Fachwerk "Schwärzen" ?, wie Ausmauern ?, und noch mehr Fragen....

08.10.2008


Moin und Hallo

Mein erster Beitrag hier und gleich viele, viele Fragen...
Noch eins vorweg, ich bin ein bautechnischer Laie.

Wir befinden uns gerade in der Bauphase für ein Einfamilienhaus. Bitte nicht hauen, aber das Fachwerk wird nur "vorgeblendet" (Eichenholz 12 x 10). Der Rohbau steht bereits. Die Wände wurden mit 36,5er Porenbetonsteinen hochgezogen. Nun soll das Fachwerk wie in der Bauzeichnung vorgesetzt werden. Dazu habe ich folgende Fragen.

Obwohl uns einige Bauleute u. Bekannte mitgeteilt haben, dass sie das Fachwerk eher ausklinkern würden (...damit habt ihr euer Leben lang Ruhe und müsst nicht die Fassade streichen...) und sie uns damit auch ganz schön verunsichert haben, habe meine bessere Hälfte und ich uns für das Ausmauern + weißen Putz entschieden. Uns gefällt halt der Kontrast von schwarzen Balken und weißem Putz am besten.
Der Hausbau erfolgt über die Familie (Tischlerei/Zimmerei Hoch/Tiefbau). Schwiegervater hat zwar schon etliche Häuser gebaut aber mit dem Fachwerk wird zum Teil Neuland betreten.

1. Unser Eichenholz fürs Fachwerk ist unbehandelt.Womit kann man am besten eine dauerhafte "Schwarzfärbung" erreichen?

2. Sollte zwischen Fachwerk und Porenbetonwand eine Luftschicht gelassen werden? Und wenn ja, wieviel? Geplant ist eine Luftschicht von ca. 2cm.

3. Womit sollen die Gefache am besten ausgemauert werden?
Porenbeton, Hartbrenner, alte Backsteine??? Tendenz geht zum Porenbeton, da am einfachsten. Alternativen sind jedoch möglich.

4. Womit sollten die gemauerten Gefache verputzt werden?? Wie erhält man am besten möglichstlange eine weiße Fassade?
Lehm/Kalkputz??? Fassadenfarbe ja/nein welche??

Ich bedanke mich schon mal im voraus für eure Tips.

Gruß Schiller





Hallo,

ein wenig Schläge gibt es doch: dafür, daß in solch ahistorischer Weise gebaut und konstruiert wird. Aber wenn der Zierat schon sein muß, sollte er auch länger halten. Also der Reihe nach:
1. Ihr wahrscheinlich schlagfrisches Eichenholz wird noch einiges schrumpfen (das heißt schwinden). Dann wackeln alle Gefache.
2. Es kommen vorzugsweise weichgebrannte Steine in Frage, die Feuchtigkeit, welche mit Sicherheit über die Fugen eindringt, vom Holz wegziehen. Alles hartgebrannte, wie Klinker, läßt die Feuchtigkeit dort, wo sie ihr zerstörerisches Werk anrichten kann.
3. Um das Wackeln zu verhindern, sind die Ständer mit Dreiecks- oder trapezleisten zu beschlagen, die Ziegel anzuschneiden, damit die Sachen ineinander greifen.
Ebenso muß nach einer gewissen Zeit die Anschlußfuge neu verfugt werden. Dafür braucht es quellfähigen und elastischen Mörtel, z.B. einen NHL 2 mit Traßzusatz, sonst haben Sie ein Fachwerk mit vielen Bewässerungsöffnungen.
4. Die Fuge muß geschlossen werden, geeignet sind Lehm (billig)Kalkmörtel oder eine Weichfaserplatte.
5. Wenn Sie dem Holz was gutes tun wollen, lassen Sie es naturfarben. Ein auf 100 Grad aufgeheiztes Holz lebt nicht so lange.
6. Als Putz bietet die Industrie Fertigmischungen aller Art.
Wenn Sie aber eine "handgemachte" Optik mögen mit Kellenschlägen und Unebenheiten, empfehle ich einen Stukkateurmeister hinzuzuziehen.
Für Selberputzer: Man kann auch einen Romankalk mit Marmormehlzusätzen verwenden und abschließend noch mit Silikatfarbe streichen. das wird sehr weiß.

Grüße vom Niederrhein



... nur eine Empfehlung



das Holz sollte trotzdem ausgesättigt sein, dann
wird es ihm gut gehen... ich würde es denkmalgerecht mit naturreinem Leinöl und Leinölfarbe oder wenn´s nicht deckend sein soll, mit einer Leinöl-Lasur (gegen Wetter bzw. als UV-Schutz)restaurieren. So könnte es dann aussehen.

LG in den Norden
Christine Siebert



Potemkinsches Fachwerk



Als Nachtrag von mir:
Bei der Befestigung des Ständerwerkes am Gasbeton daran denken, das der Gasbeton sich noch einige Monate nach Fertigstellung verformt (Kriechen und Schwinden). Die Befestigung sollte danach ausgewählt werden.
Ich empfehle Kalkputz für den Zwischenraum.
Über einen vorbeugenden chemischen Holzschutz im Bereich der Innenfuge werden Mitglieder der Holzfraktion mehr sagen können.
Dann solltet Ihr die Aufteilung des Fachwerkes noch mal überarbeiten.
Wenn schon Fake, dann auch mit üblichen Proportionen und nach den Regeln des Fachwerkbaues; also die Brustriegel auch in die Leerfelder setzen, Brüstungshöhen anpassen, Bügen anordnen, die schmalen Gefachfelder über Fenster und Tür weglassen bzw. mit Holz auffüllen usw.

Das ist meine rein subjektive Meinung, aber auch ein wenig die des Wertermittlers.

p.s. Meine Abstinenz im Forum lag daran, das ich mich in den letzten 14 Tagen an den Schlössern der Loire und den Weinbergen der Cote d´Or herumgetrieben habe.

Viele Grüße




Eichenholz-Webinar Auszug


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