Estrich sackt ab

03.05.2005



Bei meinem Neubau ist na einigen Stellen der Estrich
samt Fliesenbelag gesackt (An den Sockelfliesen reißt die Silikonfuge. Ist das bedenklich ???



Kaum gute Auskunft möglich.



Hallo Heike,
selbst wenn noch so viele Gutachter Ihre Frage lesen, Sie werden hier keine hilfreiche, kompetente Antwort bekommen. Dazu sind die Angaben zu spärlich.
"Bedenklich" sind Risse allemal. Hoffentlich ist es kein Baupfusch. Denn Risse im Estrich sieht nach einem Fehler in der Bodenplatte und/oder im Fundament aus.
Sie müssen sich in Ihrer Region einen Sachverständigen, vereidigten Gutachter suchen. Der kann über Baugrund, Ursachen, Folgen und Konsequenzen mehr dazu sagen...

Nachdenkliche Grüße
D.Fr.



Handelt es sich



um einen Zementestrich? Wieviel und was für eine Dämmung ist drunter? Wurde vor dem Verlegen der Fliesen eine Feuchtigkeitsmessung des Estrichs durchgeführt? Aus was sind die Decken?



Estrich sackt ab nähere Angaben



Wir haben das Haus (kein Keller)im Dezember 2002 bezogen.
Die Estrichhöhe beträgt d=160 mm inkl. Dämmung =Styropur(Grund: Haus hat eine kontrollierte Wohnraumlüftung und die Lüftkanäle(rechteckig aus verz.Blech wurden im OG im Fußboden verlegt.).Weiterhin hat das Haus in allen Räumen eine Fußbodenerwärmung.Bis auf die Schlafräume sind alle Räume gefliest. Das Wohnhaus hat eine Betondecke(Filigran). Eine Feuchtigkeitsmessung des Estrich vor dem Fliesen wurde nicht durchgeführt(Die Wartezeit wurde aber eingehalten). Besonders ausgeprägt ist es im Badezimmer hier beträgt der Spalt zwischen Bodenfliese und Wandfliese in einer Ecke ca. 7 mm (Silikonfuge ist aufgerissen. In einigen Räumen ist gar nicht zu sehen. In der Küche in einer Ecke ca. 5 mm.
Ich hoffe Sie können mir hier weiterhelfen, ich bin jetzt doch ein wenig beunruhigt.
Danke für Ihre bisherigen Antworten



Estrich sackt ab nähere Angaben 2



eins habe ich noch vergessen zu beantworten
es handelt sich um einen Zementestrich.

danke



Aus der Ferne



würde ich die Situation nach der Beschreibung erstmal als realtiv "normal" betrachten. Zementestrich und hoher Aufbau. Einerseits ist die Schüsselung des Zementestrichs, die jetzt allmählich wieder abklingt eine mögliche Ursache, das Setzen ( Komprimierung ) der Dämmung fördert den Prozess. Wenn also wirklich nur in den Randbereichen die Silikonfuge des Sockels abgerissen ist und ansonsten in der Fläche keine weiteren Risse entstanden sind oder Knackgeräusche auftreten, dann sehe ich die Angelegenheit als wenig kritisch an. Die Zeit, dass der Estrich zur Ruhe kommt ist mittlerweile auch schon fast erreicht. In den gerissenen Bereichen das Silikon vollständig entfernen und neu ziehen.



Das Problem habe ich auch



Hallo,
das oben genannte Problem habe ich auch. Es wurde keine Feutigkeitsmessung durchgeführt, da ich selber gefließt habe. Die Ruhezeit zwischen Estrich (40mm Dämmung, Fußbodenheizung und ca. 60mm Estrich) und verlegen der Fliesen wurde eingehalten.
Mehr als 60mm konnte ich nicht aufbauen da es sonst Probleme mit den Türstürzen gegeben hätte (kleiner Rechenfehler)
Bei mir reißen auch nur die Ecken auf. Fliesen sind dank Dehnungsfuge nicht betroffen. Den ersten Riß habe ich ca. 8 Monate nach Fertigstellung gesehen (nach der großen Heizperiode). Die Risse sind aber nicht so stark wie oben genannt (nur ca. 2-3mm)
Ich werde jetzt noch den Sommer abwarten, das eingerissene Silikon entfernen und neu legen.
Es kann sein, daß nach ca. 800kg Fliesenkleber doch noch etwas Restfeuchtigkeit vorhanden war.





