ökologischer Trittschall bei neuem Estrich

04.09.2009



Hallo,
wir renovieren gerade unser Fachwerkhaus und möchten ehemals 3 Zimmer (nun ein großer Raum) mit einem neuen Estrich versehen. Da sich unser Wohn/Küchen/Esszimmer im ersten Stock über einer Mietwohnung befindet sollte eine ausreichende Trittschalldämmung mit verbaut werden.
Der alte Boden ist in den 3 Zimmern völlig unterschiedlich.
In einem Zimmer wurden in den 60er Jahren Fliesen in den Estrich gelegt, darunter müsste bereits Beton mit alten Fachwerkbalken sein. Im zweiten Zimmer haben wir den Rest der alten Holzdielen entfernt und die Zwischenräume der alten Holzbalken (leider waren die Gefächer vor Jahren bereits ausgeräumt worden) mit Beton ausgegossen. Im dritten und letzten Zimmer mussten wir das alte Balkenlager entfernen und haben neue eingezogen, darauf liegen im Moment auch nur einfache OSB-Platten. Hier kann der neue Aufbau ca. 14 cm sein, bei den beiden anderen Zimmern haben wir nur ca. 10 cm zur Verfügung.
Wir hatten uns den neuen Aufbau wie folgt gedacht: ca. 5 cm starke Holzfaserplatten (weil ökologisch) als Trittschalldämmung und den Rest mit einem Estrich ausfüllen. Dies würde dann bei der neu eingezogenen Decke eine höhere Estrich-Schicht bedeuten. Wäre dies möglich und wie würde sich dies auswirken? Da ich mich mit den Angaben über den Trittschallschutz nicht so gut auskenne und dieser wg. der Mietwohnung besonders wichtig ist, würde es mich auch interessieren, wie man besseren Trittschallschutz von „schlechtem“ unterscheidet.

Vielen Dank für die Hilfe! Gruß Nicole



"Ökologischer" Trittschall



Hallo Nicole,
bei nächster Gelegenheit müssen Sie mich mal aufklären, was ökologischer Trittschall ist.
Der von Holzpantoffeln, aus unbehandeltem Lindenholz geschnitzt, das in nachhaltiger Fortswirtschaft erzeugt wurde?

Dann ein Hinweis von mir:
Beton und Holz passen nicht zusammen.
Lassen Sie das mit der Betonfüllung.
Es gibt zwar Systeme, wo Holzbalken als Zugglieder mit Druckplatten aus Beton zu Plattenbalken zusammengefügt werden, aber das ist was für ausgesprochene Spezis und muß nicht sein.
Zur Schalldämmung nützt es jedenfalls nicht viel.
Von Estrich direkt auf so eine Decke bzw. auf Holzfaserplatten rate ich Ihnen ab.
Aber Sie können sich ja gern beim Hersteller dieser Platten erkundigen, ob sie dafür geeignet sind.

Mein Vorschlag ist:
1. Die noch nicht zubetonierten Deckenfelder mit Sand, Lehmschüttung o.ä. aufzufüllen,
2.Die fehlenden Dielen durch OSB- Platten zu ersetzen, um eine bessere Lastverteilung und Scheibenwirkung herzustelllen,
3. Trockenestrich auf Ausgleichschüttung einzubauen.
Alternativ können Sie auch statt dessen Dielung auf Stufenfalzplatten aus Holzweichfaser verlegen.

Viele Grüße



Schallwert?



Hallo und vielen dank für die schnelle Antwort!

Ja so ähnlich hab ich mir das mit dem ökologischen Baumaterial vorgestellt ;o)

Wir haben die alte Ausgleichschüttung gerade erst entfehrnt, da der Trittschall und vor allem der Luftschall zwischen den beiden Wohnungen nicht ausreichend gemiendert wurde. Daher wollten wir gerne einen Estrich einbauen.
Gibt es denn eine Möglichkeit die Minderung des Schalls von Schüttung und Dämmplatten irgendwie in Vergleich zu setzen? Also einen bestimmten Wert wie beispielsweise bei den Wärmeleitgruppen?

Vielen dank ;o)

Gruß Nicole



Schalldämmung



Hallo Nicole,zur Schalldämmung und auch wegen des Brandschutzes muss die Füllung aus den genannten Materialien wieder in die Decke.
Außerdem dient die Füllung der Schwingungsbegrenzung.
Das Schalldämmmaß einer Decke kann man anhand von Kennwerten der einzelnen Bauteile ermitteln, wenn man den genauen Deckenaufbau und die flankierenden Bauteile kennt.
Der Teufel steckt hier in der Praxis im Detail, wie bei Durchbrüchen, Leitungen, durchgehenden Trennwänden usw.
Eine Berechnung des Schalldämmmaßes werden Sie deshalbb hier von mir ohne genaue Kenntnis der Örtlichkeit nicht erhalten.
Falls Ihnen Trockenestrich nicht gefällt, ist auch ein Gußasphaltestrich möglich.
Aber mit Trockenestrichsystemen sind die vorgeschriebenen Schalldämmmaße durchaus erreichbar.

Viele Grüße



Nach dem Herstellen...



...einer nivellierten Montageebene (aus OSB, Rauhspund...) könnte mit einer 50mm Holzweichfserplatte und zwischenliegenden Montagelatten mit einem Dielenboden abgeschlossen werden. Damit lässt sich in der Regel eine vollständige Entkopplung hinbekommen. Den Rest bringt die Masse zwischen den Balken.

Grüße

Thomas