Fachwerk Kniestockerhöhung

08.03.2020 MatthiasH



Hallo,
unser Fachwerkhaus hat ein Erdgeschoss mit Deckenhöhe 2,40m und ein ausgebautes Dachgeschoss mit einer Deckenhöhe von nur 2,00m.
Aus diesem Grund möchten wir eine Kniestockerhöhung um ca. 80cm vornehmen und dazu ein neues Dach aufsetzen.
Ich habe hierzu eine Verständnisfrage - wie erfolgt denn technisch eigentlich eine Kniestockerhöhung für ein Fachwerkhaus? Ich nehme an "Aufmauern" auf Fachwerk kommt sicher nicht in Frage, oder?
Wird dann vom Zimmermann mit Gebälk die Wand erhöht? Was geschieht mit der ehemaligen Geschossdecke, die ja auch angehoben werden muss - muss die dann auch komplett erneuert werden? Oder übernimmt der neue Dachstuhl die statische Funktion?
Keine Sorge - natürlich werden wir einen erfahrenen Architekten damit beauftragen - mich interessiert das aber vorab schonmal da ich mir momentan das Ganze noch nicht richtig vorstellen kann.
Danke für hilfreiche Infos!



Skizze



ich verstehe gerade noch nicht, wieso im DG nur eine Raumhöhe von 2 m vorhanden ist. wird dies durch eine Kehlbalkenlage begrenzt oder ist der First so niedrig ? Möglichkeiten der Erhöhung gibt es viele, am einfachsten wird wohl eine andere Dachform sein. Die Frage ist, ob sich der finanzielle und bauliche Aufwand lohnt.



Skizze


Skizze

Die Raumhöhe ist nun wie sie ist. Warum sie so ist, kann ich auch nicht sagen; das wurde halt historisch so gebaut, die Bauherren sind seit 100 Jahren tot :-)

Ich habe eine Querschnittszeichnung angehängt, vielleicht hilft die beim Verständnis?

Meine Frage war ja allgemeiner Natur - gibt es irgendwo vielleicht Beispielfälle o.ä. wo jemand sowas schonmal gemacht hat und man es hier im Forum, im Internet oder sonstwo nachlesen/anschaun kann? Ich konnte bisher leider nicht wirklich was dazu finden...

Danke&Ciao



Raumerhöhung



ich könnte mir vorstellen, aber das müßte vor Ort und anhand der Bemaßungen von Raum und Balkendimensionen geprüft und gerechnet werden, das eine Versetzung der Kehlbalkenlage nach oben um 30cm schon ausreicht.



Kehlbalkenlage Erhöhung



Hallo,
darüber haben wir auch schon nachgedacht - gibt aber eine Reihe Gegenargumente warum wir lieber ein neues Dach aufsetzen möchten:
- Weitere Erhöhung Kehlbalkenlage würde bedeuten dass die Wohnfläche sich nur geringfügig erhöht weil die Dachschräge sehr tief sitzt und nur ein vergleichsweise geringer Bereich im Inneren der Etage dann die Raumhöhe noch erreicht, der Rest wäre Dachschräge
- Dach ist wahrscheinlich nicht tragfähig genug für eine ordentliche Dämmung (aktuell gibts garkeine Dachdämmung), so dass sowieso umfangreiche Dacharbeiten gemacht werden müssten - dann machen wir es lieber gleich neu und gescheit
- Dach bedeckt aktuell 2/3 des Hauses, wir planen aber noch einen Anbau und würden dort ein Problem mit unterschiedlichen Firsthöhen bekommen
-...

Aus diesem Grund war die Überlegung des Architekten ja, lieber auf eine Kniestockerhöhung zurückzugreifen. Mir ist hier als Laie nur nicht klar ob das dann auf dem Fachwerk oben aufgemauert wird (was ich mir eignetlich nciht vorstellen kann), oder ob hier das Balkenwerk erhöht wird, und wie das dann genau funktioniert bzw. wie umfangreich hier in die Balkenstruktur eingegriffen würde...
Hat hierzu jemand hilfreiche Infos?

Danke&Ciao



Dachneubau



Hallo Matthias, mir ist noch nicht ganz klar, was Du nun vom Forum hier erwartest.? Wenn es Dir um Erfahrungsaustausch geht: Wir haben Erfahrungen mit Dachumbau. Und da sah es so aus, dass sich der Architekt gewünscht hat, in Ruhe seine Arbeit zu machen. Wir haben im erzählt, was wir wollen, welche Vorstellungen wir haben, die mußten wir dann etwas korrigieren, weil ja auch die Gemeinde noch ein Wort zur Ansicht mitzureden hatte und es statisch nicht ganz so umsetzungsfähig war. Die übrige Arbeit, also Art und Weise der Umsetzung, Statik usw. ist dann Aufgabe des Planers und dem solltest Du dann auch vertrauen.



Verständnisfrage



Ich versuchs doch nur zu verstehen...
Also dann stelle ich meine Frage nochmal ganz anders:

Für eine rein hypothetische Kniestockerhöhung in einem rein hypothetischen Fachwerkhaus, wie würde man die durchführen? Die Wände aufmauern (ja/nein)? Oder die Wände irgendwie vom Zimmermann mit Balken erhöhen lassen? Wenn letzteres, wie macht man es dann mit dem bestehenden Decken-/Kehl-gebälk, das hat eine statische Funktion, oder? Wird die dann von einem rein hypothetischen neuen Dach übernommen?

Danke :-)



Hypthesehype



ganz hypothetisch wird niemand auf einen Fachwerkrähm eine Aufmauerung machen. Also wird es auf eine Erhöhung auf Fachwerkbasis hinauslaufen. Und da gibt es verschiedene Lösungsmöglichkeiten, die bei soviel hypothetischen Gegebenheiten nicht qualifizierbar sind. Mehr läßt sich dazu hier nicht sagen.