Riss im Estrich

13.10.2011



Hallo liebe Forenmitglieder,
nach meiner letzten Anfrage zur Trittschalldämmung unter Lewisplatten habe ich den Estrich eingebracht.
Hier stand mir ein hilfreicher Nachbar (Betonbauer in Rente) Pate.
Nun zeigt sich aber ein kleiner durchgehender Riss unterhalb der Pfette, der mir schlaflose Nächte bereitet.
Zur besseren Übersicht habe ich ein paar Fotos eingestellt.

Aber das ganze mal von vorn. Als wir im letzten Jahr das Haus gekauft haben, war klar, dass ins Obergeschoss ein Wannenbad (Standartwanne 70x170cm) rein soll, da bisher nur im Keller eine Dusche ist.
Also hab ich das Zimmer weitestgehend ausgeschlachtet und einen Statiker befragt.
Der hat die Balkenlage begutachtet und durchgerechnet. Er kam zu dem Ergebnis, dass diese Balkenlage für ein Wannenbad recht knapp wird. Balken 10x20cm Hochkant x 360cm von Auflager zu Auflager. 75cm Abstand von Balkenmitte zu Balkenmitte.
Die Empfehlung war also, den Balkenabstand durch zusätzliche Leimbinder zu verkleinern.
Gesagt, getan… Ich legte also zusätzlich Leimbinder NSI 8x20cm ein. Auflager wie bei den alten Balken beidseitig 15cm auf KS-Stein.
Darauf dann die Lewisplatte, darauf 50mm (+7mm Niveauausgleich) reinen Betonestrich.
Randstreifendämmung 20mm… Ich hab auch kein aufsteigendes Bauteil vergessen… Lewisplatten liegen auch vorschriftsmäßig.
Mein Nachbar hat kontrolliert und ist bei Fehlern recht „wortgewaltig“, alte Schule eben?

Nun eben dieser Riss im Estrich, der relativ gradlinig unterhalb der Pfette von einem Stützbalken zum anderen verläuft.
Mein Nachbar und der Statiker meinen, dass es nur ein Spannungsriss ist und kein statisches Problem.
Was meint ihr dazu? Kann ich ein statisches Problem ausschließen?
Wenn das nur ein Spannungsriss ist, arbeitet er weiter? Nicht dass ich dort Probleme mit der Abdichtung und dem Fliesenbelag bekomme.
Kann ich den Riss ausharzen und normal weiter machen?
Schließlich ist der Estrich als Lastverteilungsschicht vorgesehen.

Ich weiß, viele Fragen, aber ich freu mich auf Antworten.

Bis dann,
Gruß
Bernd





Hallo,

für den Spannungsriss spricht der Verlauf von Stütze zu Stütze. Wahrscheinlich ist er schon bei der Hydration des Zements entstanden. Ausharzen mit Klammern hilft, damit es keine Probleme im späteren Bodenbelag gibt. Sie können aber auch mit einer DITRA-Matte von Schlüter entkoppeln.

Grüße vom Niederrhein



Zementestrich



Sieht ein bisschen seltsam aus Ihr Estrich,kann es sein das sie ihn mit viel zuviel Wasser, also weichplastisch bis flüssig eingebaut haben? Der abgesetzte Zementleim deutet darauf hin. Bei dieser Einbauart sind Spannungsrisse beim Trocknen und Abbinden zu erwarten, wenn nicht nachbehandelt wurde. Zementestrich wird normalerweise mit einem fast optimalen w/z- Wert erdfeucht bis steif eingebaut, um Schüsselungen zu minimieren.
Der Anfang des Risses sieht aus wie eine Fehlstelle, durch die Zementleim oder Estrich nach unten auslaufen konnte. Liegt da ein Stoß der Lewisplatten darunter?
Möglich wäre auch eine Verformung der Platten bzw. der Deckenbalken durch das Gewicht des Estrichs beim Einbau. Für den Estrich selber stellt dieser Riss keine Gefahr dar, es kommt ja noch eine Abdichtung darauf. Vorher sollte die Sinterschicht und der Zementleim runter!

Viele Grüße
p.s. Übrigens, der Anschluß der Dampfsperre an das Giebelmauerwerk ist keine gute Lösung. Besser wäre es gewesen vorher einen Putzspiegel aufzuziehen oder aufzuspachteln um eine sichere Verklebung zu gewährleisten.



vielen Dank für die schnellen Antworten



Hallo,

vielen Dank für die schnellen Antworten und Tipps.
Ihr habt mir sehr weitergeholfen und mir eine große Sorge genommen. An der Stelle, an der der Riss verläuft ist kein Plattenstoß. Wahrscheinlich habe ich dort unsauber abgezogen, da ich mich vom Traufenbereich Reihe für Reihe in Richtung Tür gearbeitet habe. Es kann auch sein, dass der Estrich etwas zu feucht war, aber "wässrig" war er nicht. In den Tagen danach bin ich noch mit einer Kübelspritze rüber, um ihn etwas feucht zu halten.

Das Ausharzen sollte kein größeres Problem werden.
Aber dazu auch gleich mal ne kleine Anfrage.
Gibt es heutzutage noch erhebliche Unterschiede beim Harz?
Ich hab mir mal das Set Ardex PR 5 angesehen. Wie gesagt, im Set mit 20 Wellenverbindern.
Gibt es ein Zeug, von dem man besser die Finger lässt?

Der Tip zur Dampfbremse ist Richtig. Sie ist aber noch nicht fertig. Im Traufenbereich muss noch eine Lage Untersparrenfilz.
Mit dem Verkleben habe ich gewartet, bis der Estrich drin ist, da ich auch hier Kleben muss.

Zur Abdichtung habe ich mir auch Gedanken gemacht. Da sind mir die Schlütermatten aufgefallen. Sie sind für mich die erste Wahl. Gefällt mir besser, als ein Anstrich auf Latexbasis z. B.
Manche meinen vielleicht, ist zu teuer gegeüber anderen Varianten. Mag sein, ich denke aber, dass darauf ein Belag kommt, der 10 Jahre und länger halten soll. Im Bad hat man es eben nicht mit Belägen zu tun, die man schnell mal wieder rausnimmt, wenn ein Fleck drin ist.
Es soll ja auch Zusätze für Fliesenkleber und Fugenmörtel geben, die das Zeug Wasserdicht machen. Überzeugt mich aber nicht ganz.
Am Ende sprech ich das Thema aber mit dem Fliesenleger ab und bis es soweit ist, ist noch reichlich Arbeit.

Also vielen dank nochmal, allen ein schönes Wochenende,
Gruß
Bernd