alle holzbalken defekt

08.02.2009



unser haus besteht aus einem kleinem Haupthaus aus Stampflehm ca. 63 cm dick mit einem teilausgebauten Dach und einem großen Anbau auch aus stampflehm und teilweise Ziegel im erdgeschoß, im ersten obergeschoß bisher nicht sichtbares Fachwerk mit teilweise ziegel oder lehmsteinen ausgefacht, der Putz bestand auch teilweise aus Lehm oder zement, darüber teilausgebautes dachgeschoß. wir sind am Entkernen und haben an allen außenwänden defekte Holzbalken endeckt, die ziegel sind an mehreren stellen kaputt-wir haben hausschwamm, Pilzbefall und "insekten", eine holzschutzgutachterin war zur Erstbesichtigung schon vor ort, wir warten auf ihr angebot bezüglich Gutachten und sanierungsmöglichkeiten. hat schon jemand Erfahrung mit einem Abriss des obergeschoßes und Neuaufbau ohne fachwerk, das erdgeschoß ist soweit in ordnung und wird auch mit lehm wieder saniert. geht das von der statik, wir wollen die optik des hauses nicht verändern. Denkmalschutz besteht nicht,



Schadensbestimmung



Hallo
wichtig ist eine genaue Kenntnis der Schadensursachen um gezielt handeln zu können.
Meist sind falsche Baumaterialien von vorhergegangenen Sanierungen der Grund für die Schäden und nicht das vermeintliche Alter oder "schlechte, alte Bausubstanz"!
Sperrende Putze, falsche Beschichtungen, "gutgemeinte und neuartige Supermaterialien" sind oft das Ende alter Häuser.
Leider!
Gute Analyse in Bezug auf die alten Bautechniken sind das A und O der Sanierungsvorschläge.
Im Grunde ein komplexes Thema - gerade bei Lehmbauten und alten Konstruktionen.
Ein Auswechseln von Schadhölzern ist machbar.
Ob man das OG als Fachwerk oder als Massiv (wie auch immer die Konstruktion aussehen soll) wird letztlich nach genauer Konzeption entscheidbar sein!

Bei Fragen oder Beratungsbedarf - mail.

gutes Gelingen

FK



Lehmwände



sind als tragende Bauteile nicht zugelassen, deshalb müssen die tragenden Funktionen durch andere Konstruktionen übernommen werden. Früher war das in der Regel eine Holzkonstruktion (Fachwerk). Wenn das EG in dieser Bauweise errichtet wurde, wird es wohl äusserst problematisch, eine andere tragende Bauweise zu wählen. Mauerwerk und Beton dürften aus Gewichtsgründen entfallen, damit bliebe vielleicht noch ein Stahlfachwerk.
MfG
dasMaurer



Manches mag noch gehen...



Bei genauerem Hinschauen ist manchmal mehr zu retten, als man ursprünglich geglaubt hat. Selbst bei sehr krassen Fällen geht manchmal noch was. Bei einem ähnlichen Gebäude in der Nähe von Bad Düben habe ich vor ein paar Jahren ca. 20% der Hölzer nur erhalten können, die wir an einer Gebäudeseite zusammengefasst haben, der Rest wurde in neuem Fachwerk nach altem Vorbild errichtet.
Neubauvariante zu sowas kann auch ein Holzrahmenbau sein (Vorteil geringes Gewicht, hervorragende Dämmeigenschaften und Möglichkeit das Aussehen nicht allzu stark zu verändern).
Grüße aus der Leipziger Innenstadt
Martin Malangeri



Soweit ich informiert bin,



wurden die alten Lehmbaunormen wieder in Kraft gesetzt und einige ausgewählte Statiker dürfen Lehm wieder als tragendes Material einsetzen. Ein Aufbau in Holzrahmenkonstruktion sollte also möglich sein und ein Statiker vor Ort sollte in der Lage sein, die erforderlichen statischen Probleme, unter zu Hilfenahme eines für den Lehmbau zugelassenen Büros, das Problem klären können.
Federführend in Lehmbauweisen ist Professor Minke an der Uni in Kassel.