Fachwerk, darauffolgenden, spezialisierte

02.12.2017



Hallo Zusammen!
Wir haben vor etwa 1 Jahr ein Haus gekauft, dass etwa im Jahre 1900 als Fachwerkhaus konstruiert wurde. In den darauffolgenden Jahren ist eine zusätzliche Außenwand (veranlasst durch den Vorbesitzer) vorgemauert worden, sodass man vom Fachwerk nichts mehr sieht. Wir würden nun gerne einen kleinen Anbau machen, wofür letztlich ein Teil einer Außenmauer durchgebrochen werden müsste (in der sich weiterhin die Fachwerk-Konstruktion befindet). Ich bin da jetzt ziemlich ahnungslos: Geht das überhaupt? Also, kann man das Fachwerk entfernen und durch eine andere Stütz-Kontruktionen (Träger o.Ä.) ersetzen? Wenn ja: Wer macht so etwas bzw. benötigt man dazu spezialisierte Handwerker? Was kostet so etwas in etwa? Oder sollte ich mir die Idee besser ganz schnell wieder aus dem Kopf schlagen? Ich freue mich sehr über konstruktive Rückmeldungen!



Hausanbau



Zuerst müssen Sie von einem Architekten prüfen lassen, ob ein Anbau in Ihrer Grundstückssituation bau- und planungsrechtlich genehmigungsfähig ist, ggf. nach Rücksprache mit dem zuständigen Bauamt.

Danach muss eine Bauaaufnahme durchgeführt werden, in der die konstruktiven Zusammenhänge ermittelt werden und die auch für den Statiker die notwendigen Angaben liefert. Danach werden aktuelle BEstandspläne angefertigt, die auch de Grundlage für den Bauantrag darstellen.

Der Architekt kann Ihnen dann in einem Vorentwurf (Leistungsphase 1+2 nach HOAI) grundsätzlich genehmigungsfähige Varianten Ihres Anbaus skizzieren und dazu die Baukosten in einer Kostenschätzung nach DIN 276 berechnen.

Eventuell muss als nächster Schritt eine Bauvoranfrage gestellt werden -vor dem Bauantrag- um die planungsrechtliche Genehmigungsfähigkeit offiziell bestätigen zu lassen. Das ist z.B. notwendig, wenn kein Bebauungsplan existiert und nach §34 BauGB (Bauen nach Ortsbild) verfahren werden muss.

Das wäre die übliche und empfehlenswerte Vorgehensweise. Die einzelnen Schritte sollten in dieser Reihenfolge vorgenommen werde. Das garantiert beste Ergebnisse.



Hausanbau



Vielen Dank zunächst für die Rückmeldung. Die Vorgehensweise im Zusammenhang mit der Hinzuziehung eines Architekten, Anträgen und einzuholenden Genehmigungen ist die eine Seite, die mir grundlegend bewusst ist. Die konkreten Ausführungen zum Vorgehen im Einzelnen empfinde ich dennoch als hilfreich - also: Danke dafür :-)

Mir ging es aber mehr um die für mich vorab zentrale Frage, ob man überhaupt ein Holzständerwerk (im Erdgeschoss eines zweigeschossigen Fachwerkhauses) "entfernen" und durch eine andere Stützkonstruktion "ersetzen" kann, oder ob dies grundlegend gar nicht möglich ist bzw. derart kostenintensiv, dass ein Kosten/Nutzenfaktor nicht mehr gegeben ist (Es sollen nur etwa 10qm angebaut werden, um einen an die Küche anschließenden Essbereich zu schaffen) Ich bin da noch völliger Laie.



Machbar



ist fast alles, sofern bezahlbar und statisch nachweisbar. Dazu zählt u.a. die Bauaufnahme.

Es ist sehr empfehlenswert, sich direkt zu Beginn solcher Überlegungen von einem Architekten beraten zu lassen - als "Machbarkeitsstudie"- und die Phase der Spekulationen zu verkürzen.

Der Architekt kann Ihnen auch zu Anfang einen uberschlägigen Kostenrahmen für die Erweiterung benennen. Danach können Sie sofort entscheiden, ob Sie das Projekt weiter verfolgen wollen.