Sanierung Fabrikationsgebäude in Nürtingen




Hallo Forum,
wir wollen unser ehemaliges Fabrikationsgebäude denkmalgerecht sanieren.
Es handelt sich um einen Fachwerkbau, der immer schon verputzt war.
Wir wollen auf den Außenwänden eine Innendämmung aufbringen, möglichst in Lehmbauweise.
Über die Konstruktion sind wir uns noch nicht klar.
Insbesondere fehlen uns noch bauphysikalische Gutachten, und ein kostengünstiger Wandaufbau.
Da wir möglichst viel in Eigenleistung erbringen wollen, möchten wir möglichst auf unserem Gelände vor Ort Schulungen bekommen, um die Techniken zu erlernen.
Die neuen nichttragenden Trennwände sollen ebenfalls in Lehmbauweise erstellt werden.
Wir brauchen also Infos über den neuen Wandaufbau und über Schulungsmöglichkeiten oder Firmen, die mit Eigenleistungen Erfahrung haben.
Vielen Dank !



Lehmputz und sonstiges



Hallo
bezüglich der Innendämmung schau mal auf die www.claytec.de seiten da ist das ganz gut beschrieben - Leichtlehmwände, Schilfdämmung etc. Die machen auch Schulungen.
Gute Bauanleitungen von Handwerkern gibt es hier und da - aber manchmal geizen die etwas mit Ihrem knowhow - is auch verständlich -is ja deren "Kapital" - die müssen ja auch was verdienen.
Wenn im Stuttgarter Raum sowas nicht zusammen geht mailen Sie mir halt - evtl kann man zusammenkommen!

Und auch den Aussenputz kontrollieren - wollen Sie das Fachwerk aussen sichtbar machen oder verputzt lassen??

Grüsse aus Nürnberg

Florian Kurz



So eine Innendämmung ist Mist,



denn erstens bringt sie Feuchte in die Konstruktion, vermindert die Austrocknung der Fachwerkwand im Winter mangels innerer Wärmezufuhr und Abtrocknungsgeschwindigkeit und obendrein wird sie dämmtechnisch niemals wirtschaftlich. Sie ist viel zu teuer, um durch Heizkostenersparnisse refinanziert zu werden - auch Eigenleistung kostet ja Geld. Und Außendämmung wäre ebenso Blödsinn.

Es ist m.E. ein grausame Behandlung der jahrhundertelang funktionierenden Fachwerkhäuser, sie nun der Dämm- oder Lehmbaumanie zu opfern. Alles geht von grottenfalschen Theorien aus - und so wird der Bestand irrtumshalber kaputtsaniert. Wichtig wäre ein gutes Heizsystem und ansonsten die alte Konstruktion mit Verstand und nicht maximaler Naßbauweise reparieren.

Auf den Links gibt es Detailaufklärung:


http://www.konrad-fischer-info.de/7temper.htm



http://www.konrad-fischer-info.de/213baust.htm



http://www.konrad-fischer-info.de/7fehrtab.htm



http://www.konrad-fischer-info.de/29bausto.htm



Bin auf den Seiten von Herrn Fischer gewesen (schon oft) und habe nicht unbedingt schlechtes über Lehm gefunden???



Guten Tag Herr Fischer,

auf Ihren angegebenen Seiten bin ich gewesen. Ich habe dort unter anderem auch gelesen, daß Lehm zu den alten Baustoffen gehört. Daß dieser auch in der abgebildeten Feuchigkeitstabelle gleich nach dem gebrannten Ziegel kommt. Also durchaus ein akzeptabler Baustoff, wie ich meine.

Nun sprechen Sie von Dämm- und Lehmmanie. Daß kann ich , was die Dämmung angeht nachvollziehen und finde es grausam was hier gemacht, gelogen, vorgegaukelt, verunsichert, vorallem aber wohl am meisten verdient wird mit den Pampen, Dichtschlämmen, Folien usw. In ein paar Jahrzehnten dann ein zweites Mal, wenn es um die Entsorgung geht. Ich empfehle einfach mal zusehen, was man bei einem Hausabbruch eines schon älteren Hauses (1900) an verschiedenen Containern benötigt wird.

Aber nun zum Lehm: Die Lehmmanie hinsichtlich der viel zu teuren Vermarktung der Lehmprodukte finde ich tatsächlich manisch übertrieben. (Aber wenn man bedenkt, was der Lehm alles kann und absorbiert-Grins).

Auch verstehe ich Ihre Beschreibung mit dem Einbringen von zu viel Nässe ins Fachwerk mit Lehm. Dies ist durchaus problematisch und ich konnte schon zwei Lehmbauer erleben, die Ihre Wand wieder abbrechen mußten, weil diese nicht ausgetrocknet ist. Bei den zwei Fällen handelte es sich aber immer um Schalungen, wo also ganze Lehmmassen hinter Verschalungen gekippt werden, mit viel zu viel Wasser. Ich denke, daß früher wirklich nur erdfeucht mit Lehm gearbeitet wurde und immer nur so viel wie nötig.

Ich meine, daß Lehm so trocken wie möglich eingebracht (erdfeucht), am besten mit (schon trockenen) Lehmsteine, bestimmt fachwerkschonend ist.

Aber was ist mit Lehmsteinen im Fachwerk bei Außenwänden. Beispiele für Lehmflechtwerk gibt es ja genug. Ich muß allerdings zugeben, oftmals bei Scheunen zu sehen. Hier stellt sich bei mir auch die Frage: Warum nur dort, wurde hier ein Austausch nach Jahren (nach wieviel jahren?) bewußt in Kauf genommen? Was bei einem bewohntem Haus ja nicht so einfach möglich wäre? Da kommen bei mir schon Zweifel auf. Da komme ich als Laie und mit dem wenigen, was ich bisher gesehen habe, nicht zu einer festen Meinung.

