Fachwerk innen dämmen - warum keine Luftschicht

24.10.2015 Maass Edgar



Hallo
ich möchte ein Fachwerkhaus innen dämmen.
Mein Plan (von aussen gesehen):
-14 cm Fachwerk
-Luftschicht - ca. 2 cm
-Dämmung (Mineralwolle)
-Rigips

-Die Luftschicht sollte von Fussboden bis Decke gehen, unter dem Dach austreten (Raumhöhe ca. 4 m)
-Für das Kondenswasser möchte ich unten eine Möglichkeit zum Abfluss machen

Habe mich durch das Forum durchgelesen, aber nicht verstanden, warum das heutzutage nicht empfohlen ist und stattdessen Lehm, Holzfaserplatten empfohlen werden.
OK, Lehm / Holz können das Kondenswasser besser sammeln, aber wie wird es dann wieder abgeführt?

Warum ist die Lösung mit der Luftschicht verpönt? Wenn das Kondeswasser irgendwie weg kann (über den Boden / über die Luftschicht), dann dürfte das Fachwerk doch nicht darunter leiden.
Kann mir jemand helfen?
Danke!



Modell



Stell dir eine Isolierglasscheibe mit einem Riss im innerer Glas vor. Feuchte Luft dringt ein und kondensiert an der äußeren Scheibe, die dann lange feucht bleibt. Das Wasser kann, wenn überhaupt, nur sehr schwer wieder aus dem Zwischenraum entweichen und bleibt lange darin. Nur mit einer guten Hinterlüftung kann die Feuchtigkeit abtrocknen.

Ohne Hohlraum verteilt sich die Feuchtigkeit im gesamten kapillar aktiven Material und diffundiert wieder an der Außenseite ab. Dies im Idealfall sowohl über die Außen- als auch die Innenseite der Wand. Damit gibt es keine kritische Feuchtigkeit am Holz.

Wissenschaftlich ist das zwar nicht, aber einfach einmal um das Prinzip zu verdeutlichen. Nach dem Bauprinzip sollte zwar eine Dampfsperre den Feuchtigkeitseintrag von innen vermeiden, aber leider scheint da die Praxis nicht der Theorie zu folgen, da eine absolut dichte Dampfsperre im Fachwerk nur sehr schwer zu realisieren ist.

https://www.u-wert.net/innendaemmung-von-fachwerk/
https://www.u-wert.net/innendammung-mit-holzfaserdammplatten-und-lehm-tauwasser/



Danke



für die Info und die weiterführenden Links.