Hallo,
habe schon mehrmals gebaut Das Absacken des Estriches um ca. 2-3 mm innerhalb des 1. Jahres ist vollkommen normal und läßt sich nicht verhindern - Isolierung sackt etwas zusammen.
Nach ca. 1 bis 1 1/2 Jahren Siliconfuge nachfugen danach muß es gut sein.

mfG Erich Pröll



Ein guter Link zum Thema,



hallo miteinander,
http://www.bau.de/forum/bauwissen/fahrenkrog/9.htm
Grüße Lukas



Wartezeit abwarten reicht nicht...



... Estriche werden mittlerweile nach strengen Kriterien beurteilt. Es ist durchaus möglich, daß Estriche erst nach 8-10 Wochen den Trocknungsgrad erreichen, den man für die Verlegung braucht.
Eine CM Messung, an mehreren Stellen, muß immer gemacht werden. Bei Heizestrichen muß auch ein Aufheizprotokoll vorliegen.
Ein zu frühes Verlegen fördert die Schüsselung des Estrich und das Abscheren der Fliesen.
Bitte überlegen Sie auch, wie beim Einbau die Witterung und Lüftungsverhältnisse waren. Stand der Estrich im Zug?
Waren die Fenster geschlossen, die Luftfeuchtigkeit dauerhaft so hoch, daß der Estrich langsamer als gewöhnlich trocknete? Wieviel Dämmung (=erlaubtes Senkungspotential) wurde eingebracht? Wie dick wurde der Estrich eingebracht? Hat der Estrich das richtige Mischungsverhältnis? Zuviel Zement im Estrich lässt ebenfalls Verformungen aufkommen...

Alles das sind Fragen, denen sich vielleicht der örtliche Innungsobermeister annimmt.

Grundsätzlich sind solche Absenkungen normal und bekannt.

Wenn Sie der Sache auf den Grund gehen und Neuigkeiten haben, würde mich eine kurze Rückmeldung freuen.





Wenn ich mir diese Probleme der Trocknung und des möglichen Absackens lese, stellt sich mir die Frage, ob es dann am sinnvollsten wäre, mit dem Verlegen von Platten/Fliesen bis zum nächsten Sommer zu warten, sofern es möglich wäre, oder täusche ich mich da?

nachdenkliche Grüße



Ne ne,



hallo Neda,
ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht, wenn man sich an die Spielregeln hält.
Daß der Estrich "lebt" ist nun mal so, aber er kann, wenn die Belegreife, welche ausschließlich per CM-Methode ( von Darrprobe möchte ich nicht reden) sicher gemessen werden kann, erreicht ist, auch belegt werden.
Man muß ja nicht unbedingt an den Grenzwerten entlanghangeln.
Ein wenig mehr Zeit schadet nicht.
Wie hießt es so schön? Gut Ding will Weile haben.
Grüße Lukas



