Bauschäden an Fachwerkhäusern

14.06.2007


Hallo,
ich bin neu hier (lese aber schon eine Weile mit) und plane innerhalb der nächsten ca. 2 Jahre zu bauen. Da mir Fachwerkhäuser sehr gefallen und Lehm ein interessantes Material ist (und ich bei Renovierungsarbeiten auch schon ein wenig Erfahrung damit gesammelt habe) überlege ich, ob es nicht ein Fachwerkhaus mit Leichtlehmwänden werden soll.
Die meisten Beiträge hier handeln von alten Fachwerkhäusern und deren Bauschäden. Das vermittelt natürlich den Eindruck, dass an solchen Häusern besonders viele Schäden auftreten. Ein vergleichbares Forum für Ziegelhäuser habe ich nicht gefunden. Was sagt Ihr dazu?
Weiterhin: für Ziegelhäuser oder Fertighäuser gibt es Komplettanbieter, die die Organisation übernehmen. Für Fachwerkhäuser mit Lehmwänden gibt es so etwas nicht. Wie plant man so ein Projekt, ohne dass einem während des Baus die Kosten davonlaufen oder die einzelnen Gewerbe sich bei Garantiefällen gegenseitig die Schuld geben?
Insgesammt muß ich die Kosten schon sehr im Blick behalten, es soll also gut und preiswert werden.



Hoch das Zimmererhandwerk.



Nun denn herzlich willkommen, Oliver.
Du schreibst schon richtig: "Die meisten Beiträge hier handeln von alten Fachwerkhäusern und deren Bauschäden"
Alte Häuser benötigen Pflege und Fachwerk sowieso.
Das heisst aber nicht, das umgekehrt alte Massivbauten keine Schäden haben können, außerdem tauchen hier in den Beiträgen auch sehr häufig Probleme mit Massivbauten auf, die in der Beantwortung weder ignoriert noch geschmäht werden *grins*.
An sich gibt es einige andere Bauforen, in denen auch Ziegelbauten auftauchen, aber vergleichbar ist wohl keines mit einem anderen: andere Schwerpunkte, andere Akzente, manchmal Überschneidungen bei den Usern...
Mit Google stösst Du schnell auf Fertighausanbieter, die tragende oder vorgeblendete Sichtfachwerkhäuser im Programm haben, was jetzt davon zu gebrauchen ist und was nicht, entscheidet die Sorgfalt des Anbieters.
M. E. muß ein neuer Fachwerkbau heutzutage fast genauer geplant werden, als so mancher Massivbau weil die Anforderungen, die moderne Bewohner an sein Gebäude stellt ab einem bestimmten Punkt eine Sichtfachwerkonstruktion vor große Probleme stellt.
Alles andere ist Geschmacksfrage. Persönlich finde ich sanierte Fachwerkhäuser klasse, mit Neubauten in klassischem Fachwerk habe ich so meine Probleme, will da aber auch nicht alles verdammen.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



fertighausanbieter Fachwerk



Hallo Martin,
danke für Deine Antwort. Ja, einige Anbieter habe ich natürlich auch schon gefunden. Diese bauen Fachwerk, fachen dann aber komplett mit Isolierstoffen aus oder fachen mit Ziegeln aus und bauen dann Isolierschalen dahinter. Das erscheint mir nicht besonders positiv, vor allem sehe ich da keinen Vorteil gegenüber der üblichen Fertighausbauweise (außer der Optik). Ich möchte einen möglichst einfachen Wandaufbau, und da gefällt mir die in Schalung eingebrachte Leichtlehmausfachung deutlich besser, da der Wandaufbau homogen ist. Wie sich diese Bauweise auf die Kosten auswirkt, kann ich noch nicht sagen, dazu müßte man sich mal ein Hausbeispiel anbieten lassen. Aber wie, wenn man keinen Komplettanbieter findet?
Letzte Frage: warum hast Du Probleme mit neu gebautem Fachwerk? Objektive Probleme, oder weil dadurch der subjektive Wert des mühsam ausgebauten alten Hauses irgendwie geschmälert wird (was ich nicht so sehe!)?



Welchen Weg will man gehen...?



