Kork-Kalkestrich auf Betonbodenplatte....

03.07.2007



Unser Fachwerkhaus ist nicht unterkellert. Die Wohnräume waren im EG bereits mit einer Betonbodenplatte ausgestattet. Der 8m lange und ca. 2,5 m breite Flur in der Mitte des Hauses war mit Kopfsteinpflaster ausgestattet, das lediglich auf einer dünnen Schotterschicht im Kiesbett verlegt war. In diesem Bereich haben wir die Bodenplatte jetzt ergänzt.

Wir haben ebenfalls Beton gewählt, da zum einen meine Fachwerkbalken so hoch sind, dass keinerlei Berührungspunkte existieren und zum anderen auf einem Teil dieser Platte ein Grundofen stehen soll.

Mir wurde jetzt geraten, auf eine Sperrfolie unter der Platte zu verzichten und auf die Platte einen Kork-Kalkestrich aufzubringen. Die Idee gefiel mir, da auf diese Weise das Problem mit der Dämmung gleichzeitig gelöst ist.

Jetzt hörte ich aber kürzlich, der Kork-Kalkestrich würde auf einer Betonbodenplatte nicht halten. Es gäbe keine Verbindung zwischen diesen Materialien.

Für einen normalen Estrich hätte wir doch aber die Folie einbringen müssen, oder?

Ich hoffe wirklich auf einen Rat, denn herausnehmen kann ich die Bodenplatte auf keinen Fall wieder.


Birgit Sillus



Kork- Kalkestrich auf Betonbodenplatte



Es gibt bessere Fußbodenaufbauten für Ihren Zweck als Kork-Kalkestrich.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Kalkestrich auf Betonbodenplatte



Hallo Frau Sillus,
ein Kalkestrich ist schon eine tolle Sache, er ist warm von unten und weil Ihr Haus nicht unterkellert ist sowieso. Diesen Kalkestrich bringen wir Erdfeucht ein, dann wird der gestampft und anschliessend mit einer Latte abgezogen und gescheibt. Hier ein Beispiel, auf verlegte Korkplatten 5cm stark und anschliessend den Kalkestrich mindestens 9cm stark.
Auf die Folie können Sie verzichten.

Mit freundlichen Grüssen

Veronika Klepac



Kalkestrich



Hier noch der fertige Kalkestrich.

MfG

Veronika Klepac



Kork-Kalkestrich...



Vielen Dank für die Informationen.

@ Veronika Klepac
Ich erinnere mich, dass für den Estrich insgesamt nicht mehr als 10 cm Höhe möglich sind.

Kann der Kork als Granulat oder ähnlich eventuell auch mit dem Kalkestrich gemischt werden? Denn 5 cm Korkplatte und 9 cm Estrich ist einfach zu viel. Würde diese Mischung dann auch auf Beton halten?????

@Georg Böttcher
Wenn Sie der Meinung sind, es gäbe in meiner Situation geeignetere Fußbodenaufbauten als Kork-Kalkestrich, dann bitte ich Sie einfach ganz höflich, mir eventuell die eine oder andere Alternative zu nennen. Andernfalls kann ich mit Ihrer Antwort eigentlich gar nichts anfangen.

Birgit Sillus



Kalkestrich



Hallo,
diese Bilder waren nur ein Beispiel. Der Bauherr mit den Korkplatten wollte das so. Ansonsten mischen wir den Estrich mit gehäxeltem biologischem Stroh. Kalk allein hat schon eine super Dämmwirkung und auf eine Betonbodenplatte ist er auch kein Problem. Es ist halt kein einfacher Fliessestrich dafür sind seine Eigenschaften umso besser.

Ach ja, die 9 cm brauchen wir, weil wir 8-16mm Rundkies beimischen, mehr geht natürlich immer.

Mit Korkgranulat klappt dies sicher auch, denn Kalk ist einfach ein wunderbarer Baustoff.

M.f.G.

Veronika Klepac



Kork-Kalkestrich...



Hallo Frau Klepac,

vielen Dank für die Infos. Jetzt bin ich doch beruhigt, dass bisher der Bodenaufbau richtig war.

