Fachwerk außen dämmen (Ausfachung)

15.04.2015 Thomas



Hallo Fachwerkfreunde,
wir haben uns ein Fachwerkhaus aus Leimholzbalken 145 x 145 mm gebaut.
Meine Frage wie dämme ich dieses, meine privaten Überlegungen waren.
die Ausfachung mit einer Dämmung ?? dann-Armierung-und Außenputz
innen: Unterspannbahn auf die Holzbalken-dann OSB Platte 18 mm-120 mm Dämmung (im Rigibs Ständerwerk verankert)-Dampfbremse-und darauf Rigibs doppel beplankt
Kann mit bitte jemand sagen ob dieser Aufbau richtig wäre und wenn ja welche
Materialien verwende ich als Außendämmung und welche im Innenbereich.
Oder sollte man das Fachwerk mit Gasbeton ausfachen und dann Armierung und anputzen ?
der Innenaufbau wäre dann: an die Holzbalken eine Dampfbremse - 120 mm Dämmung (auch im Rigibs Ständerwerk verankert) und darauf Rigibs doppelt beplankt
Für eine Info wäre ich sehr Dankbar
Grüße aus Berlin





Welchen Sinn verfolgt dieses Projekt? Wenn Du die Außenwände Verputzen willst, warum dann so ein aufwendiges Fachwerk und nicht ein einfacher Holzrahmenbau. Wenn das Fachwerk sichtbar bleiben soll, warum dann keine professionelle Planung?

Es gibt online sogenannte U-Wert Rechner. Gib dort mal Deinen Wandaufbau ein und achte auf den Ausfall von Tauwasser. Gefahr! Wenn Du die Ausfachungen mit Dämmmaterial ausführts, werden die Balken zu Wärmebrücken und verrotten in absehbarer Zeit.



Dämmung ?



Wurde das denn irgendwie geplant ?
Ist das als Wohngebäude vorgesehen?

Habt ihr das selbst gebaut ?
Warum aus BSH ?
Da hätte doch wesentlich günstigeres KVH genügt-
(wobei es BSH 145/145 ohnehin nicht gibt)

Normalerweise überlegt man sich doch vor dem Bau wie der Wandaufbau, Dämmung etc sein werden.

Wenn die Außenoptik egal ist könntest du auch einfach das Fachwerk als Innenwand stehen lassen und darauf eine Außendämmung anbringen, zB Holzfaserplatten oder Hanfplatten und die verputzen.
Oder eine Hohlkonstruktion bauen und die mit Zellulose vollblasen.
Oder die Fachwerkwände mit Lehmsteinen schließen, mit Lehm innenseitig verputzen, außen dann TJI Träger anschrauben, darauf verputzbare Holzfaserplatten und Hohlraum mit Zellulose füllen.

Da gibts jede Menge Möglichkeiten-
zuerst müßte jedoch der Gebäudezweck näher betsimmt werden, Heizsystem, Dämmstandard, Fensteranschlüsse etc.
Sofern es überhaupt eine Baugenehmigung gibt sollte die doch diese Angaben enthalten.
Oder steht das Ding irgendwo im Ausland ?
dann wären natürlich die örtlichen Klimabedingungen zu beachten

Andreas Teich



was ist das Ziel ?



Wie schon erwähnt, sind die massiven Leimholzbalken nicht ideal. Sie stellen durch ihre Form eine erhebliche Wärmebrücke dar, und sind wahrscheinlich nicht für dauernde Bewitterung geeignet. Dazu kommt, dass das Dach giebelseitig zu wenig Ueberstand hat.

Zusätzliches Ständerwerk für die Dämmung ist Platz- und Geldverschwendung. Günstige 60 x 60 mm Latten, waagrecht montiert, reichen als Installationsebene und Unterkonstruktion für die raumseitige Beplankung.

Fachwerk innen sichtbar: schwierig weil eine saubere Dampfbremse so fast unmöglich ist.

Fachwerk aussen sichtbar: Könnte man mit Fermacell Powerpanel HD ausfachen (verputzbar), dahinter dämmen (z.B. mit Zellulose). Innen würde ich eine gedämmte Installationsebene (z.B. 60 mm) vorsehen, um die Wärmebrücken zu brechen.

Fachwerk nicht sichtbar:

https://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/index.php?&d0=1.25&L0=434092626&mid0=196&d1=6&L1=289320304&mid1=251&x1=30&d2=6&L2=289320304&mid2=36&x2=6&d3=6&L3=289320304&mid3=251&x3=30&d4=0.02&L4=1165247442&mid4=622&d5=14.5&L5=415224716&mid5=551&x5=58.5&d6=14.5&L6=415224716&mid6=36&x6=14.5&d7=3.5&L7=1&mid7=39114&d8=0.045&L8=3&mid8=41975&bt=0&T_i=20&RH_i=50&Te=-5&RH_e=80&outside=1&name=Holzwand%20neubau

Der resultierende u-Wert ist unter 0.2 W/m2K, durchaus respektabel. Mehr braucht es m.E. nicht.

