Fachwerk mit Fermacell Innendämmung

13.07.2020 Sascha Erdmann


Guten Tag, erst einmal vielen Dank für die Möglichkeit der Kommunikation. Wir haben ein Giebelseitig getrenntes Doppel-Fachwerkhaus gekauft welches zu einem Drittel auf Kappendecke mit Porenbeton steht. Das Eichenfachwerk steht auf Bruchsteinsockel. Eine Außenseite ist mit Lärchenholz verkleidet die andere mit Schiefer, die Front Fachwerk. Ob eine Dämmung an den Seiten angebracht wurde ist unbekannt. Es ist angedacht das Haus nur von Innen zu dämmen, da es unter Denkmalschutz steht. Fenster sollen auch neu mit einem K-Wert von 1.0. da dies zur Zeit der Standard ist und Abweichungen nach oben extra kosten. Jetzige Fenster sind Holz Erdgeschoss alt aber Doppelverglast (umgebaut 1994?). Fenster im Obergeschoss sind von 1994 einfach verglast. Das Problem; Es hat sich herausgestellt das der verstorbene Vorbesitzer bei Fermacell arbeitete und sich dort mit diesem Material ausgetobt hat. Innen wurde zu den Außenwänden eine Fermacellplatte mit aufgebrachter Styroporschicht angebracht. Zwischen der Kombiplatte und der Alten Wand sind ca. 3cm Luftschicht (nicht Zirkulierend). Schimmel kann ich durch eine Steckdosen Lücke nicht erkennen auch keine Dampfbremse im eigentlichen Sinne einer Folie. Ich werde morgen mal den Feuchtigkeitsmesser mitnehmen und messen...Sollte hier kein Problem mit Feuchtigkeit vorliegen ist erstmal positiv. Jedoch werde ich die Wand komplett öffne um sicher zu gehen keine Feuchtigkeit dahinter anzutreffen. Sollte auch das OK sein ist erstmal die Substanz gut und wir sind erleichtert. Allerdings kann hier schon der Tausch der Fenster wieder eine Veränderung hervorbringen. Nun meine Frage was haltet Ihr von der Fermacell Lösung? Welche Dämmung ist hinsichtlich kosten und Nutzen sinnvoll? Über das Raumklima kann ich nicht viel sagen da wir dort noch nicht wohnen. Kann mir aber vorstellen das es tendenziell feucht sein wird durch die geringe Wasseraufnahme von den Wänden. Die unterschiedlichen Aussagen in Foren bzw. von Sachverständigen machen mich sehr unsicher. Es wird ja sogar eine Lehm/Holzfaserdämmung infrage gestellt...Vielen Dank Sascha Erdmann



Fermacell Verbundplatten



ich halte von denen nicht viel, vor allem in Verbindung mit Fachwerkaußenwänden. Erstmal wegen der bauphysikalischen Risiken und dann wegen der schlechten Energiebilanz und der Entsorgungsproblematik. Bislang hielt ich eigentlich die Holzfaserdämmung in Verbund mit Lehmputz ( am besten noch mit Wandheizung) für eine gute Lösung, bis mich Dein Satz: " Es wird ja sogar eine Lehm/Holzfaserdämmung infrage gestellt..." überrascht hat. Hier würde mich mal interessieren, auf welche Quellen sich Deine Aussage da stützt bzw. woher die Info stammt.
Ergänzend: Bei diesen Fermacell- Konstruktion geht es auch nicht nur um Schimmelbelastung, sondern vor allem um Fäulnis und statische Zerstörung der Fachwerkkonstruktion.