Die Einhaltung von versch. Bauvorschriften, EnEv (Energieeinsparverordnung) usw. bei gerin gehaltenen Baukosten führen in den meisten Fällen zum Ergebnis, dass Sichtfachwerk in Kombination mit modernen Dämmstoffen ausgeführt werden. Bei dieser Bauart liegt die tragenden Ebene außen und erschwert damit die einfache Verarbeitung heute normal verwendeter Wärmedämmebenen, für die es besser wäre, ebenfalls außen zu liegen. Will man diese Kombination so konsequent und handwerklich richtig durchsetzen ergibt sich daraus ein immenser Planungs- und Detaillierungsaufwand bei vergleichsweise hoher Fehlerquote in der Ausführung.
Die Gegenrichtung wäre die Verwendung konsequent "altmodischer" Bautraditionen und -stoffe, mit dem Nachteil, dass so genannte "Niedrigenergiehäuser" aus der Diskussion rutschen...
Abgesehen davon würde ich nicht versuchen bei einem Fertigfachwerkhausanbieter ein Haus meiner Wahl zu finden. Überschlägige Kosten, erste Ideen und ein konsequentes Einfühlungsvermögen in Deine Wünsche wirst Du eher bei einem Architekten mit Fachwerkerfahrungen finden.
Davon lümmeln hier im Forum auch ein paar herum.
Mein Problem mit neuen Fachwerkhäusern in klassischer Bauweise ist völlig subjektiv: Ich finde es sieht meistens unecht und nicht zeitgemäß aus. Wie gesagt, Restaurierungen, Sanierungen und Rekonstruktionen schließe aus dieser Denke mal aus...



Kitsch und unnötige Probleme



Guten Tag, eine Frage wie Ihre taucht regelmäßig etwa jedes halbe Jahr im Forum auf. Nochmal kurz meine Meinung:
Die heutigen Anforderungen an das Wohnen vertragen sich nicht besonders gut mit Fachwerkbau.
Wieso um alles in der Welt wollen Sie sich die im Fachwerk (es soll ja wohl Sichtfachwerk sein) planmäßige Fuge zwischen Holz und Ausfachung antun? Das Thüringer Becken liegt erfreulicherweise wenigstens in Schlagregenbeanspruchungsgruppe I. Obwohl man auch da den Einzelfall beachten muss, ich weis z. B. das in Jena auf der einen Seite der Saale oft Regen sein kann während es auf der anderen Seite trocken bleibt. Wenn es darum geht historische Substanz zu erhalten, dann muss man aus den Gegebenheiten etwas machen. Als Neubau ist das doch unnötig.
Wenn es "gut und preiswert" sein soll, wird es bei einem Fachwerkhaus schon schwierig. preiswert geht, aber ob das Ihren Vorstellungen von preiswert dann noch entspricht?...
Außerdem halte ich es für Kitsch heutzutage ein neues Fachwerkhaus zu bauen. Ich denke dass alle die beruflich mit der Materie zu tun haben immer erkennen werden, dass es ein Neubau ist. Disneyworld lässt grüßen, bloß auf qualitativ höherem Nieveau.
Wieso keine moderne Holzbauweise?
Mit freundlichen Grüßen, auch wenn Sie das nicht hören wollten Ulrich Arnold



Fachwerk-Retro, Toskana-Stil und Disneyland...........



Guten Abend,

ich schließe mich den vorher gegangenen Beiträgen an. Warum wollen Sie sich das antun?
Wohlmöglich noch in einem Neubaugebiet, neben einer Villa im Toskana-Stil! Diese Bauweise ist wirklich antiquiert, völlig unzeitgemäß und bauphyskalisch sehr problematisch.
Zum einfachen Verständnis empfehle ich Ihnen die Lektüre des
WTA-Merkblatt E-8-5-06/D Fachwerkinstandsetzung nach WTA V: Innendämmsysteme.
Zu beziehen direkt bei wta.de, irb.fraunhofer.de etc.
Dort bekommen Sie schon einmal recht gute allgemeine Hinweise über die bauphysikalischen Besonderheiten.
Da ein Fachwerkneubau nicht unter Denkmalschutz steht, greift hier auch die EnEV.
Einfacher wird es dadurch nicht.
Suchen Sie doch nach einem geeigneten Baudenkmal in gewachsener Umgebung mit altem Baumbestand. Sie erhalten damit Geschichte, Lehm, als Baumaterial, können (sollten) Sie auch dort (FW-Haus) einsetzen. Peinlich wird es außerdem nicht.
Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kibies



Bin begeistert



von meinen "Vorschreibern"!
Sprechen mir ais der Seele. Dem ist nicts hizuzufügen.
Anbei Bild von einem "offene Denkmal"!

Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Und so



sieht es jetzt aus!
Ist zwar immer noch nicht fertig, aber jeder fertige Abschnitt gibt einem ein gutes Gefühl!

Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Komplettlösung



Hallo,
wir wären so ein Komplettanbieter eines schlüsselfertigen Fachwerkneubaus mit einschaligen Wänden aus Lehm.
Wo soll denn das Bauvorhaben realisiert werden?
Viele Grüße, Christian Zeymer, Fuhrberger Zimmerei
www.fuhrberger.de



Überraschung...



Ich muß schon sagen, dass ich einigermaßen überrascht bin über die Antworten. Da muß ich noch mal nachfragen: warum tut Ihr Euch das an, alte Fachwerkbauten zu sanieren, wenn es doch eine so ungünstige Bauweise ist? Der Neubau ist übrigens nicht in einem Neubaugebiet geplant, sondern in einem Villengebiet, in welchem die meisten Häuser ganz oder teilweise Sichtfachwerk aufweisen. Das Bauaumt verlangt eine der vorhandenen Bebauung angepaßte Bauweise, wobei es natürlich kein Fachwerk sein muß.
Das "alte Fachwerkhaus im Grünen mit alten Bäumen etc." kommt nicht in Frage, da wir nicht aufs Land ziehen und dann jeden Tag mit dem Auto in die Stadt fahren, Kinder shutteln etc. wollen. So gern ich auf dem Lande bin, aber dafür habe ich den falschen Beruf gelernt. Ich kann meine Brötchen nun mal nur in der Stadt verdienen.
Ich habe auch wenig Probleme damit, dass ein Neubau "Kitsch" wäre, so sehe ich das nämlich nicht. Mir geht es nur darum, die für mich beste Bauweise zu finden, um unser Haus zu realisieren. Und sog. moderner Holzbau (Rahmen mit Isolierstoffen) sagt mir rein subjektiv nicht zu.

An Christian Zeymer von Fuhrberger: Ich habe mir auch Eure Website schon angesehen. Ich sehe aber auch dort: Kalksandstein, Mineralwolle, Holzweichfaserplatte etc. Außerdem sind alle Häuser im norddeutschen Stil, was natürlich nicht nach Thüringen passt. Das geplante Haus soll 2 Vollgeschosse haben, ein kaltes Satteldach mit ca. 30% Dachneigung und um die 110-120m² Wohnfläche.



was schon besteht...



soll auch erhalten bleiben. Deshalb muss ich das aber nicht neu machen. Ich kenne mich ein wenig in Jena aus, 30° Dachneigung bei Zweigeschossern erscheinen mir nicht gerade historischen Vorbildern entlehnt. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold





Hallo Herr Vidrik,
die Gefache sind ja wirklich riesig. Haben Sie Ausfachungen zusätzlich gesichert? In einem Museumsbau hatte ich mal ähnliche große Ausfachungen, da bestanden Bedenken, daß diese ausbrechen, gerade wenn Museumsbesucher sich dagegen lehnen. In einem Wohnhaus ist diese Gefahr natürlich geringer.
Mit freundlichen Grüßen

bernd Kibies



Wenn der Lehm auch zum Fachwerk passt ...



muss er aber nicht gegen Ziegel sprechen.
Nichts hindert dich daran, ein massives Ziegelhaus mit Lehmbaustoffen zu kombinieren.
Den Hang zum Fachwerk kann kann man vielleicht bei den Innenwänden nachkommen. Hier kann lässt sich sogar eine komplette Fachwerkwand aus einem Abriss noch zu Würde kommen. Ansonsten lassen Lehmsteine und -putz viele Gestaltungsmöglichkeiten zu.

Die Gebäudehülle würde ich jedoch immer nur noch in massiver Ziegelbauweise errichten. So habe ich die Chance mit Standardprodukten und -verfahren einfach und *preiswert* die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen. Es muss ja kein blasser 0815-Bau sein, mit Ideen und Varianten lassen kann man auch Charme und Charakter hervorbringen.

Mein Haus ist auch ein Ziegelbau. Mit Lehmputz und Holz habe ich dennoch einige Gestaltungselemente umgesetzt, die meinem nagelneuen Dachgeschoss abseits vom Mainstream eine eigene Note geben.



