Holzfreier EG Fußbodenaufbau über Erdreich (nicht unterkellert)

27.10.2004



Hallo liebe Fachwerkfreunde, ich habe hier zwar ein paar Beiträge zu dem Thema gefunden, sie widersprechen sich jedoch teilweise. Deshalb stelle ich mal diese Frage:

Wir haben einen Dielenboden im Erdgeschoß (nicht unterkellert), der teilweise schon fast durchgefault ist und deshalb im nächsten Frühjahr rauskommt. Wir möchten in Zukunft im Erdgeschoß Fliesen oder Parkett legen, jedoch nicht auf einer Holzkonstruktion, sondern auf Estrich, oder ähnlichem.

Was für Möglichkeiten (nicht zu teuer) gibt es?

Muß eine Betonplatte gegossen werden, oder könnte man auch folgenden Aufbau wählen:
1. 20cm Schotter (oder nimmt man Kies), 2. Folie, 3. Styrodurplatten (druckfest), 4. 7cm Estrich (eventuell mit einer Lage Bewehrungsmatten).

Wenn eine Betonplatte zwischen Folie und Wärmedämmung gegossen werden muß, wie dick sollte sie sein? 12cm? Müssen Bewehrungsmatten rein? Die Platte liegt ja vollflächig auf dem Schotter und wird nicht auf Biegung beansprucht.

Gibt es auch andere preiswerte und holzfreie Aufbauten, die ohne Estrich auskommen? Wäre das auch für Parkett geeignet, oder nur für Fliesen?

Ich wäre für Ratschläge und Aufbautipps sehr dankbar!
Gruß Linden



Fußbodenaufbau



von innen nach außen:
- Parkett
- Trockenestrich von Fermacell 2*10 mm + 60 mm Hartschaum, = U-Wert 0,49 (< zul. 0,50 W/m²K), Herstellerangaben beachten.
- bituminöse Abklebung (Schweißbahn G200) nach Abbinden, seidlich 10 cm hochziehen bzw an die Horizontalsperre in den Wänden anschließen.
- 12-15 cm Beton mit einer Lage Q131 im oberen Drittel oder Stahlfaserbeton
- PE-Folie 0,2 mm mit ausreichender Überlappung
- 20-25 cm Kalkschotter oder gewaschener Kies (verdichten)

(Natürlich ohne Gewähr, da ich nicht alle örtlichen Gegebenheiten kennen kann)



Bewehrung Fußboden ?



Dag ok. Eine Bewehrung innerhalb des Hauses bei Streifenfundamenten würde ich nicht als unbedingt notwendig erachten. Es soll ja keine Bodenplatte von 10 x 10 m hergestellt werden, sondern nur der Fußboden für ein Zimmer ausgetauscht, bzw. erneuert werden. Einfacher Kiesbeton MV=1:3, reicht meiner Meinung nach aus. Sonst wie angegeben. Man kann aber statt Trockenestrich natürlich auch Zementestrich nehmen. Nur bei einer Stärke von 7 cm ist
es kein Estrich mehr. 4 cm reichen für den Hausgebrauch auch. na denn man to.



Vielen Dank



Sie haben mir sehr weitergeholfen!
Eine kleine Frage habe ich noch:

Warum muß auf die Betonplatte noch eine bituminöse Lage geklebt werden bevor man die 60mm Hartschaumplatten verlegt? Ich könnte mir nur vorstellen, die Hartschaumplatten direkt auf die Betonplatte zu legen und darauf (damit der Estrich nicht zwischen den Hartschaumplatten hindurchfließt) eine Folie oder Bitumenbahn zu legen.
Ist das von Ihnen auch so gemeint, oder habe ich hier einen Denkfehler?
Gruß Linden



Die Bitumenbahn



auf der Betonsohle soll für eine möglichst große Sicherheit gegen Feuchtigkeit von unten sorgen. Da der Boden komplett neu aufgebaut wird, ist dieses ein Standard, wie er bei einem Neubau erforderlich ist.
Bei dem von mir angegebenen Estrichsystem Klebt die Dämmung direkt unter den Trockenestrichplatten. Eine Trennlage zwischen Dämmung und Estrich entfällt somit.
Aus statischen Gründen ist wie Sigfried Kurze schreibt eine Bewehrung in der Sohle nicht erforderlich. Die Bewehrungslage soll lediglich die Rißbildung beim Abbindeprozess reduzieren.





Bitte beachten Sie beim Einbringen der Dämmschicht auf die Verträglichkeit des Materials der Dämmung gegenüber bituminösen Materialien. Bei Nichtverträglichkeit ist eine Trennlage (auf System abgestimmte Baufolie) zwischen Schweißbahn und zu verwendender Dämmung unerläßlich. Ihr Baustoffhändler kann Ihnen die gewünschte Information geben. Bedenken Sie bitte auch, dass der Begriff Baustoffhändler keine Garantie für Baustoffprofie ist.