Estrich auf Gewölbedecke ?

21.05.2004



Hallo,

ich habe ein Art-Deco-Haus aus dem Jahr 1927 gekauft und will nun in der Küche die Holzdielen auf den Doppel-T-Trägern aus Stahl (Kellerdecke) ersetzen durch Estrich. Zwischen den T-Trägern ist eine Gewölbedecke gemauert.
Ursprünglich wollte ich Verlegeplatten einsetzen, um darauf zu fliesen. Finde es nun aber besser, wenn ein Estrich die Grundlage bilden würde.
Trägt eine Gewölbedecke den Estrich (Statik ?), welcher müsste es sein (ich habe gelesen: alles mit Zement soll man bei einem Altbau vermeiden)und wie sollen die Lagen aussehen (Gitterstahlmatte auf T-Träger mit Dämmschicht) ?



Neues Denken!



Seit 1927 war ein Holzboden drin und nun soll eben aufgrund der heutigen Philosophien plötzlich ein Fliesenboden rein.

Ist zwar einfach zu handhaben, wenn er drin ist, doch der Aufbau ist diffussionsdicht und für die Träger auch nicht besonders diehnlich.
Ein offener (diffussionsbetrachteter!) Aufbau ist da vielleicht sinnvoller und nachhaltiger.
Tragfähigkeit ist in Ihrem Falle nicht das Hauptproblem.
Auf die Träger einen Streifen Holzweichfaserplatte legen, darüber eine Ausgleichsnivellierschüttung aus mineralischem Material (z.B. gekollerter Lehm), darauf eine DHD-Platte mit integrierbarer Holzleiste zur Aufnahme eines Dielenbodens.

Fachgrüße aus der Oberlausitz.



Statiker hinzuziehen



Ein Estrich mit Fliesenboden wiegt 150 kg/m². Hier ist in jedem Falle ein Statiker hinzuzuziehen.
Wenn es unbedingt Fliesen sein müssen, gibt es entsprechende leichtere Aufbauten mit Trockenestrich (z.B. Fermacell)
Aber weiter unten habe ich es schon einmal geschrieben:
Aus meiner Sicht gibt es für eine Küche gar keinen besseren Boden wie einen schönen soliden Dielenboden.

Udo Mühlen hat hier schon einen sehr guten Vorschlag gemacht. Aber auch hier würde ich das Gewicht überprüfen, denn der alte Dielenboden hatte nur ein Gewicht von ca. 15 kg/m²(!) und die alten Handwerker hatten auch ohne Rechenmaschine und Computer ein sehr gutes Gefühl für Statik. Große statische Reserven sind da eher selten.

Auch den Wärmeschutz sollte man nicht aus den Augen verlieren. Denn ein fußkalter Boden in der Küche ist auch nicht so angenehm, weder für die Arbeit im Stehen, noch für das gemütliche Sitzen bei Käse und Rotwein ... und eine EnEv gibts auch noch. Grenzwert 0,40 kW/(m²K)



Fußboden



Guten Tag,

beim Jahrgang 27 war man in der Regel bei statischen Reserven sparsam, deswegen halte ich mich mit Ratschlägen hierzu zurück. In den allermeisten Fällen aber können Kellerdecken einen Estrich von 5 cm Dicke gleich 120 kg pro Quadratmeter ohne weiteres vertragen. Wenn von der Konstruktionshöhe Platz ist oder sogar durch Wegnahme der Balken geschaffen wird, kann man unterseitig trittfeste (druckbeständige) Wärmedämmung verlegen. Ich würde dann auch zu kleinsten Wärmeleitfähigkeitsgruppen (höchste Dämmwerte) greifen: 020 oder 025. Damit haben Sie der EnEV Genüge getan und sich warme Füße gesichert.
Bei Kellerfußböden ist die Frage der Diffusionsoffenheit / Dichtheit kein Kriterium.