Fachwerk mit hinterlüfteter Klinkerfassade - Gefache undicht - Zugluftproblem

30.04.2019



Hallo zusammen,

seit einem halben Jahr kann ich mich zu den stolzen besitzern eines Fachwerkhauses zählen. Jedoch habe ich ein größeres Zugluftproblem. Daher hoffe ich auf euren Erfahrungsschatz.

Innen sind die Räume mit Rigips verkleidet. Beim Anbringen der Fußleisten ist mir aufgefallen, das zwischen den Rigipswänden und dem Boden ordentlich Zugluft ins Haus gelangt. Im Winter konnten die Wohnräume fast nicht auf Temperatur gebracht werden.

Prinzipiell kann man Gefache ja ausbessern/die Ränder neu Verputzen lassen... jedoch habe ich ein Problem:

Eine Wand ist von aussen mit einer hinterlüfteten Klinkerfassade versehen. Von innen ist eine Rigipswand und die neue Küche bereits montiert.

Hat jemand eine Idee, wie man die Zugluft mit möglichst wenig Aufwand in den Griff bekommt, ohne ein Kondensproblem zu erhalten?

Viele Grüße
Dirk



immer her mit Anregungen



...natürlich sind auch Antworten willkommen, die nicht so einfach umzusetzen sind - oder wenn mir die Antwort nicht "schmecken" wird.

Ich habe persönlich bedenken, dass sich jetzt schon Kondenswasser bilden könnte und das Fachwerk evtl. Schaden nimmt. Meine Befürchtung ist, dass ein Abreißen der Klinkerfassade das beste wäre. Danach das Fachwerk ausbessern bzw. Holzfaserdämmung mit hinterlüfteter Vorhangfassade anzubringen.

Wobei ich, wie oben geschrieben, lieber eine Einfachere Lösung hätte, die der Substanz nicht schadet....



Hinterlüftete Klinkerfassade dämmen



Kerndämmung kann eine Verbesserung bringen und erhöht die Dämmwirkung.
Zuerst herausfinden ob die Fassade oder der Boden undicht sind.



Baurecherche



Bevor über Sanierungs- oder Ertüchtigungsmaßnahmen entscheiden werden kann, muss erst die Bestandskonstruktion im Detail bekannt sein (Bauteilaufbauten). Dazu müssen ggf. Bauteile geöffnet werden. Auch muss die Problematik "Zugluft" eindeutig lokalisert und erklärt worden sein; sie kann in der Tat der Wand oder der Bodenkonstruktion entstammen.

Lassen Sie eine Bauzustandsanalyse von einem fachwerkkundigen Architen/Bauingenieur durchführen und sich dann eine Sanierungslösung ausarbeiten. Auf keinen Fall: schnelle, improvisierte und nicht durchdachte "Lösungen" umsetzen.



Bausubstanz



Hallo,

Kerndämmung halte ich, sofern ein Auffüllen des Hohlraums zwischen Klinker und Fachwerk gemeint ist, für keine gute Idee, das Fachwerk soll ja athmen können und in der lage sein Feuchtigkeit abzutransportieren.

Es sei denn, wenn so etwas möglich ist... Man bläst den Hohlraum mit Holzfaserdämmung aus und erstellt zahlreiche "Athmungsöffnungen" in der Klinkerfassade. Dann müssten diese Schlitze oder Öffnungen jedoch gegen eindringendes Wasser geschützt werden.

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Jetzt zur Beantwortung des nächsten Kommentars. Einen Experten mit ins Boot holen, der die Bausubstanz begutachtet habe ich vor - Aber fragt man 3 Experten bekommt man 5 Meinungen... Daher bin ich hier angelangt, um mich zu Informieren und Lösungen zu vermeiden die der Bausubstanz schaden könnten.

So wie ich das sehe, ist die Sanierung eines Fachwerkshauses kein einfaches Unterfangen. Man sollte sich selbst gut informieren um erkennen zu könnnen, wer ein geeigneter Experte ist dem man vertrauen kann.


Bausubstanz:
Die Rigipswand ist mit Abstand zum Fachwerk auf einer Lattung mit Dampfsperre angebracht. Ausgehend von dem Rest des Hauses sind alle Fächer undicht, leider nicht nur der Bodenbereich (das ist mehr als nur wahrscheinlich).
Heißt, die Zugluft strömt schön verteilt über die Gesamte Wandfläche über die Gefache ein, sammelt sich im Hohlraum der Lattung und trifft umgelenkt zwischen Ripgipswand und Fußboden ins Haus ein.

Gruß Dirk



Wann und durch wen ist die



Hallo,

so wie sie es schildern, sollten sie eine Bauteilsöffnung machen , wie es Hr. Pickartz bereitsvorgeschlagen hatte, um genaue Kenntnis über den Zustand hinter den Rigipsplatten und den Aufbau der Konstruktion zu bekommen.
Mit GK Fachwerkwände zu bekleiden oder ganze FWH billig aufzuhübschen ist leider weit verbreitet. Die ersten Jahre hält es auch .... (meistens)
Es ist jedenfalls sehr schwierig und damit riskant Außenwände innenseitig um FWH mit GK zu bekleiden und zu dämmen. Die Anzahl möglicher Fehler ist sehr hoch. Selbst wenn es fachgerecht gemacht wurde, welches Dichtband oder welche Folie hält den Belastungen wirklich auf Dauer stand.
Wann und von wem wurden die Rigipsbekleidungen eingebaut, bzw. die Sanierung des Hauses durchgeführt?

Gruß
Det



GK Wände



Hallo,

die Rigipswände wurden vor ca. 40 jahren vom Vorbesitzer angebracht... nur war bis vor 10 jahren das Fachwerk sehr gepflegt. Jetzt wo das in schlechtem Zustand ist, kann bei Regen und Wind Wasser eindringen. Denke erst jetzt werden die GK Wände zum richtigen Problem.

Wenn hinterlüftete Holzfaserdämmung von Aussen gemacht würde... dann sollte das Fachwerk doch eigentlich schön trocken und auf Temperatur sein, sodass die veGKverkleidung
einen Schaden mehr anrichten sollte?!

Denke das wäre vllt das beste, denn innen alles auseinander nehmen wollte ich ungern und das Fachwerk ist eh Grenzwertig - vom Arbeitsaufwand das es nötig hätte um wieder der Witterung Stand zu halten

Gruß
Dirk