Estrich Ölen




Liebe Leute im Forum,
da ich bisher nirgends etwas zu diesem Thema gefunden habe, würd ich dieses Thema gerne öffnen: Hat jemand Erfahrung mit dem Ölen von Estrich mit Natursteinöl?
Meine Idee ist folgende: Ich habe nunmehr in den beiden letzten Zimmern unseres Pfarrhauses den Bodenaufbau komplettiert - Unterbeton - Schweißbahn - Dämmung - Fußbodenheizung - Zementestrich . Der Estrich durfte nun 3 Monate ruhen - bald werden wir die Fußbodenheizung nach Vorgabe hochfahren. Da wir uns nun in den Kopf gesetzt haben, diese beiden Zimmer in Betonoptik zu gestalten, würden wir gerne den (bereits sehr glatt aufgebrachten) Estrich in seiner Optik beibehalten und einfach versiegeln. Transparentes Epoxidharz sagt uns wegen der vielen chemischen Zusätze nicht wirklich zu - über Recherche bin ich nun zu folgender (selbst zusammengereimter) Variante gekommen: Boden mit Schleifpapier (an der "Tellermaschine") noch weiter Schleifen - gründlichst säubern - Wasserglas auftragen - und dann darauf Naturstein mit dem Polierpad der "Tellermaschine" in 2 bis 3 Schichten auftragen/ aufpolieren. --
Weiß jemand ob das Vorgehen Sinn macht, in der Hinsicht, als das man dann einen normal strapazierfähigen, wasserabweisenden Zimmerboden dadurch erzeugt?
Wäre sehr dankbar über Ratschläge bzw. Erfahrungen - Mit Dank schon im Voraus - Michael.



Estrich



Geschliffene, versiegelte Zement- oder Gußasphaltestriche die gleichzeitig als Nutzschicht dienen sind möglich, müssen dann aber auch so eingebaut werden. An solche Estriche werden erhöhte Anforderungen an Oberflächengüte, Zusammensetzung, Biegezug- und Verschleißfestigkeit gestellt.
Wenn Sie nur einen normalen Estrich haben einbauen lassen ist der dafür NICHT geeignet.
Schon das Schleifen kann zu Schäden führen, die hohe Porösität schluckt Unmengen von Imprägnierungsmittel.
Immerhin wird das was Sie vorhaben nicht zu Schäden am Fußbodenaufbau insgesamt führen. Wenn der Estrich unansehnlich wird- und das geht relativ schnell- können Sie immer noch einen Belag draufpacken.
Übrigens: Ein Zementestrich ist nach ca. 3 Wochen belegreif; dann sind die Schwind- und Kriechvorgänge die sich aus der Erhärtung des Zementes ergeben abgeschlossen.
Das überschüssige Anmachwasser wird in dieser Zeit durch ein kontrolliertes Heizungs- und Lüftungsregime entfernt.
Stein- oder Fußbodenöle können in der Anfangsphase ausgasen, vor allem wenn sie warm werden. Da ist es besser mehrkomponentige Kunststoffbeläge einzusetzen. Die gasen nicht aus und sind von hoher Oberflächenqualität. Ob sie für Heizestriche zugelassen sind sollte vorher geprüft werden.

http://www.beton.org/fileadmin/beton-org/media/Dokumente/PDF/Service/Zementmerkbl%c3%a4tter/B19.pdf



Estrich



doppelt





Hallo Hr. Böttcher, vielen Dank für die Ausführungen und vor allem auch für den Link - das hat mir sehr gut weiter geholfen -

-- wenn jemand zusätzlich Erfahrung mit der Behandlung von herkömmlichen Zementestrich hat, wäre ich dankbar -- ich werde demnächst noch ein paar Bilder nachreichen, damit man sich die Oberflächenbeschaffenheit besser vorstellen kann ...
Beste Grüße, Michael.