Fachwerk außen Verputzen bündig mit Balken?

09.04.2014



Hallo Zusammen,

ich habe mir letztes Jahr eine Fachwerk-Garage bebaut.
Diese wurde abgebunden geliefert und von mir selber Aufgebaut.
Jetzt bin ich gerade dabei die Gefache mit Porotonziegel zu Vermauern.
Von außen möchte ich einen Kalk-Zement-Putz und einen Strukturputz auf Mineralischer Basis auftragen.
Dabei Stellt sich mir die Frage wie ich das fachlich korrekt Ausführe.
Soll ich den Unterputz bündig mit den Balken Auftragen und dann den Strukturputz (3mm Körnung) Überstehen lassen?
Oder ist es besser das der Strukturputz bündig abschließt?
Die erste Variante ist sicherlich bedeutend einfacher Auszuführen aber bekomme ich dann Probleme weil sich die Feuchtigkeit auf der Putzkante sammeln kann?

Vielen Dank für Eure Hilfe.



Benito



"Dabei Stellt sich mir die Frage wie ich das fachlich korrekt Ausführe."


SO sicher nicht....

Lies Dich mal im Forum zum Thema Gefacheausmauerung ein. Dann fallen Dir die Füllungen nicht irgendwann raus oder der Putz platzt ab. Von vergammeltem Fachwerk nicht erst zu reden...


Andreas





Das Ideal ist Poroton ja nicht,aber wegschmeißen wirst du sie wohl auch nichtwollen.
Dreiecksleisten im Gefach angebracht?

Auf jeden Fall bündig ohne überstehende Kanten Verputzen ,am Holz lang Kellenschnitt machen.

Grüße Martin



Poroton



Wenn es denn das teure und für Gefachausmauerung eigentlich nicht gedachte Zeugs für 'ne Garage schon sein soll, dann kann man auch 'nen Niro Stahlwinkel auf die Balken bringen und die Ziegel mit der Flex entsprechend einschlitzen, dann kippt da nix...
Die Putzfrage ist hier materialtechnisch weitgehend egal, da es ja wohl kaum nennenswerte Klimaunterschiede zwischen innen und außen geben wird, bündig zum Holz halte ich für angebracht... auch den Unterputz kann man strukturieren, warum willst Du denn da noch einen Strukturputz oben drauf klatschen? Was genau verstehst Du darunter?



Genauigkeit



Lieber Benito

Kurz zu deinen Fragen:
1. Grundsätzlich empfehlen die Regeln der Technik, dass die Gefacheoberflächen mit dem Holz eine Ebene bilden. Dabei sind Hölzer mit Baumkanten und Fehlstellen nicht zu überputzen. Umlaufende Sollrisstellen sind durch Trennung mit einem Kellenschnitt herzustellen. Einen Putzüberstand von 3 mm halte ich allerdings für hinnehmbar, denn Hausbau ist schließlich kein Maschinenbau.

2.Zum Außenverputz ist ein möglichst weicher Putz zu empfehlen, da Fachwerkwände stärkeren Bewegungen unterliegen als ein monolitisches Mauerwerk. Ich empfehle daher eher einen Putz aus der Mörtelgruppe P I nach DIN V 18550. Die Mörtelgruppe P I wird unterschieden in a) Luftkalkmörtel, b) Wasserkalkmörtel, c) Mörtel mit hydraulischem Kalk.

Auch zu deiner Ausfachung aus Porenbeton noch einige Worte. Bei hohen Neuholzanteil und hohen Holzfeuchten können Verformungen auftreten, die bei den geringen Festigkeitswerten zu Abplatzungen im Putz- bzw. Mauwerksbereich führen können.

Die wichtigste Eigenschaft besteht jedoch in der Wasserdampfdiffussionsoffenheit des Gesamtaufbaues. Daher ist gerade der weitere Aufbau des Gefaches (Feinputz, Farbe) auf seine sd Werte hin zu überprüfen.

Mit besten Grüßen

L. Parisek