Estrich im Keller ohne Bodenplatte

23.11.2015 botzermogl



Hallo,

ich habe mir ein Haus aus den 1930er Jahren gekauft und bin gerade am sanieren.
Das Haus ist voll unterkellert. Die Wände haben keine Fundamente und wurden auf die (scheinbar tragfähige) Baugrubensohle gemauert (Ziegelmauerwerk).
Zwischen die Wände wurde dann eine Art Beton Estrich eingebracht (unbewehrt, Dicke ca. 6cm, Oberfläche geglättet, dunkelgrau). Um nun die unter dem Gebäude verlaufende defekte Grundleitung (Zementrohre) auszutauschen habe ich in zwei Räumen die "Bodenplatte" in einem 30cm breiten Streifen geöffnet (gesägt und gestemmt).
Nun die Frage: wie sollte man den Schlitz nach dem Verfüllen des Grabens der Grundleitung wieder schliessen.
Einfach mit Zementestrich auffüllen?! War vorher ja auch nicht anders, einfach Zementestrich auf Baugrubensohle.

Außerdem hat der bestehende Betonboden im Keller an mehrere Stellen Risse. Deshalb die Überlegung auf den kompletten, alten Boden einfach einen neuen Zementestrich einbauen.
Was müsste ich da berücksichtigen. Eine Folie würde ich irgendwie nicht einbauen da es vorher ja gewollt war daß die Feuchte aus dem Boden irgendwo hin kann und ich durch den Einbau einer Abdichtung befürchten würde das dann vermehrt Wasser in den Wänden anfällt.

Der Keller soll als reiner Lagerkeller genutzt werden - also keine Wohnnutzung.

Was meint ihr?



Kellerfußboden



Den Leitungsgraben auffüllen, mit Estrichbeton schließen.
Wenn die alte Estrichfläche nicht zusehr verschmutzt ist (Öle, Fette) dann gründlich reinigen, bei Bedarf aufrauhen, am Vortag nässen und dann einen Verbundestrich 20-40 mm aufbringen. Als Haftverbund und Abdichtung vor dem Einbau eine mineralische Dichtschlämme auftragen (Verarbeitung "grün in grün"). Die Oberfläche des neuen Estrichs mit Reibebrett und/oder Stahlkelle glätten.
Je nach Nutzung kann der fertige Estrich mit einem einfachen lose aufgelegten PVC- Belag versehen werden. Damit lässt sich der Boden besser reinigen.



Woher kommt die Angst wegen der dichten Folie?



Richtig ist, was Herr Böttcher schreibt.
Aber wenn Sie schon PVC verlegen, dann könnten Sie auch auf den Estrich verzichten.
Wenn jetzt noch kein Wasser eingedrungen ist läuft auch dann kein Wasser rein.
Der Vorteil eines dichten (dampfdicht) Belages ist doch, dass die Feuchteaufnahme insgesamt geringer ist.



Kellerboden reparieren



nur zur Ergänzung:
Vor der Estrichreparatur den Hohlraum über dem Rohr mit Sand auffüllen.

Eine zusätzliche Estrichschicht würde in dem Fall primär optische Zwecke erfüllen bzw nur zur Reduzierung der Feuchtigkeit beitragen.

Wenn der Estrich durch Abdichtung etc keine Feuchtigkeit mehr abgeben kann steigt diese nicht vermehrt in den Wänden auf.
Früher gab es entweder keine entsprechenden Dichtungsbahnen, oder die Kellerfeuchtigkeit hat nicht gestört, oder die höhere Luftfeuchtigkleit war zur Einlagerung von Lebensmitteln gewollt.

Wenn Rissfreiheit und eine bessere Haftung gewünscht werden kann ein stärkerer Estrich mit einer eingelegten Estrichgittermatte verwendet werden und vorher ggf auf den Altestrich Betokontakt gestrichen werden oder auch
auf den Altesteich eine Bitumenschweißbahn oder andere Abdichtungsbahn verwendet werden und darauf den Estrichboden.

Ein Fliesenbelag würde ebenfalls den Feuchtigeitsdurchgang reduzieren wenn keine Abdichtung verwendet wird oder ein Epoxidanstrich.

Andreas Teich