Fachwerk aufmalen?

16.07.2013 Miri


Hallo,

wir haben ein Fachwerkhaus, das von außen gedämmt ist. Die Balken sind von innen sichtbar. Nun möchten wir von außen die Balken aufmalen. Es stört uns, dass der Charakter des Hauses von außen nicht mehr sichtbar ist. Gibt es Ideen und Vorschläge oder gar Erfahrungswerte?
Vielen Dank



Fake



Hallo,

es gibt verschiedene Methoden eine Fachwerkoptik draußen zu faken, aber den Charakter des Hauses bekommt ihr so eh nicht hin, dazu müsstet ihr das wieder entkleiden.

Einfach nur aufmalen dürfte ziemlich verboten aussehen, von dieser Idee würde ich Abstand nehmen. Selbst wenn das sehr sehr gut gemacht ist (was einen sehr glatten Außenputz voraussetzt und dann auch vergleichsweise teuer wäre) wird das nur aus einiger Entfernung wirken.

Zweite Möglichkeit wäre außen Holzlatten aufzubringen und dann wieder einzuputzen. Aber auch das ist sofort als Fake erkennbar und bringt noch einmal ein paar cm außen auf die Fassade.

Das überzeugendste Ergebnis erzielt man, indem man Fachwerk außen als Stuck aufsetzt. Wenn das gut gemacht ist muss der Laie schon genau hinsehen, um das zu "enttarnen". Hier im Forum treibt sich auch mindestens ein Anbieter für sowas rum.

Ehrlicherweise muss ich sagen dass ich nicht versuchen würde, da etwas hinzubasteln damit man von außen sowas wie Fachwerk hat. Längst nicht jedes Fachwerkhaus war überhaupt als Sichtfachwerk gedacht.

Gruß,
Tina



Haus auf Fachwerk trimmen



Also, ich hab mal so etwas gemacht, weil das Fachwerk wirklich katastrophal aussah.

Auf das vorhandene Fachwerk haben wir eine Konterlattung aufgebracht und auf diesem wiederum mit trockenen Eichenbrettern das Fachwerk nachgebildet inkl. der Holznägel.

Die Gefache haben wir mit Riemchen in Kalkmörtel ausgefüllt. Optisch war es OK. An einigen Stellen schüsselten aber die trockenen Bretter trotzdem.

Unser Fehler war es, an einem 200 Jahre alten Haus gehobelte und schön gestrichene Bretter zu verwenden und mit schönen Industriesteinen auszumauern.

25 Jahre war es so OK. Im Zuge der Umnutzung des Hofes wurde aber alles wieder entfernt. Eine komplette neue Fachwerkwand in massiver Eiche wurde eingebaut. Die Gefache wurden mit alten Backsteinen ausgemauert. Die Schweinemastanlage die in dem Gebäude war, wurde zurückgebaut. Der Zustand wie ich ihn als Kind erlebt hatte wurde weitestgehend wieder hergestellt.

Heute ist es ein Café in dem man die Strukturen, wie es vor 70-80 Jahren war, erfahren kann.

Einen angenehmen abend wünscht
Heinz-Josef



Stuck



Hallo,
vielen Dank für die Tipps. Ich hoffe nicht, dass es so "verboten" aussieht. Am Haus gegenüber ist auch ein Balken "nur" gemalt und ich habe das erst jetzt (nach 20 Jahren) gesehen, weil es mir der Nachbar sagte. Bitte macht mit Hoffnung.
Die Idee mit dem Stuck klingt gut, das werde ich weiter recherchieren.
Vielleicht gibt es noch weitere Ideen?
Miri



Fachwerk-Fake



Hallo Miri

Unser Nachbar hat die Fassade zur Strassenseite auch aufgemalt. Ich habe das sofort gesehen, da ich darauf achte, wie die die Fachwerkhäuser saniert wurden. Aber ich weiss, dass viele Menschen das nicht bemerken. Ich denke, dass hat damit zu tun, ob jemand die Fassade bewusst betrachtet oder eben einfach ein Haus sieht.

Mein Nachbar machte das so, da an dieser Seite des Hauses alle Balken und Gefache defekt waren und deshalb die ganze Wand aufgemauert wurde.

Wir haben ebenfalls da Problem mit der Fassade zur Strassenseite. Mir schwebt eine Aussendämmung vor und die Balken von innen sichtbar. Aber unser Zimmermann findet dass unmöglich. Na ja, nächste Woche soll noch ein anderer kommen....

