01.05.2018 Joko 1952


Hallo, habe mich soeben angemeldet und habe natürlich eine Frage:

Habe aus einem ca. 150 Jahre alten Fachwerkhaus defekte Riegel erneuert und möchte nun die entnommenen Backsteine nach Reinigung von Mörtelresten wieder in die Gefachte einmauern. Im Baustoffhandel wurden mir unterschiedlichste Empfehlungen,
Trassmörtel, Weißkalkhydrath, normaler Zementmörtel gegeben.

Meine Frage: Welche Mörtelmischung ist zur Wiederherstellung der Backsteingefachte die richtige ???

Danke und Gruß



Kalkmörtel



Na wie sehen den die Mörtelreste aus, dann kommen wir schnell drauf.

Vor 150 Jahren wird dafür niemand Zement genommen haben und das ist auch heute nicht die beste Empfehlung.

Auch Trass und so ist im Baumarkt alles nicht so toll, fürs alte Haus.

Kalksandmörtel aus Weißkalkhydrat und Mauersand. Auch für den späteren Verputz, dort "feineren" Sand für die Baustellenmischung verwenden. Oder geeignete Werktrockenmörtel, wie beispielsweise Gräfix 61 Haar, verwenden.

Dieser wurd damals vermutlich trockengelöscht, wie man an den Kalkeinschlüssen (Spatzen) gut erkennen kann.



Wenn die Ziegel neuverbauen willst,



dann ist relativ egal was du verwendest.
Ich habe inzwischen tausende von Ziegel gereinigt und neu verbaut.
Wenn die Wand neu ist, dann kannst du normalen Zemntmörtel nehmen.
Ist in der Oberfläche etwas grober, doch wen stört das? Gegen Witterung ist Zement eine gute Lösung.
Wenn es noch einen Restbestand von Mauer gibt, dann wurde vermutlich Kalk verwendet und das solltest du dann auch tun.

Klaus



Backsteine



Backsteine gibt es seit Urzeiten und man hat sie mit allem möglichen verarbeitet, was es in der Geschichte so gab. Selbst Zementmörtel ist nicht wirklich modernes Teufelszeug. Ohne Zement und Backsteinen würde es die Hälfte aller römischen Monumente nicht geben. Unser Haus wurde übrigens um 1900 mit allem möglichen gebaut, was man als Bauer so auftreiben konnte. Da grenzen Wände mit steinhartem Zementmörtel an Wände mit sandigem Kalkmörtel und das hält heute noch genauso gut, wie früher. In manchen Wänden hat man den vermutlich damals teureren Zementmörtel sogar ausschließlich zum Mauern der Türstürze verwendet.





Mag schon sein das Zement eine gute Sache ist, aber hier geht es nicht um das Pantheon, sondern um eine Gefachereparatur.



Sorry, das mit den Gefachen



hatte ich irgendwie überlesen. In dem Fall würde ich auch nicht zu steif mauern.



Ziegel neu verbauen



ist die Frage, wenn ich richtig gelesen habe.
Der TE hat die Ziegel ausgebaut und gereinigt und nun möchte er diese neu einbauen.
Wenn die Ziegel sauber sind, dann ist doch kein Rest von irgendwelchen Baustoffen dran, denke ich.
Daher die Frage: Was spricht gegen Zement?
Also bei mir hat es funktioniert bzw funktioniert es immer noch.

Klaus



Es scheint so



als ob die Suchfunktion nicht funktioniert.
Zementmörtel ist viel zu hart, selbst Kalk-Zementmörtel ist zu hart. Es enstehen Risse, Wasser dringt ein und eine Rücktrocknung dauert (selbst) bei Kalkzementmörtel 10x so lange wie bei Kalkmörtel.

Proforma schon mal dein Mischungsverhältnis:
1 Teil Kalk CL90
3 Teile Sand
Baustoffhändler wollen nur verkaufen. Zementmörtel hat dort nichts verloren.



Der Baustoffhändler



kann scheinbar nichtmal ein Datenblatt lesen. Zitat zur Anwendung von Zementmörtel:
"Zemementmörtel zum Errichten von hochbelastetem Mauerwerk auf schweren Steinarten wie Kalksandstein, Betonsteinen o.ä. Zum Verputzen von Kleinflächen im Sockel- und Kelleraußenwandbereich und Feuchträumen."