Fachwerk nach innen isolieren

14.12.2009



Isolierung von Fachwerk an der Innenwand.

Ich habe viel gehört über das kaputt Restaurieren von alten Fachwerkhäusern, daher will lieber vorm ersten Handschlag nachfragen.

Mein Haus ist um 1900 erbaut mit 14x14 Kanthölzern. Ich wäre sehr dankbar über eine kompetente Empfehlung der Isolierung nach innen.
Ich dachte an ein Ständerwerk für Gipskarton und dazwischen Mineralwolle.
Sollte auch hier eine Dampfsperre rein? Alles Außenwände.

Was kann bei Schlagregen passieren, sollte sich irgendwo mal ein Spalt im Fachwerk bilden. Was vorher auch nach innen trocknen konnte soll nun nicht faulen. Was wäre da bei der Isolierung zu beachten?

Schon mal vielen Dank für Eure hilfreichen Tips.



Innendämmung



Innendämmung bei Fachwerk ist eine diffizile und technisch anspruchsvolle Angelegenheit, sowohl vom planerischen als auch von der Ausführung.
Ob es
a)überhaupt einbaufähig
und
b)sinnvoll ist,
sollte ein Fachmann vor Ort prüfen.
Z. B. bei einem zweiseitig eingebauten Haus käme nur die Straßenseite für eine Innendämmung in Frage, hier sollte man den Sinn einer solchen Maßnahme grundsätzlich hinterfragen.

Eine Vorsatzschale mit Mineralwolledämmung empfehle ich Ihnen nicht.
Es gibt hier je nach Bewitterungssituation des Fachwerkes erhebliche Gefahren durch Nässeakkumulation im Fachwerk.
Wenn dazu noch Verarbeitungsfehler bei der Dampfsperre kommen, wird es gefährlich.
Dazu kommen noch die geballten Probleme beim Anschluß an Decken, Innenwänden, Fensterlaibungen usw.
Deshalb ist das schon für Profis riskant, für Sie als Laien mängelfrei nicht lösbar.
Besser praktikabel sind Innendämmungen aus Holzweichfaserdämmungen in Kombination mit Lehmputz.
Auch das ist keine Heimwerkerlösung, sondern etwas für den Profi.
Innendämmungen auf Mineralschaumbasis sind bei Fachwerk vom konkreten Fall abhängig und bedürfen ebenfalls professionellem Wissen und Erfahrung.
Sie sind nichts für Laien.
Sie sollten sich also professionelle Beratung ins Haus holen.
Dann lohnt es sich auch über eine Gesamtkonzeption nachzudenken und nicht nur einzelne Insellösungen voranzutreiben.
Das kann kontraproduktiv wirken.

Viele Grüße



Die Erfahrungen



der letzten Jahre haben gezeigt, dass Vorsatzschalen mit Mineralwolldämmung eine ziemlich sichere Methode sind, ein Fachwerk zu ruinieren.
Systeme, die Homogen(also hohlraumfrei), diffusionsoffen und kapillar leitfähig sind, sind hier geeignet, weil das bisherige und bewährte bauphysikalische System grundsätzlich erhalten bleibt.
Moderne Lehmsysteme können das leisten und sind auch für den geschickten Heimwerker unter fachlicher Anleitung realisierbar.
Sinnvoll ist es, einen kompletten Sanierungs- und Renovierungsplan zu machen, um Fehler und doppelte Arbeit zu verhindern.
MfG
dasMaurer



Nadelholz Fachwerk mit CELLCO WDL



Vielen Dank für die Antworten!!

Nun habe ich einen ganzen Tag gelesen und bei der
Firma Haacke bin ich auf das Produkt CELLCA gestoßen.

Ich hoffe man darf hier einen Link setzen:
http://www.haacke-cellco.info/fileadmin/haacke_cellco/download/Haacke_Nadelholz_Fachwerk_14cm.pdf

Ich habe mir auch 2 Bücher zum Thema Sanierung Fachwerk - Innenausbau bestellt und werde mich lieber vorm ersten Handschlag belesen. Auch eine Fachfirma werde ich mit ins Boot holen.

Falls jemand eine solche empfehlen kann, das Haus steht auf Usedom.

Danke!



Das



Material ist mir bekannt. Zum Einbau brauchts auf jeden Fall ein maschinelles Verdichtungsgerät, mit der Hand wird das nix.
MfG
dasMaurer



Dämmlehmplatten



Wie sieht es bei der Verwendung der Dämmlehmplatten aus?

http://www.haacke-cellco.info/fileadmin/hee_cellco/downloads/Haacke_Waermedaemmlehm-Platte.pdf

Hier sollte das Material ausreichend von Herstellerseite verdichtet sein.



Cellco (Stampflehm)



also das Cellco-Zeug zum einstampfen macht sich wirklich gut, wenn man mal von den schmerzenden Handgelenken vom Stampfen absieht. Im Selberbauer Bereich kann man das auch mit Hand einstampfen, geht ohne Probleme, dauert nur seine Zeit. Nie mehr als 10 Zentimeter einfüllen, weil sonst verdichtet man nicht genug. Allerdings für Profis oder ganze Häuser im Stück wäre mechanische Hilfe denke ich sinnvoll. Unsere Arbeitsleistung war eine 5 m lange und 2,30 hohe Wand in anderthalb Tagen incl Schallungsbau. Allerdings lag auch alles bereit und mit 3 Mann (incl. einer begeisterten Frau)

der Schwiegerhausbauer