Liebe Grüsse und viel Erfolg
Nicole



Fachwerkfake...



Hallo

...sieht ein Fachmann immer und der aufmerksame Laie meist.
Wenn nur ein weggefaultes Teilstück oder auch ein einzelner Balken in einer ansonst vorhandenen Fachwerkwand mittels Aufmalung vervollständigt wird, ist das bis zur nächsten richtigen Komplettsanierung noch erträglich, weil weniger auffällig als eine komplette Wand zu faken.
Ansonsten halte ich das für ein absolutes "NO GO!", und das gilt für alle Varianten, ob gemalt oder aufgebohlt oder sonst was...brrrr,wenn ich dran denk, schüttelts mich...
Wenn Ihr euch dafür entschieden habt, das Fachwerk von innen sichtbar zu lassen und dafür außen zu dämmen und zu verputzen, solltet Ihr auch dazu stehen.
Diese Sanierungsvariante(Dämmung,Putz o.ä. außen)ist außerdem, streng genommen, sogar die bessere Sanierungsmethode, richtiger Aufbau mit den richtgen Materialien vorausgesetzt, da meist eine bessere Dämmung und Winddichtigkeit erreicht wird und das Fachwerk gegen Schlagregen, etc. geschützt ist, auch wenn sich heute die meisten für außen sichtbares Fachwerk entscheiden, weils halt so schön ist.
Ein schöner, unebener(!) Kalkputz ergibt durchaus auch eine ansehnliche Außenfassade und man weiß trotzdem, das sich darunter ein Fachwerkhaus befindet.
Wie in vorhergehender Antwort auch schon erwähnt, war das auch früher durchaus oft der Fall, wenn es nie als Sichtfachwerk ausgeführt war.
Eine Alternative wären Holzschindeln gewesen, aber ich vermute, das eine solche Investition nach der bereits erfolgten Verputzung nicht mehr zur Debatte steht, das kostet nämlich "e bissi was".

Mit handwerklichen Grüßen
ollerich
PS: Ich bin Zimmerer und kein Verputzer, nur damits klar ist.



Hmmm



Hallo,

also der Tenor ist, wir sollen es lassen. Es sieht aus wie gewollt und nicht gekonnt.
Trotzdem lasse ich von meinem Plan (noch?) nicht ab. Es werden so viele Bausünden begangen und dies wäre eine, zu der ich stehe ;-)
Wir werden diverse Möglichkeiten ausprobieren und euch die Ergebnisse präsentieren.
Vielen Dank für eure Antworten,
lG



Euer Haus, eure Entscheidung...



Hallo,

hier einmal ein Beispiel, wie so ein Fake-Fachwerk aussehen kann:

http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/image/a/showPicture/28387$.cfm

Das finde ich handwerklich wirklich toll gemacht, aber trotzdem hat es für mich immer was von Disneyland. Aber es ist euer Haus, und wenn euch das gefällt: macht es. :)

Wenn ihr euch dafür entscheidet, ein wie auch immer geartetes Fake-Fachwerk zu erstellen wären alte Fotos des Hauses auf denen das Fachwerk zu sehen ist ausgesprochen hilfreich. Denn als erstes fällt es immer auf, wenn das Pseudo-Fachwerk von der Konstruktion her falsch ist (sprich, wenn das wirkliches Fachwerk wäre würde das Haus in sich zusammenfallen) oder wenn der Stil nicht zur Umgebung passt (da in jeder Region die Fachwerkhäuser ein wenig anders aussehen).

