Steinholzfußboden feucht

29.05.2013 schneckl



Momentan habe ich das Problem, dass sich scheinbar unter dem gewölbten Stäbchenparkett meines Wohnbereiches ein Steinholzfußboden versteckt, der feucht ist und brökelt. Ich habe einige Stäbchen entfernt, um nachzusehen. Die Terassentür geht nämlich nicht mehr ordnungsgemäß zu bedienen --> klemmt. Meine Frage an die Fachleute ist nun: Kann ich den Fußboden in einem Teilbereich entfernen, irgendeinen (?) Estrich drüber schmieren und dann die Stäbchen wieder einkleben? Ich bin über alle Informationen, was Ihnen dazu einfallen dankbar.





Hallo ,

was befindet sich unter dem Steinholzfußboden?
1. Das Material ist feuchtigkeitsempfindlich, Normalen Zement oder Betonestrich als Reparaturmasse halte ich für ungünstig, da an der Trennstelle der beiden Materialien, durch das Wasser im zementären Estrich, keine Verbindung erfolgt. Evt. hilft zuvor eine wasserfreie Grundierung/Absperrung an der Trennstelle also der Kante zum Holzestrich. Steinholzestrich basiert auf einer Verbindung von Magnesiumoxid in Magnesiumchloridlösung und enthält keinerlei Portlandzement, wie er in Betonestrich verwendet wird.
2. Wo kommt die Feuchtigkeit her? Wie alt ist das Stäbchenparkett und wie aufgeklebt.
2a. Die Feuchte könnte von oben durch einbringen mit Schuhwerk von außen kommen. Das kann mit einer adäquaten Reparatur des Steinholzfußboden und Parkett behben werden. Anschließend mechanisch vorsorgen, das kein Wasser in dieKonstruktion dringen kann (=Füße abtreten , Sauberlaufmatten o.ä.
2b. Die Feuchte könnte durch eine Undichtigkeit der Terassentür kommen, dann Abdichten und s.2a.
2b. Die Feuchte könnte von unten kommen. Kondensat, aufsteigende Feuchte etc. dann Feuchtezufuhr von unten abstellen, z.b. Decke unterhalb isolieren.
2c. Ungünstigste Variante wäre, wenn das Parkett rel. neu ist, ein zu wenig diffusionsfähiger Kleber/Spachtelmasse aufgrbracht wurde, der Raum nicht unterkellert ist und die Feuchte von unten durchschlägt. Dann wird sich der Estrich mit der Zeit zerlegen und das Parkett sich ablösen.

Beschreiben sie bitte den Aufbau und prüfen wo die Feuchte herkommt.

Zur konkreten Reparatur des Magnesitestrichs kann ich nichts schreiben.

Gruß



Ohne zu wissen,



woher das Wasser kommt, ist alles müßige Spekulation. Eine beliebte Schadensursache sind aber tatsächlich undichte Terassentüreinbauten.

Grundsätzlich wäre der Steinholzestrich mit einem Kunstharzestrich reparabel. Da unter dem Estrich aber wohl keinerlei Dämmung, möglicherweise auch nur eine unzureichende Sperrschicht sein wird, würde ich auch hinsichtlich des Fußbodenneuaufbaues nachdenken.

Grüße

Thomas



Steinholzfußboden feucht



Einen herzlichen Dank an die Verfasser der ausführlichen Antworten auf meine Frage.

Tja, die Feuchtigkeit ist das Problem, auf welches alle anderen Probleme basieren. Es gibt ja nicht nur den feuchten Fußboden.

Das Haus ist ca. 1950 gebaut und seitdem, zumindest am Fußboden nichts mehr gemacht worden. Das Parkett ist also von damals. Es sieht so aus als ob es auf kleinen Klebebändern fixiert wurde und dann mit der damals üblichen Verleimung verklebt wurde. Habe ein Bild eingestellt.

Von der Terassentür könnte etwas Nässe kommen jedoch gibt es Fensterläden, die die Terassentür schützen und auch Regennässe ganz gut abhalten. Nässe von Schuhwerk ist es bestimmt nicht. Was das große Problem ist, ist Nässe aus dem Keller (das Haus ist vollunterkellert: Kohlenkeller, Bierkeller etc.). Der Keller zieht an einer Seite seit Jahren Wasser und dieses hat auch die erste Etage bereits erreicht. M.E. kommt die Feuchtigkeit daher. Da eine Grundsanierung des Hauses (Aufbuddeln/ Wanne bauen etc.), die m.E. gemacht werden müßte, für mich aus finanziellen Gründen nicht in Frage kommt, hatte ich gehofft, ein paar Anregungen für eine Lösung zu finden, die nicht ganz so professionell ist, aber mit der man leben kann.



Steinholzfußboden



Ganz oben rechts auf Ihrem Bild ist in der Ecke die Einlaufspur von Wasser zu sehen. Das war nicht wenig, das da unter den Belag gelaufen ist!