Viele Grüße

Birgit Sillus



Kork- kalkestrich auf Beton



Kalk als Bindemittel für Estrich ist m.E. nach eine reine Modeerscheinung, irgendwelche Vorteile gibt es anderen Materialien gegenüber nicht.
Die oft gepriesene höhere Kapillarität ist in einem Estrich überflüssig.
Zum Kalk als Bindemittel:
Bis vor etwa 130 Jahren wurde auch Kalk als Bindemittel für Estriche eingesetzt. Nicht, weil er besonders gut dafür geeignet ist, sondern weil es nichts Besseres gab. Als Zement billig zur Verfügung stand, verschwand Kalkestrich sehr schnell, da seine Verarbeitung zeitaufwendig und mühsam war und mit Zement die gleichen bzw. höhere Festigkeiten in kürzerer Zeit zu erzielen waren.
Kalk hat im Estrich einen entscheidenden Nachteil: Er braucht zum Abbinden Luft, genauer gesagt Kohlendioxid, und Wasser, etwa 0,8 - 8 Masse-%. Beim Erhärten entsteht Wasser, das aus dem Estrich herausdiffundieren muß (deshalb auch der Hinweis, keine Abdichtung auf den Unterbeton zu legen, irgenwo muß das Wasser ja hin!). Ohne Abdichtung wird immer von unten, aus dem Erdreich, Feuchte in den Estrich gelangen können. Und ein feuchter Estrich dämmt schlecht. Ob Beimischungen wie Stroh diese lange Feuchteperiode beim Abbinden des Kalk übrigens gut tut, wage ich zu bezweifeln...
Wie lange dauert die Erhärtung?
Im Gegensatz zu Zement, wo die Erhärtung und die Austrocknung nach ca. 3 -4 Wochen abgeschlossen ist, dauert die Karbonatisierung von Kalk sehr lange. Bei Estrichdicken von 5 cm und mehr kann sie mehrere Monate dauern. In dieser Zeit ist der Estrich durch die Wasserabgabe beim Karbonatisieren feucht.
"Wenn du in ein neues Haus ziehen willst, so lass erst einmal einen anderen Narren ein Jahr lang darin wohnen" (Ludwig Heim, 1747- 1834, Berliner Arzt). Das "Trockenwohnen" war Ausdruck für diese Karbonatisierungsphase. Auch unter und in Ihrem Estrich wird es lange Zeit feucht sein.
Und Kalkestrich würde noch nach Monaten weich sein, da er noch nicht richtig durchgehärtet ist. Damit das nicht geschieht, sind heute im Kalkestrich Weißzement oder andere hydraulische Zusätze enthalten, die ihn wie Zement erhärten lassen.
Das ist eigentlich Etikettenschwindel.
Daher bin ich der Meinung, man kann sich eine Menge Geld sparen und gleich auf Zement-, Magnesit- oder Gipsestrich zurückgreifen, die billiger sind, höhere Festigkeiten aufweisen (und damit weniger Dicke brauchen) und schneller belegbar sind.
Bei 10 cm Bauhöhe haben Sie Platz für ca. 50 mm Dämmung.
Wenn Ihnen Polystyrol als Dämmung nicht gefällt (physiologisch gibt es dafür keinen Grund), können Sie auf Kokos- oder Weichfaserplatten und Gussasphalt als Estrich ausweichen.
Was den Preis betrifft, lassen Sie sich doch einmal Angebote sowohl für Zementestrich als auch für Kalkestrich geben!

Viele Grüße
Georg Böttcher



Kalk vs Zement



Die Hauptargumente sind:
billiger - schneller - härter/fester

Diese - in meinen Augen "Pseudoargumente" - wischen einfach die jahrhunderte alte Erfahrung mit Kalkprodukten weg vom Tisch.
Die erprobte reale Qualität bleibt aussen vor.

Beim Kalk-Kork Gemisch sind wahrscheinlich hydraulische Beimengungen drinnen, die den Kalk oftmals ad absurdum führen!

Fußwärme erreichen Sie damit und auch mit dem angesprochenen Asphaltestrich.
Zwischen Estrich und Platte sollten immer Trennschichten eingebracht werden.

mfG

FK



Kalkestrich



Hallo,

wir bringen den Kalkestrich erdfeucht ein und können auf Jahrzehnte Erfahrung zurückgreifen. Dichten Sie den Boden ab steigt Ihnen die Feuchtigkeit in die Mauern. Die jahrzehnte praktische Erfahrung ist in der Sanierung von Gebäuden sehr wichtig, den bei jeder Mischung die Sie machen muss aufs Bauwerk eingegangen werden. Ein guter Handwerker glaubt nicht an 2-3 gültige Rezepturen, sondern er ist in der Lage gezielt aufs Bauwerk einzugehen um das Obtimum zu erreichen.

Natürlich entscheidet schlussendlich der Bauherr, ob er der Praxis oder der Theorie glaubt....

Mit freundlichen Grüssen

Veronika KLepac



Kork- Kalkestrich auf Bodenplatte



Um nicht als Ignorant neuer Baustoffe und Verfahren dazustehen,
noch einige Ergänzungen von mir zum Material:
Ich halte die Kombination Kork/Kalk als gebundene Schüttung in Decken und unter Holzfußböden machbar und vorteilhaft, da hier beide Materialien ihre Vorteile ausspielen können.
Bei einem konseqent diffusionsoffenen Aufbau wie in einer klassischen Holzbalkedecke ist für die Trocknung nach beiden Seiten gesorgt. Eine mit Kalk gebundene Schüttung mit hohem Kalküberschuss kann später eingedrungene Feuchtigkeit binden und schützt mit ihrem hohen ph- Wert vor Schädlingen.
Hohe Festigkeit ist unter Lagerhölzern einer Dielung nicht erforderlich.

Viele Grüße
Georg Böttcher