Gruß,
Tina



Euer Haus



Hallo nochmal

Tina hat recht.
An die von Ihr aufgezeigte Möglichkeit hatte ich zwar auch schon gedacht,aber sie ist mir dann beim Antwort schreiben durch die Gehirnlappen gerutscht.
Allerdings ist diese Variante nicht ganz einfach zu realisieren und mit entsprechenden Kosten verbunden :
Ihr benötigt eine ausrechende Menge an brauchbarem Altholz,das ist teuer.
Um die Kosten halbwegs im Rahmen zu halten,braucht Ihr Fachwerkbalken in verschiedenen Längen mit intakten Außenseiten. Solche Balken sind gar nicht soo selten,denn Fachwerkhäuser werden des öfteren durch Kondenswasser von innen zerstört.
Trotzdem ist die Menge für ein ganzes Haus nur schwer und wahrscheinlich nicht auf einmal realisierbar. Es sei denn,der Lottokönig war gnädig.
Ich empfehle langsames sammeln und eine Wand nach der anderen in Angriff zu nehmen,vieleicht müßen es ja auch nicht alle sein.
Vor dem Auftrennen müßen die Balken aufs peinlichste entnagelt und von Lehm-/Mörtel-/Putz-/Farbresten gereinigt sein,sonst schneidet euch das keine Zimmerei/Sägewerk auf.
Min.50mm,besser60mm Bohlenstärke ist aber nötig ,dünnere Brettstärken neigen auch bei Altholz zum arbeiten(Schüsseln). Dann reißen die Anschlußfugen zum Gefach auf und Wasser dringt in die Fassade.
Die Bohlen nach dem Auftrennen 4-6 Wochen fachmännisch gestapelt (Geschützt gegen Regen,aber offen für Luft/Wind) ruhen lassen.
Beim erstellen der Fassade solltet Ihr nicht auf einen im Fachwerkbau versierten Zimmermann verzichten. Der weiß,wie eine Wand auszusehen hat.
Das Foto,auf das euch Tina hingewiesen hat,solltet Ihr jedenfalls nicht als Vorbild sehen.
Derjenige,der dieses "Fachwerk" verbrochen hat,gehört gefeert und getedert und in die USA zu Disney abgeschoben. So sieht kein Fachwerkgiebel aus,auch wenn die Arbeit als solche,soweit auf dem Foto erkennbar,durchaus sauber ausgeführt aussieht.
Ihr seht,bei der Ausführung wartet ein ganz schöner Brocken auf euch. Aber das ist die einzige Möglichkeit,ein Fachwerkfake zu realisieren,das zum einen nicht unter die Kategorie Bausünde fällt und das auch ein Fachmann nur noch schwer als solches erkennen kann.

Mit handwerklichen Grüßen
ollerich



Ich



hab letztens ein ca. 100 Jahre altes Facherk-Imitat gesehen. Der Giebel war die in Wien übliche anderthalbsteinstarke Ziegelmauer und das Fachwerk rein Farbe und Putz. Die "Balken" waren glatt verputzt und weiß gestrichen, die Gefache hatten einen gelben Kratzputz.

Baujahr ist 1911.

http://www.wien.gv.at/kulturportal/m19objekte/bez19/05759502.jpg



Balken



Hallo,
da wir ein genaues Bauaufmaß haben, wissen wir millimetergenau wo die Balken liegen und werden uns daran orientieren. Ich habe mittlerweile Stempel etc gefunden, mit denen man die Holzstruktur malen kann. Ich werde das an einer kleinen Stelle versuchen und lasse euch das Ergebnis zukommen. Bin schon sehr gespannt.
Mit Disneyland hast du irgendwo recht, aber wir haben ja kein neues Haus und wollen nur so tun als ob.
Wir überlegen und probieren weiter...
Wir halten euch auf dem Laufenden, vielen Dank auf jeden Fall.



Siehste...



... da gehts doch schon los: Die gemalten Eckstiele liegen logischerweise um die Dämmschicht-/Putzdicke versetzt weiter außen als das originäre FW nach Aufmaß; insofern kommt von vorneherein eine gewisse Assymetrie und Unruhe in die Optik...
Die Giebelgestaltung auf dem Foto von @Kellergassenkatze würde ich nicht als Pseudo-Fachwerk bezeichnen, sondern als "strukturierte Putzfassade"...

@ollerich:
Btw, das auf dem Link von Tina_39 gezeigte "Fachwerk" ist nicht mit Bohlen erstellt, sondern geputzt und gemalert...

MfG,
sh



Putz, keine Bretter



@ollerich:
Das Bild was ich verlinkt hatte zeigt eben kein echtes Holz sondern reinen Putz. Das ist, was ich daran sehr beeindruckend finde. Sowas mit korrekt angeordneten Balken dürfte nur schwer zu enttarnen sein. Wird preislich aber auch im eher gehobenen Rahmen liegen, wenn man das Ganze Haus damit verkleiden will.

edit: sh war schneller...



Moin Miri,



es gibt noch mehr Möglichkeiten eine Fassade "aufzulockern":

strukturierter Putz

abgesetzte Faschen um Fenster und Türen

Fensterläden

Spaliere & Fassadenbegrünung z.B. hier

http://www.fassadengruen.de/uw/rankgerueste/uw/rankspalier/faecherspalier.htm

In meiner Nachbarschaft haben sie auch falsches Fachwerk mit gehobelten Brettern aufgeschraubt....sieht furchtbar aus.

