Neuaufbau Balkendecke (Fliessestrich) --> Möglichst leichte Füllung im Balkenfach ??

18.05.2006



Hallo zusammen,

wir sind gerade dabei unser DG auszubauen. Dabei würden wir gerne Fliessestrich einbringen (mehrere Punkte sprechen dafür). Die Balkendecke ist vor 20 Jahren erstellt worden, 20x10 Sprengung meist ca. 68-72cm.

Nun sind wir nicht sicher wegen der Füllung des Balkenfaches. Es ist ein ehemals landwirtschaftl. genutztes Anwesen, Mäuse sind schon zur Genüge vorhanden. Aus diesem Grund wollen wir eine möglichst Nagerfeindliche Gefachfüllung.

Das ganze befindet sich im 3. Stock. Daher haben wir uns bisher sehr für Porenleichtbeton (mit der Pumpe transportierbar) interessiert. Der gute alte angemachte Blähton steht auch noch zur Diskussion, der müsste aber in Eimern oder so hoch geschafft werden.

Nun haben wir uns beim führenden Betonunternehmen der Region informiert. Hauptproblem ist die Rohdichte: Die nennen Werte von 920-970 kg/m³, das bedeutet ca. 110 kg /m² in unserem Fall. Der Mann am Telefon hat immer behauptet, dass das ungefähr gleich viel wie beim Blähton mit Sand und Zement wäre.

Mit diesem Gewicht liegt die Durchbiegung inkl. Estrichlast und Verkehrslast (200kg/m²) bei (L/200) gerade leicht über der Grenze. Dummerweise wird das ganze natürlich wesentlich von der Balkensprengung bestimmt. Aber andererseits sind die Estrichlast und die Last der Gefachfüllung absolute Dauerlasten. Bei den Verkehrslasten kommen wir aller Voraussicht nach nie auf 200 kg/m² (Ja ich weiss das solche Überlegungen nicht gelten, aber die Frage ist auch, welche Belastung wird die Decke langfristig z.B. zum Kriechen der Balken bringen?


Nun endlich zu meinen Fragen:

Kennt jemand realistische Dichtewerte für Blähton mit Sand und Zement (eben so angemacht dass er zusammenhält)?

Hat jemand ne andere gute Idee ausser auf Estrich zu verzichten oder einen Blindboden z.B. Spanplatten einzubauen?

Gruß Wolfgang





Hallo Wolfgang

Vielleicht denkt ihr einmal über "Timco" Decken nach. Dieser Systemverbund von Beton und Holzdecke erhöht sogar die Tragfähigkeit der Decke.
Näheres z.B. unter folgenden Link:
http://www.timco.ch/Show_Timco_CH_D.pdf

Gruß

Lutz



Holz und Beton



Sind schon immer wie Hund und Katz gewesen ...
nur wenn irgendwelche findigen Leute rechnen und publizieren udn Tabellen und Messwerte beilegen gibts das nicht mehr ...!

Ich denke immer noch: Beton und Holz verträgt sich nicht ob das nun ETH ausrechnet oder wer anders ....

Ich würde das genauestens überdenken udn mich nicht so sehr auf Versprechen verlassen sondern auch Langfristige Erfahrung!

Eine Masse (gut gegen Schall) und eine Erhöhung der Traglast aus statischer Sicht bekommt man auch bei einer Holz - Holz Verbund decke!

mfG

FK



Hund und Katze



Das sich Hund und Katze, Holz und Beton, Mann und Frau nicht vertragen, ist eine pauschales Grundrezept für sehr holprig gestrickte Weisheiten.

Lutz



Porenleichtbeton



Hallo,
ich würde mir von dem Betonwerk schriftlich geben lassen, dass der Porenleichtbeton in den dritten Stock pumpbar ist! Er enthält auf Grund der leichten Struktur viele Luftblasen...
Warum keine Schüttung?



Keine Ahnung woran es liegt



Aber die Erfahrung, dass Holz und Beton/Zement (wo ist da eigentlich der Unterschied?) sich nur sehr schlecht vertragen, haben wir leider zur Genüge machen dürfen. Selbst ein fingerkuppengroßes im Holz, welches mit zementhaltigem Putz verschlossen wurde, faulte vor sich hin und wurde zum faustgroßen Loch. Und an dieser Stelle kam keine Feuchtigkeit ran.

Ich bin zwar generell gegen das Zeug, aber wo es sein muss, muss es eben sein. Z.B. als Grundplatte für unseren Grundofen (ohne Kontakt zum Fachwerk). Aber doch nicht in einer Holzdecke, wo es doch ganz andere Lösungen gäbe.

Wir haben eine Ceralith-Schüttung eingebracht, leicht verdichtet und darauf Holzdielen verlegt. Die Säcke mit der Schüttung waren mit 1 Mann + 2 Frauen schnell über die steile Treppe nach oben gebracht: Kette gebildet und zum Nächsten geworfen. 1 Sack Ceralith ist sehr leicht.

Darüber nachdenken lohnt ;-)

Grüße
Ulrike Nolte



Schüttung wäre prinzipiell OK,



muss nur die Gefache auffüllen und den Estrich beim vergießen bis zum abtrocknen tragen.

An Trockenestrich-Systemen habe ich bisher das Fermacell-System einmal verarbeitet. Ich mußte aber feststellen, dass die Kosten enorm waren, obwohl ich nur etwa 6cm Schichtdicke brauchte damals.

