Welchen Dämmstoff in Estrich

13.11.2006



Hallo,

ich weiß das Estrich nicht gerade der beliebteste Fußbodenaufbau in diesem Forum ist....
Allerdings soll in unsere Küche kein Holzfußboden, daher Estrich.
Der Grundaufbau eines Estriches ist mir klar nur leider weiß ich nicht welches Material als Dämmstoff dazwischen soll.
Hier einmal die Eckdaten:

- nicht unterhkellert
- Betonplatte (kein WU)
- keine drückende Feuchtigkeit etc.
- Aufbauhöhe 15-16cm

Als Estrich würde ich einen Zementestrich mit Matten nehmen (bitte nicht hauen, in den anderen Räumen haben wir Holzfußboden) 5cm. Somit blieben 8cm für Dämmung. Da diverse Rohre auf der Bodenplatte verlegt sind würde zunächste eine Ausgleichsschicht sinn machen.
Also Dämmstoff wurde mir EPS30 genannt. EPS --> Styropor, aber was bedeutet die 30? Mir geht es darum dass das Zeug nicht einfach absackt und ich später einen riesen Spalt zwischen den Fugen bekomme.....

Eine weiter Frage ist benötigen wir eine Dampfsperre, da kein WU beton, oder genügen die üblichen PE folien?



Estrich



Hallo !

Habe bei mir gleiche Bedingungen gehabt, allerdings etwas mehr Höhe. Sind die Rohre schon verlegt, oder werden die noch verlegt ?
Aufbau geplant vom Estrichleger:
Bitumenbahn mit Aluminiumeinlage (Dampfdicht) V60 S4+AL, an den Seiten bis Oberkante Estrich hochgezogen und verschweisst. Grobe Unebenheiten mit Druckfester Schüttung (z.B. Nivoperl) ausgleichen. Darauf Hartschaumplatten, ist nicht das gleiche wie StyropPOR, Handelsnamen z.B. StyroDUR, Jackodur usw. Noch zu verlegende Rohre (Abwasser) in die Dämmung. Darauf noch eine dünne Baufolie, damit das Wasser aus dem Estrich nicht durch die Fugen der Dämmplatten läuft.
Mal daran gedacht eine Fußbodenheizung mit in den Estrich zu legen ? Kostet nicht die Welt. Ist neben einer bereits vorhandenen Heizung sehr angenehm, wenn man den Boden nur ganz leicht temperiert.

Viele Grüße,
Karsten



Alternative



Dämmstoffe wären hier z.B. Kork oder Holzweichfaserplatten. Die Abklebung muss sein, wie mein Vorredner es ganz richtig angegeben hat. Die Fussbodenheizung würde ich vergessen.



Dämmstoffauswahl



Wie Karsten Becker würde ich es auch machen und habe ich es oft machen lassen. So ist es guter Standard.
PS 30 ist ein druckfester Dämmstoff mit WLG 035, der sich für die Verlegung unter Estrichen eignet.

Wieso Fußbodenheizung vergessen ? Sie kommt mit niedrigsten Vorlauftemperaturen aus, verbrennt keinen Staub und sorgt für eine angenehme Temperaturverteilung im Raum. Und die Blechmöbel (Heizkörper) muß ich nicht auch noch in den Raum gestalterisch integrieren.
Im Falle einer FB-Heizung sollen die Heizrohre aber mehr als 30 mm Überdeckung haben.
Zu den Materialien: Kork sollte man vielleicht als nachwachsenden (??) Rohstoff für edlere Anwendungen aufheben. Er wächst auch nur begrenzt und nur solange wie die EU-geförderte Baumzerstörung noch anhält, sind die Korkeichen erst mal hin, ist es auch damit aus.
Eine Holzweichfaserplatter unter dem Zementestrich ?
Die gründe würden mich interessieren. Läuft Wasser rein, grüßen Schimmelpilz und Co.

Ich grüße aus Duisburg



Schimmelpilz



und Co grüßen auch aus Styropordämmungen. Dafür kann ich etliche Beispiele anführen. Aber in Ordnung ich wollte lediglich ein paar Alternativen anführen, ist halt Geschmacksache, ob man diese Baustoffe mehr als unbedingt nötig in die Umwelt bringen möchte.

Zum Thema Fußbodenheizung gibt es ja schon einige Diskussionen hier. Sie führt eben nicht zu einer angenehmen Temperaturverteilung, sondern zu hohen Luftgeschwindigkeiten mit entsprechend hoher Staubbelastung. Nicht Staubverschwelung ist bei den Heizungen heute das Problem, sondern hohe Luftgeschwindigkeiten. Strahlungsheizung ist das Ziel, Also Wandflächen oder Fussleistenheizung oder Heizkörper mit hohem Strahlungsanteil.





Danke für die zahlreichen Anregungen. Habe heute abend auch noch einmal kurz mit einem Bekannten gesprochen dieser erzählte mir etwas von PS20 allerdings in der 200ter Ausführung, das wäre dann wie PS30.... was auch immer das heißen mag.
Eine Sache habe ich allerdings bisher verdrängt.
Die Rohre und Elektik liegen schon auf dem Beton, muß die Folie darunter? Oder kann ich sie ganz salop drüberpappen?

Danke und Gruß

Stefan



Rang zwei...



..auf dem Dämmstoffmarkt,weil billig,leicht und schnell zu verarbeiten.