Verformung





Meistens ist es eine Verfromung



Das sogenante Absacken des Estriches oder der Dämmung,
liegt zu 95% der Fälle an der Verformung des Estriches.
Ein Zementestrich hat ein sehr hohes Schwundverhalten
das heißt der Estrich zieht sich zusammen bei der Austrocknung. Wenn der Zementestrich in den ersten Tagen Zugluft abbekommt trocknet er sehr schnell auf der Oberfläche ab und schwindet auf der Oberfläche zur Folge gehen die ecken hoch. Der Estrich liegt in der mitte des Raumes auf der Dämmung auf und in den Ecken hoch. Um diese Ecken wieder runter zu gehen muss der Estrich völlig ausgetocknet sein. Wird der Estrich zu früh belegt, wandert die Feuchtigkeit des Estriches von unten nach oben und sammelt sich an der oberfläche des Estriches unter dem Belag, zur Folge verformt sich der Estrich genau in die andere Richtung denn jetzt wird es unten trocken und oben feucht. Das heißt der Estrich liegt am rande auf der Dämmung auf und in der mitte Hohl. Es kommt eine Belastung in der mitte auf den Belag und der Belag kann durchbrechen.
Da der Sockel schon gesetzt wird wo die Ecken noch hoch sind und der Estrich sich nachher in die andere Richtung verformt kommt es zum Abriss der Siliconfuge.
Es spielen aber noch mehr Faktoren die zur Verformung des Estriches beitragen eine große Rolle. Z.B. welcher Zement würde verwendet wie groß ist der Zementanteil, wie hoch ist der Wassergehalt vom Estrich, wie ist die Siebline des Sandes. Leider gibt es nicht viele gute Estrichleger,
die ihr Handwerk und die Eigenschaften des Estriches kennen und richtig anwenden.
Es muss immer eine Feuchtigkeitsmessung vom Estrich gemacht werden. Restfeute bei Unbeheizten Estrich max. 2% CM-Feuchte mit Fußbodenheizung max. 0,5% CM-Feuchte. Bei Fußbodenheizung ist ein Spezielles Aufheizprogramm zu fahren das Protokoliert werden muss.
Im Volksmund heißt es ein Estrich muss 4 wochen Austrocknen. Das ist eine Aussage die nicht stimmt denn es kommt auf vielen Umstanden an. Ein Estrich benötigt 28 Tage bis er seine mindest Druckfestigkeit erreicht.
Hier mal eine kleine Fausformel für eine Estrichaustrocknung unter günsitgen Umständen
Estichstärke in cm x Estrichstärke in cm x 1,6 = Tage
Beispiel 4 cm x 4 cm x 1,6 = 26 Tage
6 cm x 6 cm x 1,6 = 58 Tage
8 cm x 8 cm x 1,6 = 103 Tage

Wie gesagt es ist eine Fausformel mann sieht daran das jeder cm Estrich mehr die Trocknungszeit extrem verlängert. Die ersetzt jedoch nicht dich Feuchigkeitsmessung.
Bei Estrichen mit Fußbodenheizung ist es wichtig, das
Messpunkte vom Estrichleger gesetzt werden, damit nicht bei der Messung noch Heizungsrohre beschädigt werden.

Durch etwas Mehrstärke durch evtl. Ausgleichen von Hohendifferenzen im Untergrund entsteht sehr schnell
ein Bauverzug durch längere Austrocknungszeiten, die nicht eingerechnet werden. Mietswohnung ist schon gekündigt und sie müssen unbedingt einziehen.

Da gibt es ein System das sich über Jahren bewehrt hat.
Schlüter Bekotec
mehr dazu auf unser Homepage www.volk-fliesen.de

hier kurz die ein paar Vorteile
-keine Verformung des Zementestriches
-geringe Aufbauhöhe
-kein Aufheizprogramm
-kurze Bauzeit
-schnell reagierende Fußbodenheizung
-jede große ohne Dehnungsfugen im Estrich
-kein Bauverzug durch länger Austrocknung
-die etwas Mehrkosten lassen sich Kalkulieren
im gegensatz zur längern Bauzeit (länger Miete Zahlen
Möbel zwischenlagern, evtl Bauentfeuchtungsgeräte,
mehrmaligen erneuerungen der Siliconfugen durch abreisen)
kömmen sehr schnell extreme kosten zusammen die nicht
einkalkuliert waren.

das waren nur ein Paar Vorteile dieses System

Mehr auf unser Homepage www.volk-fliesen.de

Solche System sollten nur von Geschulden Handwerken verarbeitet werden. Die solche System beherschen.
Dann werden sie lange Freude an ihren Belag haben.

Viele Grüße
Volk Leo



Ei wei, die Werbung. Und dann so schlecht.



Hallo Leo,
netter Versuch, aber dann mach erst mal Hausaufgaben.
Zumindest gebe ich Dir uneingeschränkt Recht, wenn Du schreibst: Leider gibt es nicht viele gute Estrichleger.

Die zulässigen Estrichfeuchten:
ZE ohne FBH 2.0%CM, mit FBH 1,5%CM
CAE ohne FBH 0,5%CM, mit FBH 0,5 bzw 0,3%CM

Nicht der Estrichleger hat die Messpunkte festzulegen, er hat sie nur zu übernehmen, sondern der Heizungsbauer (siehe Schnittstellenkoordination).

Gruß Lukas