Fachwerk Aussendämmung/Schalung

29.09.2015 Joaf



Hallo Zusammen,

wir wollen das Elternhaus meiner Lebensgefährtin die Fassade erneuern, dass Haus besteht zur einen Hälfte aus einem alten Fachwerkhaus (vermutlich von 1850. Die Fächer sind zum Teil schon ausgemauert zum Teil noch mit Lehm, die Fassade wurde in den 1960 mit Eternitplatten verkleidet ohne Dämmung. Die andere Haushälfte ist ein Massivanbau von ca. 1980 gemauert mit Außenputz und Dämmung.

Jetzt überlegen wir die Fassade des Fachwerkteils (Eternitverkleidung) durch eine ansprechende Holzverschalung (Boden Deckelschalung) aufzuwerten.

Hierzu stellt sich uns die Frage nach der Möglichkeit der Dämmung der Fassade.

- Macht das Sinn?
- Wie könnte man die Außendämmung realsiieren?
- Welche Materialen kommen für die Dämmung überhaupt in Frage

Ich habe mir Gedanken dazu gemacht und mir folgendes Überlegt.

- alte Fassade und Lattung wird entfernt
- neue 6cm dicke "Lattung" wird senkrecht angebracht
- Zwischenräume werden mit Holzfaserdämmung gefüllt mit Steico flex WLS 040 mit 6cm Stärke
- Wandschalungsbahn Pro Clima Solitex FRONTA WA
- Konterlattung
- Boden Deckelschalung (Holz noch nicht ganz klar ob Fichte, Kiefer oder Lärche)

Ist so ein Fassadenaufbau bei einem Fachwerkhaus denkbar oder sinnvoll? Oder gibt es bessere alternativen.

Über Anregungen und Ideen würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank schon Jetzt



Dämmung der Fachwerkfassade



Warum nur so wenig Dämmung?
Auch wenn die ersten cm der Dämmung prozentual den größten Unterschied bewirken ist der Aufwand an Arbeit und Kosten für Befestigung und Verkleidung bei jeder Dämmstärken der gleiche.

Ich würde auch überprüfen ob eine Dämmung des 35 J alten Anbaus sinnvoll wäre, die dann im Zuge der Nachbarhausdämmung durchgeführt werden könnte.

Ein Foto der betreffenden Fassade wäre zur besseren Beurteilung hilfreich und auch den genauen Wandaufbau der Fachwerkwände angeben.

Grundsätzlich sind kapillaraktive Dämmstoffe wie Zellulose oder Holzfaserplatten günstig.
Aber auch Sockel- und Fensteranschlüase müssen geplant werden.
Statt einer Bretterfassade wären auch Holzschindeln möglich-
als Holzsorte zB Lärche bzw Zeder
Ggf an meine Mailadresse schreiben

Andreas Teich



Fachwerkaußendämmung



Wie ich es verstanden habe, ist bei diesem Aufbau keine Hinterlüftungsebene vorgesehen. Ist das richtig ?

MfG Roland



Außendämmung



Es gibt Konstruktionen, die ohne Hinterlüftungsebene funktionieren-

Für Holz- oder Plattenverkleidungen werden Hinterlüftungsebenen installiert, die hier auch bauphysikalische und konstruktive Vorteile haben.

Die vorhandenen Asbestplatten sind asbesthaltig !!!
also nur mit entsprechender Schutzausrüstung abnehmen.
NICHT brechen, sondern von oben anfangend vorsichtig abhebeln-
sofern möglich Nägel herausziehen.
Sofort in Plastiksäcken stecken und darin verschlossen transportieren.
Es gibt div Schutzvorschriften zu beachten- normalerweise dürfen solche Arbeiten nur von zertifizierten Fachbetrieben vorgenommen werden- also teuer.
Fotos einstellen hilft weiter

Andreas Teich





Finde ich richtig gut



Fachwerk Aussendämmung/Schalung



Hallo Zusammen,

Bilder kann ich erst nächste Woche einstellen, bin aktuell auf Dienstreise.

Das mit dem Asbest war mir bewußt, habe ich mich auch schon zwecks Schutzkleidung und Entsorgung in BigPacks informiert.
Danke für den Hinweis von Oben nach Unten mit der Demontage zu beginnen.

Hinterlüftung ist von meiner Seite aus schon geplant, da ja die Boden Deckelschalung mit einer Konterlattung auf die Balken montiert werden soll, zwischen welchen ich die Dämmung unterbringen möchte.

Die Frage ist natürlich berechtigt ob nicht gleich die Außendämmung des 35 Jahre alten Anbaues sinnvoll ist - das sicher ohne Frage. Aber das ist aktuell finanziell nicht eingeplant.