Hallo,

hauptbestandteil ist Polystyrolgranulat,das durch Verkettung der giftigen Styrol-moleküle entsteht.Weiter werden noch Zusätze wie:Flammschutzmittel,Füllstoffe ,Gleitmittel,Stabilisatorenbeigemengt.
Styrol wird mit hohem Energieaufwand in mehreren Verfahrensschritten aus Rohöl gewonnen.Jährlich entweichen 6 - 12 tausend Tonnen dieser giftigen Substanz,dazu noch das hochgiftige Benzol und grosse Mengen an Pentan und Stickoxiden, die zum Sommersmog beitragen.Das in grossen Mengen als Katalysator verwendete Aluminiumchlorid belastet die Herstellung zusätzlich mit den grossen Umweltlasten aus der Aluminiumerzeugung und der Chlorchemie.
Bei der Herstellung werden die ArbeiterInnen durch das giftige Styrol gefährdet,das Haut- und Schleimhautreizungen verursacht und in hohen Dosen als Nervengift wirkt.Zudem steht es im Verdacht,erbgutverändernd und krebserregend zu sein.
Bei der Montage der Polystyrolplatten sind nicht nur die meist problematischen Spezialkleber gefährlich.Beim schneiden mit heissem Draht wird das Polystyrol zersetzt, undStyrol und andere Zusatzstoffe können,wenn auch in geringen Mengen,über relativ lange Zeit das Raumklima belasten.
Zur EPS-Herstellung wird das Polystyrol mit Wasserdampf und Pentan aufgeschäumt.Die Hälfte des Pentans entweicht bei der Herstellung der Rest während des Gebrauchs.Im eingebautem Zustand emittiert der Dämmstoff eine Reihe von Organischen Verbindungen, deren zusammenwirken unkalkulierbar ist.Die Styrolabgabe sinkt nach einigen Wochen auf etwa ein Prozent der maximal zulässigen Arbeitsplatzkonzentrazion.
Polystyrol muss als Sondermüll entsorgt werden,da gefährliche Zusätze ins Grundwasser gelangen können.



alternative Dämmstoffe



mein Fußbodenaufbau ist von unten Dichtungsbahn (keine Ahnung, wie sie die jetzt noch einbringen können, vielleicht geht es auch ohne, wenn es alles Trocken ist - laienhafte Vorstellung), dann habe ich in die Schicht mit den Rohren Blähton geschüttet, als ich dann eine einigermaßen ebene Oberfläche hatte, habe ich den Blähton einfach mit etwas Zement und Wasser angemischt und so eine sogenannte gebundene Schicht aufgetragen und diese dann ganz einfach mit einem Brett abgezogen. Nach 2 Tagen war das ganze dann schon wieder Prima begehbar und nach gut 3 Wochen habe ich eine Schrenzlage (Ölpapier) drauf (mit Randdämmstreifen) und die Fußbodenheizung draufgeschraubt. Dann kam der Estrich und gut. Bis jetzt keine Mecker. Wenn man den Dämmwert noch höher haben will kann man statt Blähton auch Blähglas verwenden, ist nur etwas teurer. Damit kann man sich die Styropurplatten etc. sparen.
Noch eins zur Fußbodenheizung, wenn Ihr schon den Fußboden neu macht, dann bitte baut eine rein. Ihr glaubt garnicht, wie angenehm das ist. Ich kenne einige, die auch dachten, ach brauchen wir nicht und dann haben sie sich geärgert, denn Fliesen sind kalt, sehr kalt im gegensatz zu Holz.
Viel Spa



@ Fred Heim Fussbodenheizung:



Hallo !

Zustimmung zur grundsätzlichen Beurteilung der FBH, finde das erzeugte Raumklima auch nicht angenehm. Mein Vorschlag war hier war aber ein anderer:

"Ist neben einer bereits vorhandenen Heizung sehr angenehm, wenn man den Boden nur GANZ LEICHT TEMPERIERT."

Ich mag in der Küche keine Teppiche und Fliesen ziehe ich hier auch dem Holz vor.

Viele Grüße,
Karsten



OK-denn



ich berate halt Holzfußboden in der Küche, ist warm und "weich" (stehende Arbeit), es geht nicht alles kaputt was fällt, idealer Boden für Kinder die auf der Erde spielen, ...



Ein geölter Eichenboden...



...wäre sehr strapazierfähig, müßte nie überschliffen werden und für Generationen eine Freude für Auge und Fuß...

Sei's drum, Ihr wollt etwas anderes. Wie wär's damit:

- Ausgleichsschüttung der Rohre wegen
- darauf Foamglasplatten (kapillarbrechend, die Folie kann wegfallen)
- darauf Trockenestrichelemente und Fliesen
- oder ein Heizestrich mit Fliesen

Das spart den Zementestrich auf der Betonplatte und es geht schneller voran. Unter einem Estrich halte ich PS30 für tolerabel, aber minder wirksam; immerhin muß der gesamte Estrich/Fliesenaufbau mit aufgewärmt werden.

Ich persönlich empfinde Steinböden als unangenehm kalt (Hausschuhvergesser mit kleinem Kind) und toleriere sie nur im Bad. Ohne Temperierung würde ich eine geflieste Küche als ungemütlich empfinden, da täte es dann auch das handgestrichene Cotto nicht...

Grüße

Thomas W. Böhme