Antwort Fuhrberger Zimmerei



"...Ich sehe aber auch dort: Kalksandstein, Mineralwolle, Holzweichfaserplatte etc...."
>>>das ist der überwiegende Anteil, stimmt. Es mehren sich aber die Bauherren, die sich trauen einschalig mit Lehm zu bauen. Derzeit 4 Häuser so realisiert (Unna, Weißlirchen, Neuengronau, Kirchhorst...)
"...Außerdem sind alle Häuser im norddeutschen Stil, was natürlich nicht nach Thüringen passt. Das geplante Haus soll 2 Vollgeschosse haben, ein kaltes Satteldach mit ca. 30% Dachneigung und um die 110-120m² Wohnfläche...."
>>>Wir bauen individuell und passen unsere Architektur gerne den regionalen Gegebenheiten an. Leider wollen das viele Bauherren nicht (dann könnte ich den Auftrag natürlich ablehnen und Mitarbeiter entlassen...). Schön, wenn Sie auf authentischen Stil Wert legen. Gerne würde ich das Fachwerk für Sie planen und bauen. Einfach mal anfragen bzw. anmelden zu einem ausführlichen Gesprächstermin. Selbst wenn Sie dann nicht mit uns bauen sind die Informationen bestimmt sehr wertvoll für Sie.
Viele Grüße, Christian Zeymer



Fachwerk



Hallo,
nachdem wir feststellen mussten, dass unser Fachwerk statt 20 Prozent über 80 Prozent beschädigt ist, haben wir uns für eine Sanierung entschieden, welche Abriß und Neuaufbau beinhaltet.
http://www.holzbauweber.de/ hilft da gern, weil er auch Neubauten anbietet.





Sehr geehrter Herr Petereit,

also ich hatte Ihnen nicht das "alte Fachwerkhaus im Grünen mit alten Bäumen etc." nahe gelegt, ich hatte Ihnen auch nicht vorgeschlagen, daß Sie auf´s Land ziehen.
Ich sehe auch in keinem anderen Beitrag ähnliches, daher denke ich, daß Sie mich meinen.
Wenn Sie mich zitieren wollen, dann bitte richtig: „Suchen Sie doch nach einem geeigneten Baudenkmal in gewachsener Umgebung mit altem Baumbestand.“
Auch ich wohne in einem Baudenkmal, würde es 500 m weiter östlich stehen, würde es zum Stadtbezirk Köln-Mitte zählen. In meiner unmittelbaren Umgebung sind mir auch einige Baudenkmäler mit altem Baumbestand bekannt. Sämtliche Einkäufe (Bio-Laden, italien. Feinkosthändler, Getränke) tätige ich zu Fuß. Schulen, Kinderhorte etc. liegen wohl auch in unmittelbarer Nähe.
Nun finde ich Ihr Vorhaben im Grunde noch verwegener. In einem Neubaugebiet müßte man diese Kröte ja noch schlucken, aber nun planen Sie den FW-Neubau in einem Villengebiet, „in welchem die meisten Häuser ganz oder teilweise Sichtfachwerk aufweisen“. Ich gehe mal davon aus, daß diese Häuser z.T. unter Denkmalschutz stehen, evtl. handelt es sich auch dabei um ein Denkmalgebiet. Mir ist jedenfalls kein Villengebiet aus Fachwerk, daß nach dem Ende des Heimatstils errichtet wurde, bekannt. Gerne lasse ich mich natürlich eines Besseren belehren. Eine Gestaltungssatzung wird evtl. mind. vorliegen. Knappe Vorgaben des Bauamtes nennen Sie ja, ohne diese weiter zu hinterfragen. Da sehe ich wenig Chancen für Ihr historisierendes Bauvorhaben, denn die zuständige Denkmalbehörde dürfte dann auch ein gewichtiges Wort zur Gestaltung mitreden dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kibies