Gerne würde ich Sie daher fragen, was Sie von Lehmsteinen (auch bei Außenwänden) im Fachgefüge halten. Was wäre die Alternative? Ziegelsteine? Aber sind dies nicht zu hart gebrannt? Ist ein Ausmauern mit schwach gebrannten Ziegeln (werden im Internet auch angeboten, vorwiegend aus Osteuropa kommend) die gute Lösung?

Habe in meinem Fackwerk Bruchsteinmauerwerk (gehabt). Mußte diese aber teilweiße entfernen, weil einige Balken zu ersetzen waren. Hierbei konnte ich aber die Feststellung machen, daß das Fachwerk teilweiße nach Freilegung (Putz abgeschlagen) innen sehr naß war (es tropfte richtig aus den Steinen), aber nur dort wo eine etwas ander Art von Steinen (die etwas massiver und fester, feiner in der Struktur waren) vermauert wurde. Es dauerte Monate bis einige Stellen und die Balken richtig trocken waren. Es handelte sich um eine Wand zur Scheuer hin (da kommt keine Sonne hin). Also hier war es gut und sicherlich bestandsschützend, daß das Fachwerkgefüge austrocknen konnte.

Aber was jetzt reintun? Sind nun Lehmsteine gut, nicht gut. Was halten Sie trotz Lehmmanie vom Baustoff Lehm?

Ob ein Fachwerk von außen mit Lehm Verputz werden kann, ob dies sinnvoll ist, ist dann nochmals eine andere Frage.



Schöne Lehm- und Sumpfkalkgrüße

Uwe



Lehmfragen



Lehm ist gut - Wie alles, was richtig und fachgerecht eingebracht wird!
Wenn es zu nas, zu dick zu falsch reingepamt wird - kann es zu kleinen und auch grösseren Schäden kommen!
Da tummeln sich viele "Selbstlehmbauernannte" auf dem Markt - kaufen siech Lehm, oder holen ihn aus der Grube mischen ihn - evtl kaufen sie sich noch ein Lehmbaubuch - und dann gehts los. Weils halt doch soooo einfach ist!
Zu leiden haben dann die Bauherren, die denen vertrauen ode rvertraut haben.
Und diese Diletanten machen dann den Ruf kaputt! Diese Nullfachleute verbauen auch Grünlinge - ich schreibe "verbauen" nicht verwenden.

Die Problematik gibt es auch mit Kalk und Kalkprodukten: Das Material ist das A + O - und dann kommt noch das KnowHow des Verarbeiters dazu!

Wenn dann das Zeug wieder von den Wänden fällt, weil das Material nichts ist oder der Selfmadelearnputzer lieber bein Sonnenschein arbeitet - dann schreit der Bauherr um Hilfe - mit Recht! Und such dann wiederum Rat und Hilfe bei den "konventionellen" Zementpampenverkäufern.

... das ist aber in unserer Gesellschafft überall zu finden - leider
aber da wird isch auch die Spreu vom Weizen trennen - wird dauern, kiene Frage - werden auch einige Bauherren enttäuscht werden und es wird Geld kaputt gemacht - aber letztendlich wird sich die richtige Qualität durchsetzen - da bin ich sicher.

Herr Fischer wird nicht antworten können, da m.E. sein Account noch gesperrt ist, weil er vor Monaten "böse" war! Aber villeicht erbarmt sich Herr Stöpler seiner noch einmal! :-)

gute Zeit und frohes Schaffen!

FK



braucht ihr noch lehm???



falls ihr noch lehm braucht - ich hätte noch welchen zu verschenken, allerdings in Meckpomm (infos s. mein profil)

viel spass + viele grüsse



Lehmputz, Dämmung, etc.



Lehmputz halte ich für ein gutes und sehr leicht verarbeitbares Material, was durchaus zu bedenken ist.
Ich arbeite in dem Projekt "Mehrgenerationenhaus" viel selbst (= Eigenleistung, die mich "kein" Geld kostet) und habe bereits zwei "eherenamtliche" Rentner, die sich durch das Arbeiten mit Lehm, wieder in "ihre" Zeit versetzt fühlen. Sie kommen gerne, finden das Material klasse (nach dem Motto: war halt früher doch nicht alles schlecht).
Auch Mitarbeiter des Bauordens kamen, arbeiteten und fanden es ebenso gut, leicht zu verarbeiten, etc..
Nun es geht aber nicht nur um das persönliche Empfinden, sondern auch um die Praktikabilität und das Besondere in "sozialen Projekten". Ich könnte mir Vorstellen durch das Arbeiten mit Lehmputz, in Verbindung mit einer Interessanten Schulung leicht eine Gruppe "ehrenamtliche" Eltern, Helfer, o.ä zu finden. Gerne komme ich auch mal zu Ihnen und Berichte von Erfahrungen in unserem Projekt.
Zu der Dämmerei will ich mich nicht besonders äußern, nur so viel, die Bruchsteinwände des Ug und der Giebelseite (ca. 85cm) dämme ich von innen mit Pavatex, verputze alles mit Lehm. Das Fachwerk (OG) werde ich dann wohl doch nicht dämmen, will mich aber erst noch mal "neutral" beraten lassen.
Das Fachwerk war auch verputzt, ich hole es hervor und lasse es dann neu Erstrahlen. Ich finde es einfach zu schade es unter dem Putz verschwinden zu lassen!
Herzlichst
Günter Kreuzpaintner