Estrich mit Fussbodenheizung auf Schutt über Gewölbekeller




Ihr lieben Alle,
ich möchte einen vernünftigen Boden mit Fussbodenheizung bauen. Ausserdem müssen Leerrohre für Elektrische Leitungen eingebracht werden.

Der jetzige Boden besteht nur aus Staub und Schutt mit teilweise grösseren Steinen dabei.

Unter dem Schutt kommt irgendwann der Gewölbekeller.

Derzeit bin ich dabei den Schutt ca. 30cm abzutragen um später keine Höhe zu verlieren.

Die Wände des Raumes sind aus Natursteinen und noch nicht renoviert.

Meine Fragen sind folgende:

Wie ist genau die Reihenfolge in der ich vorzugehen habe?

Was kommt als erstes auf den Schutt und was danach bis zum Laminat.

Gerne würde ich als erstes eine Betonschicht auf dem Schutt anbringen mit Armierung um dem Ganzen Stabilität zu verleihen und um eine gute Grundbasis zu schaffen.

Lärmdämmung ist nicht so wichtig da unten nur der Gewölbekeller ist oder?

Wichtig ist Schutz gegen Feuchtigkeit.

Ich wäre für Fachkundige Vorschläge sehr dankbar.

Gruss Franz



Nur nicht zu tief



Ich hatte bei mir Balken die nicht mehr ganz gut waren und nachdem ich die draußen hatte und meine Leitungen verlegt hatte, bekam ich von meinem Estrichbauer den Vorschlag von zementär gebundener Schüttung und darauf 6 cm Zementestrich. Das ganze konnte innerhalb von 4 Tagen abgeschlossen werden.

Ich hatte nach dem Entfernen der Balken und dem Legen von Wasserleitungen ca. 20 bis 35 cm unregelmäßigen Boden und ich wollte mein Gewölbe nicht weiter entlasten. Dadurch konnte ich ohne weiteres Abgraben einen ebenen Boden erzeugen und konnte am Rand darauf verzichten die doch sehr schwachen Streifenfundamente zu begradigen.

Inzwischen ist der Raum seit einem Jahr gefliest und ich bin sehr zufrieden damit.

Gruß Herbert

von der anderen Seite des Schwarzwalds



Eins nach dem Anderen doch welche Reihenfolge genau?



Hallo Herbert,

vielen Dank für deinen Kommentar. Was genau ist Zementär gebundene Schüttung?
Und was sind Streifenfundamente?
Hast du auch eine Fussbodenheizung verlegt?
Wie sieht es mit der Feuchtigkeit aus. hast du keine Feuchtigkeitssperre oder Isolierung verlegt?

Gruss Franz



Fußbodenaufbau



http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/fussboeden.html



Schüttung



ist bei mir Styropor-Beton Gemisch mit einer guten Wärmedämmung (Fischer Cyclepor oder Weber). Ich bin deshalb hier auch schon von den Fachleuten zurecht gerügt werden. In einem anderen Thread hier wird Blähton als Leichtbeton vorgeschlagen was bestimmt besser ist. Ich denke nicht, dass das bei mir etwas ausmacht, denn ich habe ein Haus auf einem recht hohen Sockel und so dürfte das Problem, dass sich Styropor mit Wasser vollsaugt nur wenig ausmachen.

Feuchtesperre hat mein Estrichleger nicht für nötig befunden. Ich bin mir nach den ganzen Diskussionen hier eigentlich sicher, dass man es in der Regel machen sollte. Ich jedenfalls brauche es in meinem speziellen Fall nicht, einfach weil das Haus auf einem Sockel steht und der ganze Hang kein Wasser hat. Es ist einfach eine geologische Besonderheit der Lage.

Streifenfundamente sind die üblichen Mäuerchen im Boden direkt unter den Wänden. Bei mir sind das teilweise massive Sandsteinmauern, an anderen Stellen ein paar kleinere Brocken Sandstein die mit einem bröselnden Kalkmörtel zusammengehalten werden. Teilweise wurde auch Magerbeton verwendet. Solche Streifenfundamente halten in der Regel nur durch die Flankenreibung mit dem umgebenden Erdreich. Man muss da sehr vorsichtig sein mit dem Abgraben, sonst bricht die Mauer einfach weg. Also habe ich gerade mal maximal 30 cm ausgegraben und das nur in der Mitte des Raumes.

Ich habe nur die Balken und Schlacke weggeräumt, das war locker und darunter war eine gestampfte Schicht Erde die ich nicht einmal eingeebnet habe. Lieber verzichte ich auf ein bisschen Isolierung als mein mittelalterliches Gewölbe zu entlasten. Aber auch so ist die Isolierung nach EnEv im Bereich des Erlaubten.

Ach, bei mir kam der Vorschlag vom Estrichleger und wurde von einem Bauphysiker abgesegnet.

Also ich bin nicht sicher dass so etwas in allen Fällen klappt, aber bei mir ist es eine gute Lösung.

Übrigens habe ich keine Fußbodenheizung, aber die kommt ja in den Zementestrich oder oben drauf.