Holzvertafelung auf mit strohlehm ausgefachtem Fachwerk der Nachkriegszeit mit Wärmedämmung.

22.10.2005



Hallo liebe Fachwerk-community!

Ich habe folgendes Problem:
Meine Eltern renovieren unser Haus, ich bin 17 Jahre alt, geh zur schule, bin nächste woche nicht da, wenn das gemacht wird und hab vom Bauen usw keine Ahnung.

Das Dachgeschoss unseres ansonsten aus hohlblocksteinen errichteten Hauses(seit neuestem mit 12cm Styropordämmung, gegen meinen Willen; Holzofen..) ist aus Fachwerk,15cm dicke, Eichebalken, Ausfachung: Buchenäste, Stroh-Lehm-gemisch. Soll eine Holzvertäfelung aus Duglasie erhalten.
Da unser Zimmermann beim Dach sich wohl etwas vermessen hat, hat unser planender Architekt, Diplom Ingenieur und Energieberater folgenden Vorschlag gemacht:

"Ha ja machsch halt 6er rahmenschenkel druff un Glaswolle dazwischen."~alles~

Das Fachwerk war davor von verzinktem blech verdeckt und sieht soweit so gut aus(unser Architekt hat es sich aber nicht angeschaut oder so), die Ausfachung hat sich etwas von den Balken abgelöst, sicher nicht winddicht aber naja.


Ok, nach dem was ich bis jetzt in diesem forum wie sonstwo gelesen habe scheint mir dieser Aufbau nicht ganz ideal.

Bitte sagt mal jetzt meinem Vater falls das doch nicht so gut ist kurz warum das so ist und was wir sonst machen können.
vielen Dank!

Ps: Muss nicht so genau sein, ich habe nur Angst, dass es nachher schlechter ist wie vorher.

Zusätzlich Daten: am Giebel, ~5m², Dachüberstand: circa 20cm, Südseite, Spitzboden, Dach wird noch gedämmt, wahrscheinlich normale Zwischensparrendämmung,



antwortet bitte



Ist es in Ordnung auf Fachwerk ohne Irgendwas Glaswolle zu machen und das mit Holz zu verkleiden Schimmelt das dann nicht?!

thx



dein Hilferuf ...



ist für mich etwas konfus . ich versteh nicht alles aber das wird wohl an mir liegen.
Fachwerk und Glaswolle ist genauso wie Blech und Holz und Beton und Holz und Zement und Wand für meinen Geschmack und meinen Erfahrung ist das nicht zu empfehlen.
Schadensbilder gibt es immer zu beobachten.
Da hilft auch kein Argument: "Das machen doch alle so!" ... oder "das geht billig und schnell" Wenn Feuchtigkeit eindringt in die Substanz und das macht sie von innen nach aussen und von aussen nach innen und diese Feuchtigkeit kann nicht raus - dann nimmt das Holz das vermehrt auf und wird mit der Zeit marode und kaputt

Die Tatsache mit dem 12 cm Dämmzeug wird sich auch nicht langfristig bewähren (leider wird viel versprochen und gerechnet und bezuschusst) aber ob das langfristig überdauert ist mehr asl fraglich!

Na ich will natürlich nicht dem Berater widersprechen - aber es soll da schon zu Schäden gekommen sein
(Fachliteratur: Gerner - Schäden an Fachwerkfassaden ISBN 3-8167-4690-x

mfG

Florian Kurz



???



Hallo Oliver,

so ganz habe ich Dich auch nicht verstanden. Aber ich gehe mal davon aus, dass die Vertäfelung außen an die Giebel kommt und die Blechverkleidung ersetzt.

Wieso soll dann noch die Glaswolle rein? War doch gar nicht eingeplant oder?

Ich hätte die Befürchtung, wenn die Glaswolle dirket an den Balken anliegt, dass die sich in der Glaswolle unvermeidlich sammelnde Feuchtigkeit auf Dauer die Balken angreift, die zu modern anfangen. Wenn die Glaswolle nicht an den Balken anliegt hat sie auch keine wärmedämmenden Eigenschaften, da dann die Fassade belüftet ist und wäre rausgeschmissenes Geld.

Wenn nur die Holz-Fassade rankommt, ist das eine ganz normale belüftete Fassade (wenn die Luft unten rein und oben raus kann) Den Balken tut das gut. Und ein wenig Wärmedämmung bringt es vielleicht auch. Hat aber wohl nur optischen Charakter und ist Wetterschutz für den Lehm.

Sind die Rahmenschenkel aus Metall? Halte ich insofern für riskant, da sich zwischen Rahmenschenkel und Balken Feuchtigkeit sammeln kann, die auch das Holz angreift. Hier würde ich entsprechende Kanthölzer vorziehen.

Viele Grüße
Stephan Schöne



Danke für die Antwort



Vielen Dank!
Sie haben das Problem erfasst.
Aber genauso hat das unser Stararchitekt vorgeschlagen.
Und ich habe die gleichen Bedenken.
Nur mein Vater will(?) das nicht wissen, weswegen ich hier mal Rat holen wollte, da ich leider Zweifel an Kompetenz und Interesse unseres Architekten habe.
Besteht die Gefahr auch, wenn wir statt Glas-/Steinwolle Hanffasern oder Matten nehmen (Zwischenraum zwischen Holzvertafelung und Fachwerk ausstopfen)

Aufbau: Fachwerk, Holzrahmenschenkel(6x8cm, Dämmung dazwischen),Dachlatten horizontal, Bretter als vertäfelung drüber.

Entschuldigung, das ich letzte Woche keine Zeit hatte zu schreiben.



Faser ist Faser



Ob nun Glas, mineral oder Hanf oder Sonstwas- im Prinzip!
Das ganze lässt sich nur beraten wenn man genaue Kenntnisse über den gesamten Aufbau hat und die Randbedingungen kennt.
Lieber nix machen als etwas nachhaltig falsches!
mfG

FK