Gruss, Boris



@Tina / @Sebastian



???!!!
Dat is Putz un Farb...erhaben und strukturiert...die Maserung samt Ästen und Schattenwurf aufgemalt ?!?!?

A LA BONEUR....da bin ich jetzt aber platt und gratuliere dem Handwerker und dem Eigentümer und ziehe meinen Hut!
Auch wenn die Anordnung des "Gebälks" weiterhin meine Seele beißt.
Sind die Holznägel auch aufgemalt?
Die sehen aus,als würden die deutlich rausgucken aus der Wand,oder täuscht hier das Foto?
Darf ich fragen,wo diese Fassade zu bestaunen ist?
Ich glaube fast,ich müßte das mal anfassen...ok...ansehen,damit ich das wirklich glauben kann.

ES GRÜSST IN KURZEN HOSEN UND MIT HOLZGEWEHR
ollerich



Die



Debatte erinnert mich grade an brutales Fake-Fachwerk letztes Jahr in Oberösterreich. Man beachte die Befestigung mit Schrauben!





@Ollerich
und auch mit roten Knien? ;)

Ich kenn das auch nur vom Foto, daher kann ich dir nicht sagen wo das steht. Aber ich meine dass Olaf auch derjenige ist, der das erstellt hat, würde aber nicht darauf schwören. Kannst ihn aber mal fragen.

Die Schatten sind echt, nicht aufgemalt. Maserung, Holznägel etc. sind modelliert.

@Kellergraskatze
Wäh sieht das "schön" aus. Wieso tackert man sich denn sowas aufs Haus?



@Tina /@Kellergassenkatze



@Tina: Ok...von mir aus auch mit roten Knien und drunter Kniestrümpfe (aber die erst im Herbst wieder) und Danke.
Ich werde Olaf mal kontaktieren.

@Kellergassenkatze: YEAH YEAH YEAH...Das ist das klassische Foto fürs HORRORKABINETT !

Mit nur noch kurzen Grüßen
ollerich

Nachtrag:
Ich habe bei Olaf mal die Bildergalerie durchforstet.
Da fand sich auch noch eine Aufnahme des Hauses aus größerer Distanz und damit ergibt sich der Blick aufs Ganze.
Da kann man deutlich erkennen, das es Putz und Malerei ist.
Macht aber nix,ist und bleibt gut gemacht.
Außerdem habe ich das Gebäude grob verortet und siehe da:
Dort gab es wenig Holz,entsprechend sparsam war man damit und Gefächer wurden wesentlich größer und auch der Stil passt.
Ich lag also auf ganzer Linie falsch...ich bitte Olaf um Entschuldigung für meine Entgleisung...

...und grüße ohne Hose,Holzgewehr
ollerich



Ja,



genau für diesen Zweck hab ich das Foto auch gemacht :D

Das Gebäude ist Teil eines Gasthauses aus dem 17. Jahrhundert im Voralpenraum (hinter Steyr), und zwar ein wesentlich neuerer Anbau im landwirtschaftlichen Teil des Hofs, inzwischen aber als erweiterte Gaststube genützt.

In den 70ern wurde das Haupthaus geradezu sagenhaft verschandelt, innen wie außen. Ein paar Leute haben den Verdacht geäußert, dass sämtliche Landgasthöfe im ganzen Bundesland vom gleichen Innenarchitekten zur gleichen Zeit verschandelt wurden :-D
Jedenfalls muss man schon sehr genau suchen um Hinweise auf das reale Alter des Hauses zu finden. Warum jemand die Idee hatte, diesen Anbau mit absolut nicht regional üblichem Fachwerk zu "behübschen" ist mir völlig unklar. Das Haupthaus hat übrigens Fresken, die mir auch nicht rasend stilsicher vorkommen (schon gar nicht zu den braunen Isofenstern mit innenliegenden Messing-Teilern).



Fachwerksünden



Hallo,

bitte, bitte, bitte kein Fachwerk-Mimikry! Ich lerne auch erst seit gut drei Jahren eine Fachwerkkonstruktion zu lesen und möchte dabei noch sehr viel lernen. Aber mir stellt es schon jetzt immer die Nackenhaare hoch, wenn ich "so wunderschön gemütliches" Fachwerk sehe. Bei dem beim Hinsehen einfach irgendwas falsch ist. Eine ehrliche - und wie oben schon geschrieben - vielleicht viel originalgetreuere Außenfassade mit Putz oder Schindeln ist mir da 1000 Mal lieber.