Was mich einfach jeden Tag beschäftigt ist - könnte ich durch mein Vorhaben mehr Schade anrichten? Wenn dem so ist, dann wäre ja die Überlegung einfach nur eine Boden Deckelschalung anzubringen mit einer Konterlattung als Aufbau, dann würde sich nach meinem Verständnis zur bisherigen Fassade mit Asbest nichts verändern.

Vielen Dank euch allen für eure Hinweise.

Gruss
Joachim



Außendämmung



Außendämmung mit diffusionsoffenen, kapillaraktiven Dämmstoffen kann bei korrekter Planung und Durchführung keinen Schaden anrichten-
ganz im Gegenteil:
da die Innenwand dadurch wärmer wird kann kein Kondenswasser anfallen,dadurch besteht keine Schimmelgefahr bei richtiger Ausführung und Verhalten,
zudem wird auch die Schalldämmung verbessert und Feuchtigkeit von der Wand abgehalten (das allerdings auch wenn nur eine Verkleidung angebracht wird).

Von ENEV-Verpflichtungen ganz abgesehen- wobei ich die nicht als Maßstab nehmen würde- halte ich solche Außendämmungen in den entsprechenden Fällen für sehr sinnvoll. (haben wir hier an 2 Gebäuden ebenso gemacht)

Es können Zuschüsse für Einzelmaßnahmen oder für die Gesamtsanierung beantragt werden- von der Energieeinsparung und dem besseren Wohnkomfort ganz abgesehen.
Zudem läßt sich die Außengestaltung nach eigenen Vorstellungen vornehmen.
Könnt ihr selber Arbeiten durchführen bei entsprechender Planung? Dann sind solche Arbeiten sehr wirtschaftlich durchführbar- ggf Details mailen

Andreas Teich



Fachwerkaußendämmung



Ich steh gerade bischen auf dem Schlauch: Ich nahm bis jetzt an, dass die Hinterlüftung zwischen jeweils senkrechten Latten vertikal erfolgen sollte. Bei der beschriebenen Variante liegt die Konterlattung jedoch waagerecht, sodaß die Belüftung von links nach rechts, jedenfalls horizontal erfolgt.Ist das ausreichend, um eine gute Zirkulation zu bekommen?



Fassade mit Hinterlüftung



Üblicherweise wird eine vertikal verlaufende Luftschicht hergestellt, um eine hinterlüftete Fassade herzustellen.
es gibt aber auch belüftete Varianten, die nur mit unterseitigen Öffnungen hergestellt werden oder solche nur mit Luftschicht, die aber oben und unten geschlossen sind.
Horizontal verlaufende Unterkonstruktionen können aber auch mit kurzen, versetzt angeordneten Stücken hergestellt werden.
Was jeweils notwendig und sinnvoll ist muß individuell beurteilt werden und hängt von der Profilart ab, der Exposition, der Verlegung etc.
Bei vertikaler Verschalung kann zusätzlich eine dünne vertikale Unterkonstruktion zur Hinterlüftung angebracht werden auf die die Querlattung geschraubt wird.

Andreas Teich



Dämmstärke



Würde ich mindestens auf 12 cm aufstocken, z.B. Kreuzrost 6 cm Latten mit Dämmung dazwischen. Kreuzrost reduziert die Wärmebrücken.

Wenn der ganze Aufbau nicht zu sehr auftragen darf, kann man Doppelstegplatten aus Polykarbonat in Streifen schneiden, und als luftdurchlässigen Abstandshalter verwenden. Die Schalung wird durch die Platten an den Kreuzrost geschraubt.

Die Hinterlüftung entspricht zwar nicht hiesigen "Regeln", ist aber gerade bei einer Boden / Deckelschalung bestimmt ausreichend.



Die



Ausführung mit den luftdurchlässigen Abstandshaltern verstehe ich nicht.
Würde mich mal interessieren, kann das mittels Skizze eventuell dargestellt werden?
Mit Grüßen Danilo



Fachwerk Aussendämmung



Hallo Zusammen,

vielen Dank für die rege Diskussion und die Vorschläge, ich hab mal versucht meine Vorstellung in eine Skizze darzustellen. So hätte ich mir das vorgestellt.

Gruss
Joachim



Abstandshalter



Habe ich bei http://www.cor-a-vent.com/sv5.cfm abgeschaut. Ich habe Doppelstegplatten aus Polykarbonat / Makrolon verwendet.

An die bestehende Wand käme erst eine senkrechte 6 cm Lattung mit Dämmung dazwischen, davor eine waagrechte 6 cm Lattung ebenfalls mit Dämmung. Dann die Wandschalungsbahn, die Doppelstegplatten (jeweils auf der Lattung aufliegend) und direkt die Holzschalung.