Bei dem DG-Ausbau geht es insgesamt um 130 m². Die Methode nach der ich suche, sollte schnell und günstig sein. Ausserdem brauche ich irgend eine steife Tragschicht.
Mit der Schüttung kann es nämlich leicht passieren, dass die Lasten über das Gefach abgeleitet werden (Streifboden).

Bin mir noch nicht im klaren. Habe mir auch schon Silcar angesehen. Aber ich denke dass hier auch die Kosten sehr hoch sind.

Gruß Wolfgang



Blähton Angebot



Hallo,
Zum Ausfüllen eignet sich der Blähton besonders. Nagetiere gehen da auch nicht bei. Um Wieviel m³ würde es sich handeln? Ich würde Blähton als Schüttung nehmen und dann einen Leicht Estrich drauf. Ich verkaufe Blähton über eBay. Diesen gibt es in 50 und 100 Liter Säcken. Gepumpt werden kann er auch. Denke die günstigste Variante wäre die Verarbeitung von 50 Liter Säcken. Diese könnte man mit einem Kranwagen in den 3. Stock heben. Kommt natürlich darauf an wie die Standortbedingungen sind. WennSie mir Ihre eMail nennen, sende ich Ihnen gerne ein Datenblatt. Blähton der Körnung 10-20 hat eine Schüttdichte (trocken,Mittelwert) von ca 215 kg/m³, die Rohdichte (trocken,Mittelwert) beträgt ca 400 kg/m³.
Sie finden mich bei ebay unter dem Namen: nerakloe.
,meine email: tarper111@web.de



Lose Schüttung unter Estrich zulässig?



Hallo ,

vielen dank erst mal für die bisherigen Antworten. Olaf, mein Problem ist nicht den losen Blähton herzubekommen. Den kann man auch mit einem Gebläse hochkriegen, das weiss ich. Auch die Dichteangabe mit ca. 220 kg/m³ für Blähton ohne Bindemittel war mir geläufig.

Ich meine im Hinterkopf zu haben, dass lose Schüttungen unter Estrichen nicht mehr erlaubt sind. Stimmt das? BZW. für welche Fälle gilt das?

Ich möchte unter dem Estrich auch eine Trittschall-Dämmschicht haben.

Hat das schon mal jemand gemacht? Z.B. losen Liapor im Balkenfach, dann Dämmplatten und anschließend den Estrich aufgegossen?

Wie sieht es mit den Kräften aus die beim Vergießen über den Streifboden abgeleitet werden?

Gruß Wolfgang





Hallo Wolfgang,

Bei Fliessestrich würde ich vorschlagen,

- Balkengefache mit Lehm- Hobelspandämmung (eingeblasen ca. 95-110 kg/m³)lose geschüttet auch möglich
- Rauhspund oder 24-30mm Rauhschalung
- Holzweichfaserplatte
- Fliessestrich

bei Fliessestrich, würde ich nicht auf eine Schalung oder dergleichen unter der Holzfaserplatte verzichten, da die Gefahr besteht, dass der Estrich abreisst.

Ansonsten, gibt es noch die Möglichkeit mit der neuen Schüttung von Fermacell zu arbeiten, diese wird mit Wasser angemacht und kann für hohe Schütthöhen verwendet werden.
Leider habe ich noch keine näheren Informationen über diese Schüttung erhalten.


Grüsse TK



Möglichkeit



Wegen der Dämmung und Mäusefeindlichen Hohlraumverfüllung: Perlite (Ultraleichte Kügelchen) mit Glasscherben versetzen. Das Ganze in einem Freifallmischer mit etwas Kalkzement (Anneliese, die gelben Säcke mit blauer Aufschrift -Maurerkalk- vielleicht für Mutige mit einem Schuß Zement) mischen. Das wird sehr leicht, fest und scharf ....
Wenn über die Holzbalken Estrichpapier gelegt wird, dann macht das bisserl Zement auch dem Holz nichts.

Darüber können z.B. Dielen gelegt werden und darauf der Estrich mit Lazemoflex. Dieser ist 8-15 mm dick und darf sich 3 mm auf 1 m durch biegen.

Denkbar wären aber auch Trockenestrichbauplatten.

Diese Lösungen stehen zwar in keinem Fachbuch, aber wenns hilft.



Und so hab ichs gemacht...



ich habe nach einigen Überlegungen folgendes getan:

-erst Estrichpapier über die Balken und den Streifboden.
-dann Liapor mit Rohdichte 350kg/m³ besorgt und in den 3. Stock geblasen
-dort dann mit dem Rührer mit Zement angemacht
-Mischungverhältnisse werden von Liapor angegeben. http://www.liapor.com/at/bauherren.php?n=0702
- Habe sogar mit Liapor telefoniert, dort war man sehr auskunftsbereit. Die Festigkeit liegt über 1 N/mm², auf diesen Untergrund kann man Trittschallage und dann Fliessestrich einbringen.
- Die Rohdichte von der Liapor-Zement-Mischung beträgt ca. 500 kg /m³.

Ich denke, dass diese Lösung die meisten Vorteile für mich hatte. Ausserdem lagen die Kosten für mich in diesem Fall bei 50EUR/m³ für Liapor zzgl. 20 EUR/m³ für den Zement.
Wasser braucht man auch, aber das ist nicht so teuer :-)

Diskussion ist wegen mir willkommen, aber bitte erzählt mir jetzt keine Horrorgeschichten von wegen das Holz wird wegen dem Zement abfaulen und so, denn jetzt ist es schon zu spät...

Danke noch für die rege Diskussion!

Gruß Wolfgang