Miri: Euer Haus steht vermutlich nicht unter Denkmalschutz, oder? Denn bei einem denkmalgeschützten Haus (egal ob EINZELDENKMAL oder Ensembleschutz) ist eine Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden wichtig. Die Mitarbeiter können Dir sicher sagen, was für Euer Haus die übliche Bekleidung war - und was sie Dir empfehlen.

Beim Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz kann man übrigens das Buch "Fachwerksünden" von Manfred Gerner kostenlos bestellen. Für aufgepapptes "Fachwerk" findet man darin auch "herausragende" Beispiele...

Bestellung geht über http://www.dnk.de/Publikationen/n2359, dann einfach nach "Fachwerksünden" suchen. Viel Spaß beim Lesen / Gruseln ;-)

Viele Grüße

Dirk



Wenn schon…



… ein Fachwerkfake aufgemalt, mit Putz gebildet oder mit Brettern draufgepappt wird, sollte man viel größeren Wert auf eine konstruktiv stimmige und in der Region verbreitete Balkenanordnung des Fachwerks legen, als auf möglichst genaues optisches Nachäffen von Originalfachwerk.

Die meisten Häuser sieht man doch erstmal nur von weitem, beim Vorberfahren oder -gehen. Da der Mensch schnell Reihen und wiederkehrende Muster erkennt, ist so ein visueller Gesamteindruck des Hauses, in den ja auch Bauform und andere Elemente wie Fenster, Türen und Dach einfließen, viel prägender als Ausführungsdetails, die man erst beim genauen näheren Hinsehen entdeckt.

Die üblichen Fake-Kandidaten à la "rustikales Landgasthaus" erkennt man schon von weitem, egal wie viel Mühe sich jemand beim Einbetten der Bretter in den Putz gemacht hat, da wäre ein ehrliches Aufmalen oder nur Andeuten in dezenten Farbnuancen zur Fassadenauflockerung ehrlicher und stilvoller, in dem Maße, wie man hier überhaupt von Stil sprechen kann.

Persönlich finde ich es auch irritierend, wenn in einer Mittelgebirgs-Fachwerkregion, wo ein völlig anderer Haustyp Tradition hat, sich jemand ein nagelneues norddeutsches Fachwerkhaus aus dem Katalog eines Komplettanbieters hinsetzen lässt. Ist aber trotzdem noch besser als, das, was ansonsten meist gebaut wird.

Abschließend: Gemessen an dem Aufwand, nachträglich eine halbwegs adäquate Fachwerkoptik wiederherzustellen, sollte der Überlegung einer angemesseneren Dämmvariante im Vorfeld mehr Gewicht beigemessen werden. Es reicht eben nicht, ein paar Firmen, die sich als Dämmspezialisten referenzieren, zu fragen, sondern man sollte sich auch mal in anderem Umfeld umsehen. Heute gibt es genug erprobte und bezahlbare Systeme für Innendämmung, die es verdienen, dass man sich näher damit befasst.



Fachwerk aufmalen?



Hallo Miri,

die Diskussionen hierzu sind sehr kontrovers. Es gibt vieles hierbei zu bedenken und wurde in Thread auch ausführlich erwähnt.Ich möchte keinesfalls Öl ins Feuer gießen, aber...:
Aufmalen finde ich von den bestehenden Lösungen als die wohl schlechteste. Ich habe (aus der Not geboren) mit einem Handwerker, der sich auf die Erstellung von Fachwerken aus Putz spezialisiert, hat sehr gute Erfahrungen gemacht. Schleichwerbung werde ich auf Grund der Forenregeln nicht machen, aber auf eine Anfrage von Dir werde ich natürlich gerne Antworten.

Gruss Udo



Fachwerkmülltonne - altstadttauglich !!


Fachwerkmülltonne - altstadttauglich !!

habe in der von mir geführten Fotogruppe "Fachwerkhaus" (http://www.panoramio.com/group/28221/) ein schönes Foto gefunden, welches ich mit Zustimmung des Autors hier veröffentlichen darf - mal so als Spaßfaktor
© vrroouumm, Eine weitere Verwendung als im Forum ist nicht Inhalt der Gestattung/ Ort: Nähe Konstanz (http://www.panoramio.com/photo/94204572)