Wandaufbau Fachwerk

30.12.2007



Hallo. Ich möchte noch einmal auf die Verkleidung mit Gipskarton eingehen auch wenn dies schon sehr viel diskutiert wurde. Wie ich aus den Einträgen herauslesen kann ist es ja anscheind ein Fehler ,einfach eine Ständerwand mit Rigipsplatten Innen vor die Fachwerk-Außenwand zu setzen.

Allerdings verstehe ich dies nicht da ein Freund von mir zuhause auf eine Garage aufgestockt hat. Dies hat er mit einer Fachwerkkonstruktion ähnlich wie die alten Fachwerkhäuser gebaut sind gemacht.

Wandaufbau: von aussen nach innen:

Außendämmung mit Styroporplatten;
Fachwerkkonstruktion; Gefächer mit Mineralwolle ausgestopft;
Lattung auf Fachwerkkonstruktion;
darauf Rigipsplatten.

Also ist dort zwischen Fachwerk und Ripgips auch ein Hohlraum ähnlich wie es ist wenn ich bei einem alten Fachwerkhaus eine Ständerwand innen davor setze.

Mein Bekannter hat dies von einer Erfahrenen Zimmermannsfirma machen lassen...

Wo liegt da jetzt der Unterschied wenn ich dies bei einem alten Fachwerkhaus genauso mache??
Über die Nachteile von Rigips weiß ich bescheid.Mir geht es aber nur um den Aufbau.

Danke



Der Unterschied



ist der, dass in einem alten Fachwerk keine Mineralwolle in den Gefachen ist, sondern Ziegelstein oder Lehm. Und wenn das eine Zimmerei gebaut hat, bin ich mir nicht so sicher, ob diese wirklich so erfahren ist. In der Aufstellung vermisse ich auf jeden Fall eine Dampfsperre und ohne dürfte die Konstruktion nicht sehr lange halten und entspricht nicht der EnEV, ist also unzulässig. Die verwendeten Materialien halte ich auch nicht für die besten und schon gar nicht im Holzbau.



Dann hat die "erfahrene"



Zimmerei einfach Sch.... gebaut. Viel mehr ist da wohl kaum falsch zu machen. Wobei der gravierendste Fehler wohl die fehlende Dampfsperre ist. Da ist in recht kurzer Zeit mit einer Durchfeuchtung der Dämmstoffe zu rechnen. Daraus wird Schimmelbildung resultieren und das Holz geschädigt. Bis das von aussen bemerkt wird, können einige Jahre vergehen. Und dann sind die Schäden bereits soweit fortgeschritten, dass eine Totalsanierung erforderlich wird. Und gerade bei Anbauten kann dann auch noch eine Schädigung der alten Bauteile erfolgen. Gerade Feuchtigkeit kann abenteuerliche Wege in einem Bau nehmen, bis sie irgendwo zum Vorschein kommt.
MfG
dasMaurer



Dampfsperre



Eine Dampfsperre ist vorhanden,hatte ich vergessen zu erwähnen.
Das in den Gefächern Mineralwolle ist und kein Lehm wie in alten Fachwerkhäusern ist ja der einzigste Unterschied im Aufbau.
Wieso kann diese Konstruktion dann funktionieren und eine Rigipswand in einem alten Fachwerhaus nicht? Der Hohlraum ist ja in beiden Konstuktionen vorhanden und gerade dieser wird ja sehr oft bemängelt!



Da hat der



doch einfach das wichtigste vergessen und lockt uns hier auf ne falsche Fährte, so ein Schelm. Dann nehm´ich meine Zimmermannsschelte mal zurück.
Aber mal zu Hohlräumem im Fachwerk, die sind ja nicht wirklich hohl, sondern randvoll mit Luft. Und eine Dampfsperre wird nie eine Dichtigkeit von 100% erreichen. Ausserdem ist die Wand zur Aussenseite diffusionsfähig, das heisst, durch Dampfdruckausgleich wird sich die Luftfeuchtigkeit in dem Hohlraum langsam anpassen. Bei Temperaturänderung ändert sich die Aufnahmefähigkeit und bei Abkühlung entsteht Kondenswasser. Dieses Wasser reicht für viele Schimmelarten aus, wenn gleichzeitig ein Nahrungsangebot(Holz) vorhanden ist. Deshalb sind Hohlräume in Fachwerkwänden immer problematisch.
Trotzdem einen guten Rutsch
wünscht
dasMaurer



Orientieren



Muß man sich denn immer an den anderen orientieren?
Was ist denn, wenn der andere Fehler gemacht hat? Ziehe ich dann den anderen in die Verantwortung?
Eine Holzständerkonstruktion sollte schon eine gewisse Masse aufweisen (massive Ausfachung z.B.) oder eben eine gute aussteifende Scheibe (OSB-Ebene).
Auf eine gute Windichtung ist zu achten!
Bei OSB außenseitig eine Dämmebene und innenseitig die Masse.
Ansonsten Gefache mit Masse und homogene Dämmung drauf oder alternativ diese innen, wenn außen Sichtfachwerk.
MiWo, Styropore haben in Fachwerkkonstruktionen nicht's verloren und werden über kurz oder lang zu problemen führen.

Fachlich rutschende Grüße
zum JW

Udo



Also



noch mal: Bei einem alten Fachwerk habe ich Fachwerkfüllungen aus Lehm oder Ziegel. Das bedeutet bei einer Innendämmung außen dichter als innen. Das kann dann nur unter bestimmten Voraussetzungen funktionieren. Grundsätzlich Dämmmaterialien (Materialien) die kapillar leitfähig sind und somit bei Kondensatbildung schneller austrocknen. Dann fallen eben die syntetischen Dämmstoffen schon mal weg und in einer Luftschicht findet natürlich auch kein kapillarer Transport von Feuchte statt.