Bei einem Holzbau finde ich einen Aussenputz unehrlich. Ich würde eine Vorhangfassade aus Holz oder Faserzement anbringen.



Fachwerk dämmen



Schauen Sie in Ihre Baugenehmigung, da steht der Wandaufbau drin. Sie können auch Ihren Entwurfsverfasser fragen.
Ohne Baugenehmigung haben Sie ein ernsteres Problem als die gefühlsmäßige Zusammenstellung eines Wandaufbaues. Das trifft auch für die Abweichung von der genehmigten Bauweise zu; spätestens dann wenn ein Schadensfall eintritt und die Versicherung zahlen soll oder wenn Sie verkaufen wollen bzw. müssen.
Übrigens:
Die Schichtenabfolge festzulegen ist nicht so arg kompliziert. Das eigentliche Problem sind die Detaillösungen wie z.B.Wand- und Fensteranschlüsse.
Mal eben so fix eine neue Bauart kreieren geht nicht so schnell. Wenn Sie das dritte oder vierte Haus nach der Versuch-Irrtum Methode gebaut haben wissen Sie was ich meine.



Fachwerkneubau- Wanddämmung



Ich hatte ja auch schon nach Baugenehmigung gefragt und dem darin vermerkten Aufbau.
Da aber das Fachwerk mit Winkeln verbunden ist könnte es doch ein Eigenbau sein (ohne Planung???) Wenn's in Berlin steht aber eher unwahrscheinlich.

Zuerst würde ich aber das Dach schließen, damit dir nicht das ganze Fachwerk durchnäßt wird.
Für welche Bedachung war das vorgesehen oder berechnet?

Wenn es gedämmt ist könntest du eine Dampfbremse unterhalb der Binder verlegen, darauf eine Streuschalung und darauf zB Gipsfaserplatten oder Glattkantbretter mit Fuge verlegen.
Den Dachraum dann am Besten mit Zellulose ausblasen.

Wegen der Metallwinkel wird das Fachwerk als Ganzes kaum innen sichtbar bleiben sollen-sondern etwas ähnlich deinen Vorschlägen erfolgen.

allerdings erschweren die Winkel auch das Anbringen von Leisten, festen Dämmplatten etc.

Entweder die Gefache ausmauern mit Lehmsteinen oder Tonziegeln, um Putzstärke zurücksetzen und mit Kalkputz verputzen.
Oder mit hydrophobierten Holzfaserplatten ausfachen und verputzen,
wobei die Anschlüsse schwierig sind.

Innen muß zusätzlich gedämmt werden inkl Überdämmung des Fachwerks, da diese ansonsten eine zu große Wärmebrücken darstellen.

Entweder frei vor die Wand eine Unterkonstruktion aus C-Profilen u Boden-und Deckenprofilen setzen, mit Folie bei jedem Ständer separate Gefache bilden, Dampfbremse Verlegen mit Stößen auf den Ständern,
18 mm Fermacellplatten aufschrauben.
Hohlraum mit Zellulose dämmen.
Dann aber ggf Heizungsleitungen vor die Wand und Elektrik in den Fußleisten oder luftdichte Unterputzdosen ( zB von Kaiser) verwenden.

Es kann natürlich auch eine Kreuzlattung aus Holz hergestellt werden,
Dämmung mit Holzfaserplatten, Zellulose-oder Hanfplatten,
darauf Dampfbremse bzw alternativ als Dampfbremse verleimte OSB-Platten und Fugen u Ecken abkleben- dann Konterlatten zur Herstellung einer Installationsebene und darauf Gipsfaserplatten oder Lehmbauplatten, ggf auf Streuschalung.

Sockel mit Perimeterdämmung versehen

Den Dachüberstand würde ich aber in jeder Richtung vergrößern, um die Schlagregenbelastung zu reduzieren, unten einen Streifen aus Rundkies vorsehen.

Welches Heuzsystem ist geplant und wie soll der Fußboden aufgebaut werden?

Andreas Teich



neue Welt - computerisierter Eigenbau ?



Auf den Leimbindern steht "Opitz Holzbau", die bieten auch automatisierten Abbund an. Da würde ich also nicht gegen einen Eigenbau wetten.

Das Dämmkonzept hätte man natürlich vorher planen dürfen... und so viel Holz hätte es auch nicht gebraucht.



Holzbaufirma ?



Stimmt- aber wäre auch möglicvh, daß die nur die Dachbinder gemacht haben.

Sonst wäre es ja ganz unverständlich, daß überall Winkel im Fachwerk verschraubt sind, wo es doch mit CNC überhaupt kein Problem ist noch Schlitz und Zapfen mit der Abbundmaschine herzustellen und kostet auch nicht so viel mehr.

Dann wäre es wenigstens handwerklich gut und viel schneller und genauer zu montieren.

Für welche Belastung/Bedachung und Deckenverkleidung sind die Dachträger ausgelegt und kannst du noch sagen wieviel für das Holz und die Abbundarbeit berechnet wurden und ob dir der Aufpreis für Schlitz und Zapfenverbindungen genannt wurde ?

Andreas Teich