Hilfe,ich komme nicht weiter!

19.07.2007



Ich habe hier lange Zeit mitgelesen und mich jetzt angemeldet,weil mir die Probleme mit dem Fachwerk über den Kopf wachsen!Ich brauche Tips.Keine Firmenverweise!Das Desaster des letzten "Fachmanns" reicht!
Ich habe 1994 einen Restbauernhof gekauft,dieser besteht aus einem Massivhaus Bj.1967,einem Scheunenanbau von 1921(wohl das ursprüngliche Haus)und einer Scheune,Bj.1941.Der größte Teil der Fachwerkanbauten steht im EG auf Stahlstützen,bzw.sind bis unters Dach leer.Jetzt wurde festgestellt,der Schaden durch Schädligsbefall geht bis unterkannte Fenster im OG...
Ein Bauantrag zwecks Umnutzung wurde vom Bauamt Homberg/Eftze abgelehnt(örtliche Gesamtansicht,bla,bla),dafür aber 50 m weiter links ein Y-Tong Haus und 50 m weiter rechts ein zweistöckiges Pultdachhaus genehmigt...
Ursprüngliche Pläne existieren nicht mehr,angeblich sind sie bei der Umstellung von Microfiche auf Digital verschollen...
Zur Zeit bewohnen wir nur den Massivteil,der mit 100 qm jetzt zu klein wird.Eine Sanierung durch Fremdfirmen ist finanziell nicht tragbar.
Zuschüsse gibt es keine,da "zu Jung".
Was würdet Ihr machen?Bitte keine Vorschläge wie "warmer Abriss",oder so!

Jörg



Es erschließt sich mir nicht,



wo genau wir helfen sollen?

Einen anscheinend massiven Schädlingsbefall ohne Fachleute durch Fernheilung beseitigen?

Verschwundene Pläne wiederfinden?

Einen Bauantrag ohne die Kompetenz, Kontakte und rechtssichere Argumentationsketten eines Architekten/Bauingenieur/RA erstellen?

Die Bauherrn des Yton-Hauses und des Pultdachhauses überzeugen, dass ihre Häuser in einen anderen Ort transloziert werden müssen?

>Was würdet Ihr machen?
Gerade in einer anscheinend ausweglosen Situation sollten Sie sich einen Fachmann suchen.



Der letzte "Fachmann"...



...hat zwecks Schädlingsbekämpfung alles befallene rausgerissen und durch genannte Stahlstützen ersetzt...die Firma existiert nicht mehr.
Alle Fachleute und die es vorgeben zu sein,wollen erst mal mein Geld.
Einerseits wird YTong und Pultdach genehmigt und andererseits wird man selber mit 2 DIN A4 Seiten Auflagen belegt.
Was stimmt hier nicht?Muss man da wen schmieren...?
Bin selber bei der Behörde vorstellig geworden und habe alles von dummen Antworten bis dummen Bemerkungen durch(Pläne).
Ich suche Erfahrungsaustausch mit Hausbesitzern,die ähnliche Probleme haben,bzw.hatten.
Von Fachleuten habe ich erst mal die Nase voll!



Ach du Sch...



Ich gebe Hartmut Stoepler Recht, dass es nicht leicht faellt, bei Deinem Problem mit handfesten Loesungen auszuhelfen. Aber einen Vorschlag habe ich doch:
Wenn ich es richtig sehe, steht und faellt alles mit der Genehmigung, den Scheunenanbau umzunutzen. Ohne die Genehmigung hast Du eine baufaellige Bruchbude, in deren Rettung Du keinen Kreuzer stecken wuerdest, weil Du nichts damit anfangen kannst / darfst. Mit Genehmigung hast Du zwar immer noch eine baufaellige Bruchbude, aber die Motivation und die Moeglichkeit, sie zu retten - und dann kommen die Fragen, fuer die man dann wohl doch den von Herrn Stoepler angeratenen Fachmann zurate ziehen sollte.
Also ist mein Vorschlag, mal ein freundliches (!) Gespraech mit dem zustaendigen Menschen von Amt zu suchen. Ich halte, wenngleich manchmal muehsam, den Glauben aufrecht, dass Beamte auch Menschen sind. Appelliere an seine Kompetenz und sein Verstaendnis. Auch der Beamte hat ein Haus, in dem er wohnt, und ein Konto, auf dem zu wenig Geld ankommt. Bitte ihn/sie um HILFE, denn dass suggeriert ihm/ihr, Macht zu haben, und das schmeichelt. Bleibe bei alledem hoeflich, auch wenn es ein sadistischer Technokrat ist, aber geh zum Vorgesetzten, wenn Du auf Granit beisst.

Viel Glueck!



Erfahrungsaustausch



Erfahrungen mit Fachleuten im Desastersegment:
Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer, Professoren, Automechaniker, IT-Experten, Steuerberater, Banker, Verkäufer und Kundenbetreuer, Telekom, Finanzbeamte, Tischler, Zimmerleute, Maurer, Maler, Chirugen, Orthopäden, Versicherungsagenten, Guterachter (verschiedene Bereiche), Reisebüros, Bahnangestellte, Hotelbedienstete, Frauenversteher, Elternratsmitglieder, Angestellte der IHK und BG, ...

