Fachwerk-Deckenhöhe: Geschossboden entfernen möglich?

27.02.2015



Hallo, ich habe gerade ein Fachwerkhaus zum Kauf besichtigt, das mir sehr gefällt, allerdings ist die Deckenhöhe sehr niedrig. Im Schlafzimmer, Bad usw. akzeptiere ich das, aber einen Wohnraum mit Höhe brauche ich. Daher würde ich gerne über dem Wohn-/Eßbereich die Geschossdecke entfernen. Das darüberliegende Zimmer ist sowieso nicht nutzbar (viel zu niedrig). Aus < 2 m würde dann ein 3,50 "Mansarden"raum.

Wohlgemerkt: Ich würde die Bohlen und das Dämmmaterial entfernen, aber alle tragenden Balken lassen (ich stoße ja nicht mit dem Kopf an). Gibt es da statische Bedenken?
Ich würde sowieso noch mit einem Baustatiker durchgehen, wenn ich einen Vorvertrag kriege, aber wenn meine Grundidee, dass das statisch unbedenklich ist, falsch ist, dann brauche ich gar kein Gebot abgeben.

Danke für eine erste Einschätzung!

LG, Nico



Grundidee



halte ich für gut. Es gibt genügend Fachwerkhäuser in denen die Böden oder die Decken herausgenommen werden um genügend Raumhöhe zu bekommen.

Statisch muss das natürlich trotzdem berechnet werden da der Boden ja auch aussteifende Funktion hat bzw. haben kann. Aber da muss ein Fachmann also Statiker oder erfahrener Zimmermann ran.

Bei genügend Balkenhöhe kann es auch reichen nur die Decke komplett zu entfernen und ein Teil des Fußbodens des oberen Stocks zur Aussteifung belassen oder durch einen geeigneten Belag zu ersetzten.



nicht überschätzen … 



Hallo

bei so alten Hütten kann man nicht von einer Scheibenwirkung des alten Belages ausgehen … die Bretter sind weniger wichtig als hier angenommen … 

Teilweise kann man auch Balken entfernen ohne grosse statische Risiken heraufzubeschwören … 

Florian Kurz



Grundsätzlich ...



... ist das machbar. Ob das in Ihrem FAlle praktikabel ist und zu einer wirklich vorteilhafteren Wohnsituation führt, lässt sich nur nach einer Begutachtung vor Ort klären. Die Fachwerkkonstruktion, der Aufbau des Dachstuhls und sonstige konstruktive Abhängigkeiten müssen bekannt sein. Daneben gilt es auch den Erhaltungszustand des FWH und den eventuellen Sanierungsaufwand für Sie zu bestimmen. Da mit diesem Eingriff das DG in die Wohnnutzung mit einbezogen wird, ist damit wahrscheinlich ein Bauantrag (Umnutzung) verbunden.

Wo befindet sich das Objekt? Wenn Sie Interessse an einer Kaufberatung haben, in der die genannten Punkte geklärt werden, können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Weitere Informationen zur Immobilienkaufberatung sende ich Ihnen gerne per Email zu.

Meine Kontaktdaten finden Sie unter "pickartz.architektur", wenn Sie sich angemeldet haben bzw:

Will Pickartz | Architekt AKNW | Gebäudeenergieberater BAFA
53902 Bad Münstereifel | 02253.544310 | pickartz.architektur@t-online.de



Danke, habe Gebot abgegeben!



Danke für diese Einschätzungen, es scheint also prinzipiell möglich zu sein. Ich habe ein Gebot gemacht und nun hoffe ich, dass die Eigentümer darauf eingehen...

Der Aspekt Umnutzung ist natürlich wichtig, in diesem Falle kommt er jedoch nicht zum Tragen. Es handelt sich um eine immer schon als Wohnraum genutze Kammer, weitgehend Mansarde, maximale Höhe (unter dem Kriechboden) 1,75. Das könnte man heutzutage höchstens in die andere Richtung - nämlich als Speicher - "umnutzen", wofür ich jedoch keinen Bedarf (weil reichlich anderen Stauraum) habe.

Sollte ich stolze Besitzerin eines Fachwerkhauses werden, werde ich hier sicherlich Mitglied und noch öfters Fragen stellen!



Decke anheben



Stimmt, grundsätzlich kann man so was machen, aber nicht ohne fundierte fachliche Hilfe.
Ich hatte vor vielen Jahren einen Fall da baute man nachträglich eine Gaube und eine Treppe zum DG ein. Dafür wurden einige Deckenbalken ausgeschnitten. Dummerweise war das ein Sparrendach und die Sparren begannen auszuwandern.