnungen eindringt. Besteht nicht die gefahr, dass diese sich ins gebälk setzt und dort bleibt, wenn von innen schlecht kapillaraktiver Gips sitzt oder aber die pavadentro mit der dampfbremse oder beides...?
Woran erkenne ich, ob der gips bleiben darf oder nicht?
Was raten sie mir? Was soll ich tun?
Ratlose grüße...



Innendämmung



Ihre Vorstellungen über Luftfeuchte sind falsch.
Wenn Sie morgens Lüften und kühlere Luft ins Zimmer lassen holen Sie keine Luftfeuchte herein sonder TROCKENERE LUFT denn die Außenluft erwärmt sich sehr schnell im Innenraum. Wenn sich Ihre wärmere, feuchtere Innenluft an kalten Bauteilen abkühlt dann entsteht Kondensatfeuchte.
Je kälter die Luft ist je trockener ist sie.
Das mit der relativen und absoluten Luftfeuchte können Sie im "aktiven Selbststudium" bei Wikipedia nachlesen.





Ok, danke für die infos. Also birgt die pavadentro somit kein risiko eines feuchtestaus im gebälk durch die äußere luftfeuchte (taupunkt), schließe ich daraus.
Stellt der gipsputz aus den fünfzigern ein problem dar?



Innendämmung



Grundsätzlich nein.
Wenn Gips trocken bleibt ist er unbegrenzt haltbar.
Wie bei jeder Innendämmung steht als Voraussetzung das keine Auffeuchtung von außen (Schlagregen) stattfinden kann. Kondensatausfall erfolgt auf dem Kleber, der diffusionsdichter als der Putz ist, das Kondensat wird über die kapillaraktive Dämmung zurückgeführt.
Bei Fachwerk hat sich die Kombination von kapillaraktiver Innendämmung und Wandheizung bewährt, die sichert im Winter durch Wärmenachschub zusätzlich das Trockenhalten der inneren Wandbereiche.
Das Bild zeigt Gipsoberputz auf Lehmputz, ca. 3.500 Jahre alt