Fachwerk im Odenwald

28.12.2018 missmuffin



Kurz die Vorgeschichte:
Seit meinem 8ten Lebensjahr ist mein Ziel diesen kleinen Fachwerkhof zu besitzen. Im August 2018, 41 Jahre später, war es mir erst Möglich meinen Traum um zu setzen und diesen kleinen Hof zu kaufen.
Leider haben unter dem Vorbesitzer viele Mieter sehr viel notdürftig geflickt.
Es ist nur noch Teilfachwerk übrig, viel Gestückel und Gepfusche.
Ich lese schon lange hier im Forum mit und versuche sinnvoll zu planen.
Als Zeitrahmen habe ich mir 10 Jahre gesetzt.
Angefangen mit Gutachtern, Statikern und Zimmerleuten.
Schlimm ... mein Hof gibt alles her was das Herz begehrt ... es gibt Gutachten von Abreißen bis hin zu * halb so schlimm *.
Nach anfänglichem Verunsichern habe ich beschlossen das Projekt mit Hirn, Herz und Verstand an zu gehen.
Gebaut wird von unten nach oben also saniere ich von unten nach oben.
Das Haupthaus ist halbseitig in den Hang gebaut.
Sandsteinkeller in Lehmboden. Zustand immer zwischen feucht bis nass.
Die Fugen wurden geleert und neu verfugt, ein Ablauf für Standwasser geschaffen.
Decken in den ersten Stock gibt es alles was das Herz begehrt, Betondecken, Eicheholzbalkendecken, Gewölbedecken.
Zumindest ist es so getrennt das es noch Holzdecken hat mit anschließendem Fachwerk, dort wo das Fachwerk entfernt wurde und mit den wildesten Steinsorten gemauert wurde gibt es Betondecken.
Die Holzbalken waren alle in Ordnung, allerdings musste der verblieben Fuß- / oder Sockelbalken ausgetauscht werden. Gefache herausgenommen, Teilgebälk erneuert und mit Lehm wieder ausgearbeitet werden.
Der Aufbau auf den Bodenbalken musste komplett erneuert werden da sich in der Schüttung langschwänzige Vierbeiner eingenistet hatten.
Und gerade fehlt mir der klare Weg zum weiter machen, deshalb benötige ich Hilfe ..
Die Decke in den zweiten Stock ist durchgehen Holzgebälk, auf welchen mein Spitzdach verankert ist.
Da die Rückseite des Hauses keinen * Schutzkasten * ( Fachausdruck fehlt mir auf die Schnelle ) um die überstehenden, aber angeflanschten, Dachsparren hat, ist gut sichtbar das Deckenbalken sowie Dachsparren vom Wetter angegriffen sind.
Der erste Stock sitzt im Spitzdach welches auf dem Paterre aufliegt, hoffentlich ist das verständlich.
Und genau hier kann ich die Reihenfolge nicht mehr klar sortieren.
Muss ich denn jetzt das Spitzdach, welches den ersten Stock und den Dachboden beinhaltet komplett runternehmen um eventuell auch den ein oder anderen Deckenbalken auszutauschen?

Und bevor es jetzt geschimpfe gibt!
Nein, ich möchte weder billig vor mich hin murksen noch möchte ich einen Fachmann umgehen !!
Ich möchte lediglich eine Idee haben von dem was Sinn macht und worum es geht bevor der nächste * Fachmann * auftaucht und mein Unwissen, zum Teil willenlos, ausnutzt.

Für Ideen und Anregungen wäre ich super dankbar!!

Liebe Grüße aus dem Odenwald, madison



Frage?



Also ich werde aus der Beschreibung nicht ganz schlau. Du hast bereits alle möglichen Leute gefragt und ansehen lassen und bist jetzt verunsichert was du machen sollst.

Hier im Süden heißt es immer vom Dach anfangen. Also von oben dicht und schauen, dass auch die Dachentwässerung in Ordnung ist. Dann kann man anfangen. Während des Ausbaus muss also alles trocken sein. Oft sind nach Sanierung der Regenableitung auch die Keller trocken.

Sandsteinkeller in Lehmboden sollte eigentlich trocken sein. Lehm lässt kein Wasser durch und ein alter Hof sollte eigentlich nicht in wasserführenden Schichten gebaut worden sein. Ich würde da auch wieder schätzen dass Regenwasser oder eine Abwasserleitung die Feuchtigkeit im Keller erzeugt. Also im Winter gut Lüften und evtl. wenn es wärmer wird einen Luftentfeuchter aufstellen. Evtl. Oberflächenwasser durch einen Graben um das Haus herum leiten.

Einzelne Balken können in der Regel immer abgestützt werden und dann getauscht werden. Ich würde das mit einem Zimmermann machen, da die Sicherung schon geplant werden sollte. Ohne statische Kenntnisse ist das lebensgefährlich.

Auch im Dach kann vieles repariert werden. Ich hatte jedoch auch mehrere Diskussionen mit dem Zimmermann, der meine alten Eichensparren auswechseln wollte, weil die nicht ganz gerade waren und teilweise unter 10 cm hatten. Da ich die Balken erhalten wollte hat er eben neue Sparren daneben ergänzt.

Ich habe meine Planung weitestgehend selber gemacht und mir für die jeweiligen Arbeiten dann Fachleute geholt und mit denen die Planung entsprechend angepasst. Wenn aber wie bei dir doch sehr viele unterschiedliche Probleme zusammenkommen, würde ich empfehlen einen Planer zu nehmen und dann auch für die Planung das Geld ausgeben. Das ist bestimmt sinnvoller als ohne Übersicht ein so komplexes Projekt anzugehen.