Brandschutzfarbe für Außenfachwerk

24.08.2005



Hallo, meine Frau und ich haben ein verputztes Fachwerkhaus von 1876 gekauft und möchten das Fachwerk freilegen. Das Fachwerk zur Ostseite dürfen wir laut Baurechtsamt nur dann freilegen, wenn wir eine optimale Brandschutzfarbe auftragen. Das Baurechtsamt kannte aber nur Farben für Innenräume. Welche Farben können freigelegte Balken des Außenfachwerks vor Feuer möglichst lange schützen?
Wer weiß Rat?

Liebe Grüße

Michael und Heike aus Wendelsheim



Klingt fast ...



... als wären Sie am 1.4. bei den Beamten gewesen. Ist bei einigen Vertretern dieser Kaste aber Standard-Datum.

Fragen Sie doch mal nach, ob Sie Farben auf Wasserglasbasis einsetzen dürfen.



na ja,



das waren halt die damen und herren vom bauRECHTSamt.
in der sparte aktenweitwurf liegen die aber bestimmt ganz vorn. das weiß ich ganz sicher und aus eigener Erfahrung :-)) und wenn sie einen studierten treffen, hält der ihenen sicher auch einen zweistundenvortrag über den unterschied von auflage und bedingung und die (ehemalige) prozessuale bedeutung. einfach so und aus dem ärmel.
was glauben sie, was passiert, wenn man "wasserglasfarben" erwähnt? ich hätte da so eine vermutung: man greift zum nächsten (und längst überholten - kommunen sind arm dran heutzutage) baurechtskommentar und findet dazu nichts - ergo abgelehnt :-))
was mich aber wirklich verwundert, ist, dass die verarmung derartig fortgeschritten ist, dass man nicht mal ein kostenloses interngespräch führen kann mit jemandem, der vielleicht wenigstens randläufig ahnung hat :-((

@michael

das weitere vorgehen sollte wohl besser mit dem bauordnungsamt abgesprochen werden. denen obliegen in der regel die brandpolizeilichen vorschriften.



Brandschutz ?



Dachog. Nun ja, all die Hinweise sind ja richtig, nutzen dem Betroffenen aber wenig. Auf der einen Seite wird warscheinlich ein mit Reet gedecktes Haus genehmigt, aber Fachwerk offensichtlich, darf nicht sein, obwohl ja einem immer das Dach übern Kopf abbrennt. Der Mann im Bauamt kann ja nicht einfach sagen, daß machen wir so. An einem Rechtsstaat ist ja nicht zu denken aber gesetzlich sollte es schon sein. Also es muß doch eine gesetzliche Begründung geben. Mfg ut de ole Mark



Vermutlich



hat das ganze mit dem fehlenden Grenzabstand zu tun. Die Brandschutzvorkehrung ist ja, wenn ich das richtig verstanden habe auch nur an einer Seite gefordert. Ich würde aber eher einen Putz belassen als die giftigen Farben einzusetzen.
Die erforderlichen Grenzabstände für ein reetgedecktes Dach sind im übrigen größer wie bei einem Dach mit fester Bedachung. Auch hier ist also der vorhandene oder geplante Grenzabstand das Maß der Dinge.



Brasndschutzfarbe für Außenfachwerk



Lieben Dank für die vielen Hinweise, es geht tatsächlich um den fehlenden Grenzabstand, obwohl der Abstand zum Nachbarhaus ausreicht. Unser Nachbar hat uns seine Unterstützung zugesichert. Von Seiner Seite aus dürfen wir das Fachwerk wieder herausholen. Übrigens die Beamten auf dem Rathaus waren sehr nett und waren davon begeistert, daß endlich jemand wieder Fachwerk freilegen will. Sie haben uns aber zur Brandschutzfarbe geraten.

Gibt es sonst noch sachliche Ideen bzgl. Brandschutzfarbe am Außenfachwerk? Farben auf Wasserglasbasis waren die eine Möglichkeit. Gibt es noch andere Erfahrungen?

Liebe Grüße und Danke für Euer überwältigendes Engagement!!!!