Das ist aber nicht wirklich schlimm, das nennt man das Leben. Sie müssen immer irgendwem "vertrauen". Manche vertrauen sogar ihren fachmännischen Freunden, die natürlich beim Bauen helfen - jederzeit, von morgens bis abends. Sie kommen ohne Fachleute nicht durchs Leben. Wahrscheinlich verdienen Sie sogar als Fachmann Ihr Geld - also vertraut irgendjemand Ihnen, ohne Sie zu kennen.

Wenn Sie sich auf Fachwerk.de umschauen, können Sie sich von vielen Firmen ein Bild machen. Fragen Sie nach Referenzen. Schauen Sie sich aktuelle Projekte an. Es gibt sie, die Fachleute, die auch Ihnen helfen können.



Frust



Ich bin ein Jörg-Versteher. Hätte dieses Forum seine Popularität, wenn es Jörgs zitierte Fachleute nicht gäbe? Seine Fragestellungen im ersten Eintrag sind gespickt mit schlechten Erfahrungen. Ich gebe Konrad Lehman in den meisten seiner Ausführungen recht. Bei uns in Südbaden gibt es noch eine übergeornete Baurechtsbehörde im Regierungspräsidium, wo Einsprüche bearbeitet werden (keine Ahnung wie es in Neuental der Fall ist, eine übergeordnete Baurechtsbehörde gibts aber wohl auch)Jedenfalls haben wir dort sehr gute Erfahrungen gemacht und der Aufwand hält sich in Grenzen. Allerdings, das bleibt richtig, ist eine fachmännnische Begleitung von Nöten. Jörg sucht Kontakt zu Leuten, die ähnliche Probleme wie er hatten. Was ist fremd daran, statt eines Firmenverweises zunächst eine Referenz zu nennen, wenn der Kunde es wünscht? Schöne Grüße Jürgen Maier



Jörg-Versteher bin ich auch!



Ich bin auch ein Freund vom therapeutischen Schreiben. Das rubbelt die Synapsen frei und bringt Licht in den Keller. Aber wenn dann alles ausgeleuchtet ist, sollte auch die Erkenntnis zu Tage treten, dass niemand so einen Haufen - nennen wir es Arbeit - allein bewältigen kann. Der erste Schritt ist, dass man den Frust im Keller lässt und das Licht aus macht. Dann lustwandelt der Erleuchtete klaren Verstandes durch die Gärten der unverbrauchten Fachleute und pflanzt neue Bäume. Anderenfalls könnte es passieren, dass er das Licht ausmacht, während er noch drin ist ... im Keller.



Rückfrage



an Jürgen Maier:
hätte dieses Forum seine Popularität, wenn nicht tagein, tagaus Fachleute mit äußerst präzisen und fundierten Lösungsvorschlägen sich daran beteiligen würden? Vielleicht lohnt sich doch ein zweiter Anlauf, um jemanden vor Ort zu finden, der solch einen Kraftakt kompetent begleitet und wo die Chemie und das Vertrauen passen.



Bauamt



Hallo Jörg!
Ich selbst komme auch aus Nordhessen - habe aber bessere Erfahrungen mit den Behörden gemacht.
Ich weiß ja nicht, ob du die Leute vom Bauamt bei Dir zu Hause hattest oder ob das ganze per Aktenlage entschieden wurde.
Wenn Du mit der Kreisverwaltung (diese war es ja wohl?) nicht weiter kommst, würde ich an Deiner Stelle versuchen, mit Herrn Zietz vom Landesamt für Denkmalpflege Kontakt aufzunehmen und ihn um eine Ortsbesichtigung bitten.
Es geht ja um die Ortsansicht - evtl. hast Du so eine Chance, eine Baugenehmigung zu bekommen?
Papier ist geduldig, kann aber nicht den Eindruck der Situation vor Ort 100% wieder geben.
Viel Erfolg
Silke



Als bekennender Nichtprofi



in Sachen Hausbau und Eisenbahn vertraue ich doch regelmäßig der Bahn (Obwohl sie hin und wieder das Gegenteil beweist).

Vielleicht, kann man den Stall so umbauen, dass die Front nicht verändert wird?

Ich versuche auch, so ziemlich alles selbst zu machen, aber eine tragende Fachwerkwand ohne Zimmermann zu sanieren finde ich gewagt. Obwohl, der Stall ist nicht lebenswichtig und wenn das Dach runterkommt und Du nicht drunter stehst, bricht nicht die Welt zusammen.

Da würde ich vielleicht doch einen Versuch wagen und mir einen Balken schnitzen.



Danke für den positiven Zuspruch !



Der Herr Lehmann hat es auf den Punkt gebracht! Genau so sieht es aus.
Vielleicht hätte ich jemandem vom Amt zu einem Ortstermin bitten sollen...
Jedenfalls werde ich mich erst mal mit ein paar Bildern an den von Silke genannten Herrn Zietz wenden.
Der Zimmermann und diverse Balken tauschen,ist nicht das Problem,das Problem ist das alles so Mau aussieht.Teilweise sind ja noch nicht mal halbe Balken übrig.Natürlich möchte ich das Aussehen so lassen,sonst hätte ich ja kein Fachwerk gekauft.Die positiven Antworten von euch,bauen einen so richtig auf,habe ich gebraucht...

Jörg