Fachwerk freilegen

06.08.2019 Laura



Hallo Zusammen,

ich habe eine etwas ungewöhnliche Frage, bitte steinigt mich nicht direkt.
Wir haben uns vor ca 6 Wochen einen alten Resthof mit einem Fachwerkhaus gekauft. Das Haus steht bereits seit knapp 20 Jahren leer und leider hatte das Dach eine kleine Beschädigung, die jedoch großen Schaden nahm.
Da wir Laien sind, haben wir uns einen kompetenten und sehr netten Architekten zu unserer Unterstützung gesucht. Dieser sagte uns, man müsste das Fachwerk freilegen. Da wir derweil erst einmal mit dem Grünschnitt zu kämpfen hatten und nicht dachten, dass wir damit so schnell voran kommen, wollen wir im Haus etwas weiter machen.
Da unser Architekt noch 1,5 Wochen im Urlaub ist und ich ihn dort nicht stören möchte, kommt ihr ins Spiel :-)
Im oberen Bereich sind zwei Lagen Tapete, darunter ein Lehmputz mit Stroh an der Wand. Muss ich um das Fachwerk freizulegen die Tapeten abmachen oder kann ich direkt Lehmputz mit Tapete entfernen?
Bitte steinigt mich nicht für diese Frage, wir sind blutige Anfänger und haben uns deshalb professionelle Hilfe gesucht :-)

Vielen Dank schonmal!



Ist eine Kosten-



frage. Tapeten sind Baumischabfall und Lehm und Stroh sind Bauschutt. Bei entsprechendenn Mengen ist das ein deutlicher kostenfaktor.



Lehm ist bei uns



ausdrücklich Baumischabfall, sprich sehr teuer in der Entsorgung. Habe wegen etwas Lehm im Bauschutt 83 EUR statt 12 EUR für einen Anhänger bezahlt.
Frag unbedingt vorher bei deinem Entsorgungsbetrieb.
PS: Fachwerk muss man nicht immer freilegen.



Warum FW freilegen?



Sind die Schäden infolge des Dachschadens punktuell dort im Fachwerk vorhanden oder weshalb wollt Ihr es freilegen?? Ich höre immer wieder das es heißt: erstmal alles raus! WARUM? Wenn Feuchtigkeit die Wände geschädigt hat, kann man sicherlich dort etwas Putz entfernen. Grundsätzlich würde ich aber erstmal nur die Tapete runter und dann die Substanz besehen: wenn der Lehmputz und die angrenzenden Balken gut aussehen muss die Kernsanierung meist NICHT sein. Das raten immer mal wieder Nicht-Fachwerker, weil sie denken, dass müsste so. Bitte nachfragen, weshalb der Architekt dazu geraten hat? Ich persönlich habe in einem 200-jährigen FW-Haus bei einem Dachschaden nur ganz punktuell Putz erneuert....kommt natürlich drauf an, was Ihre Vorstellungen sind. Ein neues Haus, wie alt gemacht oder ein altes Haus, liebevoll repariert.



Lehm ist in einem FW-Haus NIE Abfall!



Der Lehm ist (ausser er ist mit Hausschwamm verseucht) in einem FW-Haus eigentlich nie Abfall! In Mörtelkübeln trocken aufbewahren,- die gleiche Menge Lehmputz neu gekauft ist echtes Geld.



Erhellung



würde ein Foto der Schadensstelle bringen. Die Ausfachung muss in der Regel nur entfernt werden, wenn ein Balkentausch bzw. ein Austausch von Balkenteilen ansteht. Dann aber den Lehm aufbereiten und die Ausfachung wieder herstellen.



Freilegen



Der Architekt möchte die Balken begutachten und da darüber Tapete und der Lehmputz ist, muss der doch runter oder sehe ich es falsch?
Ein Zimmer haben wir mal "enttapeziert", die Tapeten könnten wir in einem Stück herunterreißen.
Ihr habt mir aber schon weiter geholfen, wir werden erstmal nur alle Tapeten entfernen und dann auf den Architekten warten, wie er seine weitere Vorgehensweise sich vorstellt!
Grundsätzlich ist aber unser Plan ein altes Haus liebevoll zu sanieren, anstatt ein neues Haus zu bauen in altem Charme. :-)

Wir als Laien hatten zu allererst gesagt, wir müssen das Haus abreißen, durch das Loch im Dach sind in allen Ebenen Löchern in der Decke.. Aber unser Architekt meinte, wir können es sanieren.
Um dort aber ganz sicher zu werden, wollte er das "nackte" Fachwerk begutachten..
Leider wurde dort alles zugekleistert mit Rigips, Beton, PVC, etc..

Vielen, vielen Dank für Eure Antworten!!



Putzentfernung



grundsätzlich sollten die Eingriffe so minimal wie möglich sein. Wenn die Tapeten und der Lehmputz noch intakt sind und nicht in Fetzen von der Wand hängen, werden die Balken zumindest durch das defekte Dach nicht sehr beschädigt sein. Da würde es reichen, eine kleine Stelle zu öffnen. Sind den andere Schäden zu sehen? Vergammelte Dielen an der Schadstelle? Pilze etc., Senkungen von Wänden usw ? Da habt Ihr aber Glück, dass Ihr einen Architekten habt, der sich auch als Holzgutachter auskennt ?! Für Euch ist der folgende Hinweis zu spät, aber es lesen ja noch andere mit: Eine Besichtigung der Schäden mit einem erfahrenen Sachkundigen für Fachwerk ist besser vor dem Kauf vorzunehmen.



Antwort.



Ich kann nur empfehlen. Balken freilegen. Es können trotzdem Schäden an balken entstehen. Auch wenn lehm etc intakt sind. Lehm nimmt Feuchtigkeit auf und gibt ab. Holz nimmt auf und es schädigt. Ich kann dem Architekten nur recht geben.
Wir sanieren gerade auch. Und wir legen alle balken frei. Wände Decke etc. Und der eine oder andere Schaden wurde sichtbar.
Und.
Alle Schichten einzeln runter Schritt für schritt. Das zum Schluss der lehm übrig bleibt. Balken frei legen. Und dabei kontrollieren ob die Gefache dicht sind. Durch lauf der Jahre und Schwund und arbeiten des holzes könne spalten zwischen Gefache und balken entstehen die wieder geschlossen werden müssen. Wegen der Feuchtigkeit.
Machen Grad das gleiche durch 0)
Hier auch ein Bild.
Lg