Holzpflaster auf Kalk-Kork-Estrich verlegen

12.01.2007 Zimmermannel



Hallo.
Ich habe folgendes Problem. Im Erdgeschoss eines ca. 300 Jahre alten Hauses haben wir einen Raum saniert. Der Fussboden sollte difusionsoffen gestaltet werden, da die Fundamente alle direkt im Lehmboden stehen und keine nennenswerte Horizontalsperre mehr vorhanden ist. Auf Empfehlung habe ich einen Kalk-Kork-Estrich verbaut.
1. Kapilartrennschicht ( 15 cm Schotter )
2. Kalk-Kork-Esrtich ( ca 20 cm )
Darauf sollte eine Caseinleimbeschichtung.
Die Rezeptur fuer den Estrich habe ich von einem Bekannten. Der hat mir allerdings Weiskalkhydrat und nicht Trassklak empfohlen.
Ergebniss ist das der Estrich nicht vollstaendig abgebunden hat und nicht wirklich tragfaehig ist. Daraus wiederum folgt das die Caseinleimbeschichtung, welche selbst ja sehr hart wird an allen Ecken und Enden reisst und bricht.
Es handelt sich bei dem Haus um ein Objekt der Heilsarmee ( Sozialarbeit ) dem zu folge sind finazielle Mittel kaum vorhanden. Meine Ueberlegung der Sache Herr zu werden ist folgende.
Einen Teil des Estrichs wieder entfernen und auf dem Estrich Hirnholzpflaster, welches untereinander verklebt ist aber nur in Sand verlegt. Wegen der Difusionsoffenheit moechte ich es nicht flaechig verkleben.
Und dazu jetzt meine Frage. Hat jemand schon einmal etwas aehnliches gemacht und ie sind die Erfahrungen damit? Oder ist das voelliger Schwachsinn?
Ich danke euch schon im Vorraus fuer euer bemuehen mir zu antworten.



ein nicht tragfähiger Kork-Kalkestrich: was heißt das?



da ich seit über 20 Jahren Kork-Kalkestriche (allerdings immer mit Traßkalk als Bindemittel) betreue,würde mich interessieren, inwieweit Ihr Estrich gebunden ist. Wie wurde exakt Ihre Mischung hergestellt? Wielange war die Trocknungszeit? Es gibt die theoretische Möglichkeit,
ca 10 cm Ihres "brösligen Estrichs" zu entfernen, das Kork-Kalk-Sand-Material komplett wiederzuverwenden unter Traßkalk-Beigabe.



Estrich ist eher eine Schuettung als ein Estrich



Ich kann den "Estrich" fast vollstaendig mit der Schaufel entfernen. Er gleicht also eher einer verdichteten Schuettung als einem Estrich. Das Mischungsverhaeltniss habe ich gerade nicht im Kopf aber ich schau nach und werde es ihnen mitteilen. Ueber die Moeglichkeit das Material wieder zu verwenden habe ich auch schon nach gedacht. Es faellt leider aus, weil der Bauher nicht gewillt ist sich auf einen neue Kalk-Kork-Estrichversuch ein zu lassen ( was ich persoenlich sehr schade finde. )
Deshalb war meine Frage auch eher ob es wohl moeglich ist auf dieser so zu sagen verdichteten Schuettung, im Sandbett das Holzpflaster zu verlegen.



Verwendete Rezeptur fuer Kalk-Kork-Estrich



Ok hier die Rezeptur zum vorhanden Estrich. Ich muss dazu sagen das ich sie von einem meiner Einschaetzung nach erfahren Lehmbauer erhalten habe, der selbst schon mit dieser Rezeptur erfolgreich gearbeitet hat. Leider ist es in meinem speziellen Fall schief gegangen.
MV 1:5 Kalk:Zuschlaege.
Bei den Zuschlaegen handelt es sich um
1.5 Teile Korkgranulat
1,5 Teile Hanfschaeben ( fuer die Biegefestigkeit )
0,75 Teile Korkmehl
1,25 Teile Sand



es wird nicht möglich sein, auf eine "lose Korkschüttung"