Michael



Wenn



der Abstand zum Nachbargebäude tatsächlich groß genug ist, kann der Nachbar unter Umständen duch die Übernahme einer entsprechenden Baulast den Chemiekram, der auf einer alten Fachwerkwand nun wirklich nichts verloren hat, verhindern.
Hat das Bauamt zu dieser Farbe geraten oder haben die Damen und Herren eine entsprechende Forderung ausgesprochen?



Hallo Fred Heim,



nein, es gab keine Hinweise oder Einschränkungen. Grüße
Michael



Aaaaber



wenn das Bauamt die Farbe nicht fordert, verstehe ich die Eingangsfrage nicht. Wenn die Farbe nicht gefordert wird, kann man doch nach anderen Lösungen Suchen, bzw. mit der Ordnungsbehörde verhandeln.



fachwerk freilegen und streichen



hallo lass dir nicht so viel vom amt erzählen die meisten dort wissen noch weniger wie du
wenn du das fachwerk freilegst streiche es mit bondex-farbe
sie hält sieht gut aus und fällt unter die brandschutzbestimmung



Brandschutz mit Bondex?





Brandschutz für Holzgerätehaus



Wir haben ein Problem mit unserem Nachbarn und der Vorschrift,das ein Holzhaus nicht näher als 5 Meter am Haus stehen darf.Er sah zu wie wir das alte Blechhaus entfernten,das Holzhaus aufbauten,und einige Zeit darauf will er das Holzhaus weg haben.Begründung:Seine Frau hat jetzt nicht genug Licht in der Küche,und ausserdem dürfe ein Holzhaus auch nicht so dicht aufgebaut werden.Mit dem Abstad hat er Recht ( wegen Feuergefahr und so ).Aber wenn wir die Möglichkeit hätten,einen Schutzanstrich aufzubringen,könnte man versuchen das ganze Theater zu mildern.Dann spielt nur noch die Sache mit dem Licht eine Rolle.Und da haben wir lt.Bauamt die Alternative bekommen ein Steinhaus zu setzen.Das könnte dem Nachbarn aber noch weniger gefallen,da ein Steinhaus bis zu 10 qm groß sein darf ud eine Höhe von 3 Metern haben kann.Dann hätte seine Frau erst recht kein Licht mehr.Und nun hat er die Wahl.Holzhaus mit Schutzanstrich oder ein noch größeres Steinhaus.Uns wäre es sehr gelegen,wenn man uns einen Anstrich nennt,der mindestens 1/2 Std. oder länger feuerfest ist.MfG



Brandschutz für Holzgerätehaus



Wir haben ein Problem mit unserem Nachbarn und der Vorschrift,das ein Holzhaus nicht näher als 5 Meter am Haus stehen darf.Er sah zu wie wir das alte Blechhaus entfernten,das Holzhaus aufbauten,und einige Zeit darauf will er das Holzhaus weg haben.Begründung:Seine Frau hat jetzt nicht genug Licht in der Küche,und ausserdem dürfe ein Holzhaus auch nicht so dicht aufgebaut werden.Mit dem Abstad hat er Recht ( wegen Feuergefahr und so ).Aber wenn wir die Möglichkeit hätten,einen Schutzanstrich aufzubringen,könnte man versuchen das ganze Theater zu mildern.Dann spielt nur noch die Sache mit dem Licht eine Rolle.Und da haben wir lt.Bauamt die Alternative bekommen ein Steinhaus zu setzen.Das könnte dem Nachbarn aber noch weniger gefallen,da ein Steinhaus bis zu 10 qm groß sein darf und eine Höhe von 3 Metern haben kann.Dann hätte seine Frau erst recht kein Licht mehr.Und nun hat er die Wahl.Holzhaus mit Schutzanstrich oder ein noch größeres Steinhaus.Uns wäre es sehr gelegen,wenn man uns einen Anstrich nennt,der mindestens 1/2 Std. oder länger feuerfest ist.MfG



Brandschutzfarbe für Außenfachwerk



Hallo Michael und Heike !

Brandschutzfarbe für Holz und dann sogar noch für Außen - was soll denn das sein?!
Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre.
Es gibt meiner bescheidenen Kenntnis nach gegenwärtig keine(!) "Brandschutzfarbe" für Holz im Außenbereich, die eine bauaufsichtliche Zulassung hat. Diese Zulassung wäre jedoch notwendig, um überhaupt eine positive Bewertung im Antragsverfahren durch das Bauamt zu bekommen.
Da ihr B...amt so klug ist, "Brandschutzfarbe" für den Innenbereich zu kennen, verlangen Sie ruhig eine definitive Aussage zu dem vom Amt gemachtem Vorschlag.
Das wird lustig.

