Holzboden raus - Estrich rein

06.07.2013 QTimoQ



Hallo Fachwerk Community.

Wir wohnen in einem Haus das ca. 1938 gebaut wurde.

Ich möchte im Erdgeschoss den Dielenfußboden und durch einen Beton/Estrich Boden ersetzen.

Ich habe mir jetzt schon mehrfach Rat von „Experten“. Leider hat jeder was anderes erzählt. Daher habe ich mich jetzt im Internet schlau gemacht und wollte mein Vorhaben jetzt noch einmal bestätigen lassen.

-PE-Folie, bündig zum bestehenden Fundament
-ca. 20cm Beton, Verhältnis 4 zu 1, eine Woche aushärten lassen
-5cm PUR Dämmplatte
-5cm Estrich

Ich wäre euch Dankbar wenn Ihr mir nochmal bestätigen würdet das ich das jetzt richtig geplant habe.



Fußbodenaufbau



Ich mache Ihnen folgenden Gegenvorschlag:
Aushub nicht unter Fundamentoberkante bzw. nicht wesentlich in den gewachsenen Boden hinein.
Planum ebnen, darauf eine Folie als Trennlage.
Darauf eine Sauberkeitsschicht aus Beton, ca. 4-8 cm.
Darauf eine Abdichtung, vorzugsweise an die waagerechten Dichtbahnen der Wände anzuschließen. Das geht am besten mit mineralischer Dichtschlämme.
Dann Dämmung, darauf Schrenzlage (Folie) und dann ca. 45 mm Zementestrich.
20 cm Beton sind überflüssig bzw. zu viel.

Viele Grüße



Holzboden raus - Estrich rein



Danke für die Schnelle Antwort.

Das eine Sauberkeitsschicht notwendig ist hat mir noch keiner erzählt.

Ich bin leider nicht vom Fach und habe das gemacht was mir die "Experten" gesagt haben. Ich habe bereits das Erdreich ca. 30cm entfernt. Mir wurde sogar eine Bewehrung im Beton empfohlen.

Meine Frage war deshalb eher ob das richtig ist was ich vorhabe.



Deine mächtige Betonplatte...



... ist nichts anderes als eine Sauberkeitsschicht... aber absolut unnötig dick...

Fülle einfach mit Kies auf, leicht verdichten, darauf dann Folie, damit Dir der Beton nicht wegläuft. 20cm sind definitiv nicht nötig, Bewehrung auch nicht. Eine Woche Standzeit ist zu kurz, plane mal 3-4 ein.
PU-Platten als Dämmung ist auch ein bissel weit geschossen, EPS tuts auch... Randdämmung nicht vergessen, sonst hörst Du jeden Klick-Klack auf dem Boden im ganzen Haus...

MfG,
sh



Fußbodenaufbau



Sie brauchen doch keine Fundamentplatte auf die Sie einen Schornstein oder tragende Wände stellen wollen.
Dafür gibt es in ihrem Haus Streifenfundamente. Eine bewehrte Gründungsplatte (Flächengründung) wird unter Neubauten eingesetzt. Auf die Betonplatte werden die Wände gestellt, die Platte verteilt die eingetragenen Punkt- oder Linienlasten auf die gesamte Fläche. Dafür muß sie dick genug und bewehrt sein.
Überlegen Sie mal:
Bei ihnen würden auf dem Beton Schaumkunststoffplatten, darauf ein Estrich liegen. Das schwächste Glied ist der Dämmstoff, das was drunter liegt sollte so fest sein wie er, mehr nicht. Der Estrich, nicht die Betonplatte, hat statisch die Aufgabe Verkehrslasten- vor allem Punktlasten- schadlos zu verteilen und in die Dämmschicht abzuleiten. Die Sauberkeitsschicht ist nur dazu da, die Abdichtung aufzunehmen und eine ebene Auflage für die Dämmung zu bilden. Dafür ist es egal ob sie 2 oder 20 cm dick ist.
Wenn Sie zuviel ausgehoben haben füllen Sie das schleunigst wieder mit Kiessand auf und verdichten es mit einer Handramme.
Unter der Dielung lag doch auch keine dicke Betonschicht!

Viele Grüße



wenn



Du über den Fußbodne nachdenkst mit Estrich - dann sage doch mal was zumg eplanten Belag. Wenn Du z.B. Fliesen oder Naturstein Verlegen willst - dann könnte das ganze schnell zur Enttäuschung werden, denn gegenüber die Dielung düffte es nun wesentlich Fußkälter werden. Also vorher prüfen, ob da noch mit einer Fußbodenheizung etwas machbar ist. Dazu brauchen die enstprechenden Experten aber Angaben zu Deiner Heizung.



Fußbodenaufbau EG



Ich frage mich auch, was denn am Betonboden besser sein soll...

Beton ist fußkalt, da kann die Dämmung darunter noch so dick sein.
Beton verhindert das innenseitige Verdunsten von Feuchte aus den Grundmauern - Feuchtigkeit steigt höher, ggf. dann bis in den Raum im EG hinein.

Ich habe im nicht unterkellertem EG (Haus von 1926) über der Sauberkeitsschicht und der Dachpappe zur Abdichtung 30cm Luft, darüber der Holzdielenfußboden.
Die Luftschicht ist zur Feuchtigkeitsabfuhr durch zwei fehlende Bindersteine in den Außenwänden (vergittert) mit der Außenluft verbunden.

Im Fehlerfalle - Wasserschaden - werden einige Dielen hochgenommen, das Wasser abgesaugt, trockenen lassen - fertig.

Beim schwimmenden Estrich wird dieser Fehlerfall schnell teuer.

Gruß aus Berlin
Sascha