Fachwerk mit Fermacell Innendämmung



Hallo Pope,
vielen Dank für die Rückantwort. Ja die Kombi ist kein Segen...
Klaus Fischer hat in einem Interview "Wärmedämmung – Was ist sinnvoll?" mitgeteilt das die Fasern mit einem Schimmelschutz versehen sind als auch die hohe Luftfeuchte im Normalzustand sich als Problematisch darstellen kann. Ich suche jemanden der Erfahrung mit Holzfaser und Lehm hat, der mir auch sagen kann was es kosten wird. So langsam kann man verzweifeln...vor allem die Kosten der Innendämmung halte ich für sehr hoch wenn man es machen lässt bis zum Endputz. Vieleicht lasse ich mir noch ein alternatives Angebot machen..
Der U Wert Rechner ist Interessant jedoch finde ich keine Einstellungen für meine Belange...Fachwerk Fermacell ect.
Grüße aus dem Bergischen



Dämmungsfragen



meinst Du mit Klaus Fischer den Konrad Fischer? Gibt es einen Link zum Interview? Das System Holzfaser/lehm/Wandheizung ist hundertfach erprobt. Lies mal einige Beiträge vorher, hat der Lehmbauer Marc einige Kommentare geschrieben, den kannst Du mal anrufen. Oder Du googelst nach Lehmhandwerk Udo Mühle in der Lausitz, Sohland an der Spree.



Kosten



Nach den Kosten von Lehmputz, Innendämmung etc. habe ich hier schon 1000x gefragt, da ist keine Antwort gekommen. Wenn du was rauskriegst, bitte ich um Rückmeldung.



Fachwerk mit Fermacell Innendämmung



Hallo,

ja richtig Konrad Fischer, wahrscheinlich der Schreck der Wärmedämm Branche ;-))


VG
Erdmann



Mal lesen...



https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/der-daemmskeptiker-konrad-fischer-wie/



Innendämmung erneuern?



Sicher ist Fermacell mit EPS suboptimal als Innendämmung.
Wenns funktioniert ist zumindest aus ökologischen Gründen ein Abriß nicht sinnvoll.

Wenn wegen der Außenverkleidung Schlagregenschutz gegeben ist, evt durch Besonnung Rückdiffusion möglich ist kann so etwas durchaus schadensfrei sein.

Ich würde an kritischen Bereichen wie Eckständern, Schwellen etc die Holzfeuchtigkeit auch im Winterhalbjahr messen.
Ist diese unter etwa 20 % ist die Situation unkritisch- wiederkehrende Überprüfung trotzdem sinnvoll.

Fermacell nimmt als sorptives Material gut Luftfeuchtigkeit auf und gibt diese bei niedrigerer Feuchtigkeit wieder ab.

Bei evt begrenzten Finanzen erst einmal auf andere Baustellen konzentrieren-
bei Bedarf können die Wände immer noch saniert werden.
Zellulose könnte mit entlüfteten Düsen auch in schmale Hohlräume eingeblasen werden, sodass eventuelle Fechtigkeit davon aufgenommen werden kann.

Wie gesagt- zuerst messen,
ggf dauerhaft Meßpunkte anlegen und
wer relativ sicher gehen will könnte die Situation mit instationären Verfahren rechnerisch überprüfen.
Luftfeuchtigkeit mittels Hygrometer festsellen und durch Lüftung oder kleine dezentrale Lüftungsanlage im schadensfreien Rahmen halten.



Fachwerk mit Fermacell Innendämmung



Hallo,

war gerade nochmal im Haus und habe Löcher in die Fermacell gesägt und Feuchtigkeit gemessen. An einer Ecke in der Küche wurden direkt auf der Oberfläche 14% Feuchte gemessen. (Das Haus ist seit einem Jahr nicht bewohnt) Dahinter 8% im Lehmbereich. Das Erdreich außen dahinter ist erhöht und auch die Wand ist beschattet durch Pflanzen. Und ich denke der Lehm hinter der Fermacell regelt den Feuchtigkeitshaushalt. Der war Staubtrocken. Im Obergeschoss wurde Außen nur 8% Feuchte gemessen und Innen im Lehm 4%. Bin nun beruhigter da auch keine Spuren von Schimmel zu sehen ist. Ich werde diese Situation beibehalten und beobachten unter anderem wie empfohlen mit Messgeräten. Die momentane Luftfeuchte beträgt in der Küche 52% bei ca.20°C....alles Gut der Lehm sorgt für den Ausgleich. Ich werde die Fermacell Platte lassen schliesslich sind die schon zig Jahre verbaut. Muss halt nur aufpassen wa wir am Klima ändern z.b Fenster ect...

Danke euch allen für die Hilfen
Sascha Erdmann