Nun mal sachlich.
Es gibt gegenwärtig auf dem Markt Anstrichsysteme mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung, die die Oberfläche von Holz hinsichtlich der Entflammbarkeit (insbesondere gegenüber Strahlungswärme und Konvektion) verändern.
Das normale Holz (egal ob Kiefer, Eiche ...) entflammt auch normal, d.h. bei Wärmezufuhr fängt es normal an zu brennen.

Bei der Brandschutzbeschichtung wird ein mehrlagiges Anstrichsystem aufgebracht. Das Material schäumt bei Wärme auf und hält an dieser Stelle die Wärme eine Zeit vom Holz fern. Das Holz entflammt dann nicht mehr wie normales Holz, es wird also ein schwerentflammbares Holz gemäß DIN 4102.
Mehr ist das nicht; brennen tut es immer noch gut noch.

Wegen dem "Arbeiten" von Holz bei unterschiedlicher Feuchtigkeit funktioniert dieses (relativ starre) Anstrichsystem selbstverständlich nicht im Außenbereich!!

Anmerkung:
Die historische Variante, Anstriche mit Borax oder auch mit Kalkfarbe, sind sicherlich gut gemeinte Versuche gewesen, die Entflammbarkeit von Holz (besonders während des Krieges) zu reduzieren. Es hat jedoch nur begrenzte Wirkung gezeigt.
Aber man erreicht z.B. durch Kalkanstrich (also Kalziumcarbonat) eine ordentliche Zerstörung des Holzes. Durch Aufnahme von Luftfeuchtigkeit verwandelt sich der Kalkanstrich in einen leichten Säureanstrich. Wenn Holz zerstört ist, sich nach vielen Jahren aufgelöst hat, kann es nicht mehr brennen. Was nicht da ist - brennt auch nicht.

Es gibt auch sogenannte "Brandschutzsachverständige" die tolle sogenannte "Gutachten nach ingenieurtechnischen Methoden" machen - aber wenn´s brennt, kriegen diese auch heiße Füße und das "Gutachten" verbrennt mit. Zudem muss die Behörde nicht jedes "Gutachten" anerkennen.


Das Problem der Wärmestrahlung auf die Fachwerkkonstruktion Ihres Hauses ist damit immer noch nicht gelöst.
Ihre Vorgänger haben versucht mit einem Putz die Entflammbarkeit zu verringern und den Feuerwiderstand des Bauteiles zu erhöhen.
In Abhängigkeit von der Putzstärke und der Art der Befestigung ergibt sich in Verbindung mit dem Holzbalken und der Wandausbildung auch ein bestimmter Feuerwiderstand der Wand.
Vielleicht ist durch die jetzige Bauweise diese Wand feuerhemmend (30 Minuten Widerstand gegen Feuer)oder besser
geworden. Darauf könnten Sie Ihre Argumentation sachlich weiter aufbauen.
(Sie werden leider kaum jemand finden, der Ihnen den erreichten Feuerwiderstand der Wand kostengünstig untersucht. Es gibt jedoch auch Tabellenwerke.)

Man könnte zur Verhinderung des Brandüberschlages auf Ihr Gebäude eine Brandwand zum Nachbargrundstück setzen. Damit wäre vielleicht auch das Ziel des B...amtes lösbar.
Vielleicht geht das bei Ihnen.

Ich würde jedoch vorschlagen, verschönern Sie die anderen Seiten Ihres Hauses und lassen sie die Ostseite baulich im Bestand. Sie könnten ja farbig das Fachwerk darstellen. Auch eine Bekleidung mit nichtbrennbaren, witterungsbeständigem Material wäre möglich.

Übrigens, Wärmestrahlung wirkt nicht nur auf Fachwerkbalken!


Schöne Brandschutzgrüße aus Havelberg, der Insel- und Domstadt im Grünen (www.havelberg.de)

Ulli



@Ulrich Ziegler



Ein Kalkanstrich ist alkalisch - nicht sauer. Ansonsten kann ich Ihren Beitrag nur unterstreichen.

Gruß aus BS

Bernd