Alte Fachwerkhäuser



haben alle eine Geschichte, die es Lohnenswert machen, für die Nachwelt erhalten zu bleiben.
Aus diesem Grunde tummele ich mich hier und als Kontaktstelle in der IGB.
Natürlich ist die Welt nicht voller Enthusiasten (manche betitulieren einen auch als verstrahlt)
die sich um den Erhalt alter Kultursubstanz bemühen.
Neue Fachwerkhäuser, so sie denn als neu zu erkennen sind, sind ebenfalls ein reizvoller Anblick und auch ein Zeugnis handwerklichen Könnens!
Schlimm wird es, wenn neue Häuser durch Pseudofachwerk als Alt dargestellt werden sollen (und wie oben zitiert) neben der Villa im Toscanischen Stil stehen.
Bei unserer Entscheidung hat die Lage (Landschaftsschutzgebiet), die Grunstücksgröße (14000 m²), die Wohnfläche (nach Fertigstellung im Jahr???? ca. 270 m²) und der Zustand des Gebäudes ( total im A....) eine Rolle gespielt!
Die Entscheidungsgründe für diese oder jene Bauweise sind bei jedem verschieden und werden von mir auch so respektiert.
Habe vor kurzen ein umgesetztes Fachwerkhaus in einem Neubaugebiet bewundern können. Bei einer Grundstücksgröße, die kaum größer als die Wohnfläche ist, mit einem neu angebauten Wintergarten mit weissen Hölzern und Fenstern aus Kunststoff mit immitierten Sprossen, hat dieses Haus jeglichen Charme seines ursprünglichen Zustandes verloren!

Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik
Im Bild der Zustand des Hauses beim Kauf



@ Bernd Kibies,



die Gefache sehen nur auf dem Bild so riesig aus!
Maße ca 120x85 und die Ausmauerung ist auch mit dem Vorschlaghammer nur sehr schwer zu entfernen!
Inzwischen sind auch schon die ersten Mietnomaden eingezogen!
Im Bild: Nest eines Zaunkönigs!

Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



"historisierend"



Hallo Herr Kibies,
ja, ich bezog mich auf Ihr Posting, hatte da offenbar etwas falsch verstanden. Da das Baugrundstück nun mal schon vorhanden ist, werde ich aber sicher nicht dieses verkaufen und irgendwo anders ein neues erwerben, zumal die Lage uns durchaus gefällt. Mir war nicht bewußt, mit dem Neubau eines Fachwerkhauses "historisierend" zu sein, den Bau eines Ziegelsteinhauses bezeichnet ja auch niemand so, obwohl Ziegel auch seit Jahrhunderten in Gebrauch sind. Wie ist das dann bei Blockhäusern?
Die Vorgabe des Bauamtes ist in der Tat so wage, wie ich sie hier beschrieben habe, bei Vorlage eines konkreten Projektes gibt es sicher die eine oder andere zusätzliche Auflage oder Ablehnung.
Ich bin auch noch nicht entschlossen, diese Bauweise zu wählen, ich wollte hier eigentlich Meinungen zu Haltbarkeit, Baufehlern und Eigenschaften speziell der Bauweise Fachwerk mit Leichtlehmwand erhalten. Jegliche andere Meinungen zum Thema sind natürlich ebenso willkommen, insofern schätze ich Ihre Postings wie auch die Meinungen aller anderen Antworter, obwohl sie eigentlich nicht meine Frage beantworten.
Nebenbei gesagt: bei aller Mühe in der Konservierung alter Häuser werden diese irgendwann nicht mehr bestehen. Wenn in der Zwischenzeit keine neuen Fachwerkhäuser gebaut wurden, wird es diese Bauweise dann nicht mehr geben. Ist das für Sie in Ordnung? Ich versuche, Ihre Meinung zu verstehen, aber es gelingt mir (noch) nicht...



Jede Zeit hat ihre Bauweise



Guten Tag Herr Petereit,
wenn trotz der Erhaltungsbemühung irgendwann alle Fachwerkhäuser verloren sind ist das schade. Dennoch halte ich es für "Geschichtsfälschung" heute neue Fachwerkhäuser zu bauen. Wenn wir in hundert Jahren die Erde noch nicht zerstört haben, dann werden sich rührige Leute darum kümmern solche historischen Bauweisen, wie Porenbetonhäuser und Holzrahmenbauten zu erhalten. Obwohl doch mit Membranen bespannte Leichtkonstruktionen aus Kunststoffen, die aus einjährigen Pflanzen gewonnen werden der Stand der Technik sind. Dann wird man froh sein wenn man ein historisches Fachwerk sieht und sagen kann, das war noch vor dem Porenbeton aktuelle Bauweise. So lässt sich Baugeschichte ablesen. So weit meine Zukunftsfiktion um Ihnen meinen Standpunkt näher zu bringen. Vorschreiben, was Sie tun sollen kann und werde ich natürlich nicht. Mit freundlichen Grüßen Ihr Ulrich Arnold