einen Holzplasterbelag aufzubringen. Die Mischung ist schlichtweg falsch, da neben dem falschen Kalk die Anteile an festen Teilen (Sand)im Verhältnis zu Kork, Korkmehl, Hanfschäben nicht stimmig sind. Jedenfalls gibt es die Möglichkeit, das vhd. Material in einer neuen Mischung(diesmal mit Traßkalk + andere Verhältnisse) Kostensparend komplett zu verarbeiten. Wichtig wäre noch zu erfahren, welche Korkgranulat-Körnungen verwendet wurden.
Das sehe ich als die sinnvollste Variante.
Eine weitere anzudenkende Variante wäre:
-ca 10 cm vhd. Mischung raus
-neue Mischung mit Traßkalk + anderem ergänzt rein
-vollflächige statische Estrichmatten-Einlage
Um das neue Mischungsverhältnis erarbeiten zu können, bräuchte ich allerdings vorab eine Probe der mißlungenen Mischung.



Kalk-Kork- Estrich



Mich würde interessieren, wie lange der "misslungene" Estrich bereits eingebaut war, als die Kaseinleimbeschichtung aufgebracht wurde.
Ich vermute, das der Kalk in dem 20 cm dicken Estrich nicht karbonatisieren konnte.Zum Aushärten muß die richtige Menge Feuchtigkeit vorhanden sein und Kohlendioxid aus der Luft hineindiffundieren können. Das Abbinden dauert bei der Dicke des Estrichs sicher mehrere Monate. Wenn vorher die Oberfläche mit einem dichten Belag versehen wird, ist der Gasaustausch natürlich eingeschränkt eingeschränkt und das Abbinden verzögert sich weiter. Bei hydraulischem Kalk wird die Grundfestigkeit durch silikatische Erhärtung ohne Kohlendioxid aufgebaut, die Karbonatisierung kann dann in Ruhe erfolgen, da das Gefüge stabil ist. Zum Mischungsverhältnis kann ich nur vom Gefühl her sagen, das der Mörteltelanteil (Kalk + Sand) mir etwas gering vorkommt, aber dazu hat Klaus Schillberg die besseren Kenntnisse.



Hirnholzpflaster...



...benötigt im Wohnbereich einen festen Untergrund, auf den es verklebt werden kann. Die Seitenverleimung soll dabei vermieden werden. Das Pflaster miteinander verklebt auf Sandschüttung o.ä. funktioniert mit absoluter Sicherheit nicht. Warum? Hirnholzpflaster arbeitet stark. Wenn dieses Pflaster zu einer "Platte" verleimt wird, wird es bei veränderlicher Luftfeuchte um mehrere Zentimeter schwinden und reißen oder aber Spannungen aufbauen, die zu Beulen werden können oder sogar leichtere Innenwände wegschieben.

Wenn Du aus irgendwelchen Gründen keine tragfähige Schicht herstellen kannst, solltest Du über Lagerhölzer und Dielung nachdenken.

Wo steht das Haus? Wenn ich in der Nähe zu tun habe, komme ich gern unverbindlich vorbei.

Grüße

Thomas W. Böhme

0177-5333544



kein fester Untergrund



Herr Böhme.
Danke für ihr Informationen. Ich hatte mich zwar schon anderweitig übers Internet versucht über Holzpfalster zu informieren, aber das war neu für mich und ausschlagegbend in der Entscheidung welcher Fussbodenaufbau für uns in Frage kommt oder nicht.
Das Haus steht in Chemnitz. Auf der Horst-Menzel-Strasse 5.
Wie schon gesagt ist es ein Objekt der Heilsarmee.
Ich würde mich sehr freuen wenn sie die Zeit finden sollten sich die Gegebenheiten an zu sehen.
Wenn es der Fall sein sollte wäre es schön wenn wir uns vorher einen Termin ausmachen könnten. Erreichbar bin ich unter 017623851314

Vielen Dank auch an alle anderen die sich die Mühe gemacht haben zu antworten. Den Estrich komplett oder auch nur Teilweise zu erneuern bleibt aber wirklich aller letzte Möglichkeit wenn garnichts einfacheres machbar ist. Es wäre nur zu Umfangreich hier die Rahmenbedingungen dafür zu erläutern.