Beton+Estrich oder Kanthölzer+Dielen auf nichtunterkellerten Räumen?

16.12.2003



Hallo, wir wollen in unserem Fachwerkhaus-Erdgeschoß (nicht unterkellert) die fauligen Böden aus zwei Zimmern erneuern. Was ist heutzutage geeignet, Betonplatte mit Estrich und eventuell Fußbodenheizung, oder wieder Holz in pulveriger Erde? Es sollte auch nicht zu teuer sein, wenn möglich werden wir es sogar selber machen um geld zu sparen (wir sind knapp bei Kasse :-/ Wenn wir wieder einen Holzboden reinlegen, sieht der Aufbau doch so aus: 20cm Glasgranulat , Teerpappe , Kanthölzer (z.B. 8*8 cm) und zum Schluß Dielen. Das Holz muß dann wohl kesseldruckimprägniert sein, sonst verpilzt es sicher wieder sofort. Stimmt das so, oder ist ein Estrich mit Parkett besser? Wir wollen nicht, daß sich wieder Pilze unter den Dielen bilden können. Danke im Voraus!!!



klare Antwort:



Beton und Estrich ist eindeutig die bessere Wahl, allerdings 10 mal teurer als die Holzvariante. Pro m^2 kann man von 500 Euro ausgehen, bei Holzboden nur ca 20 EUR pro m^2. Beton und Estrich fault nicht und hält ewig. Holz dagegen ist natürlich viel, viel billiger und man kann es selber machen, allerdings wird es ebenso schnell wieder wegfaulen.





Die Frage ist, wie sieht es drunter aus. Drückt von irgendwoher (unten, seitlich) Feuchtigkeit, oder nicht. Ist diese Frage beantwortet, dann kann man sich auf eine Suche nach einer Problemlösung machen. Ob Estrich wirklich soviel besser ist und ewig hält, würde ich zumindest so pauschal ohne Randbedingungen nicht im Raum stehen lassen wollen.



Beton



also, wenn sich vormals pilze gebildet haben und der neue aufbau so wird wie der alte, kommen logo wieder PILZE...und wenn keine Pilze, so doch zumindest die Feuchtigkeit. ich selbst hab gerade gestern 30 qm Schlacke und Erde/Kies mit Schaufel und schubkarre aus einem Raum ausgeschaufelt, auf dem nur ein Holzfußboden war..nu kommt ne sog. Sauberschicht (Folie, dünner Beton, ca. 5 cm, leicht bewehrt, nciht zwingend nötig) dann ne Dämmschicht, z.B. Styropor und dann estrich. auf die Dämmung könnte bei wunsch auf ne fußbodenheizung aufgebracht werden, so haben wir es in den anderen räumen. nur den Preis von 500 /m2 finde ich etwas hoch, einfgachmal beim betonwerk anfragen, bzw. bei kleiner fläche selbermachen. und ne bissi Dämmstoff kostet nicht die welt.und in ein paar jahren wieder alles rauszureißen oder mit asthma daniederzuliegen (wie nämlich unsere "Vorbewohner") ist auch nicht das wahre ;-)





Beton und Styropor im alten Haus: Da schüttelt der Purist den Kopf. Ich gebe aber zu: Obwohl ich sonst nur mit Lehm und Kalk und Holz rummache. habe ich zwei Böden im EG ebenfals mit Sauberkeitsschicht, Styrodur, Folie und armiertem Betonestrich aufgebaut, unterhalb der Holzschwellen. Das Problem war der darunter liegende Gewölbekeller: Um bei einem Aufbau mit Blken etc. eine ordentliche Dämmung und Feuchtigkeitsschutz hinzukriegen, wären unsere Wohnräume nur noch knapp 2 m hoch geworden (ich bin 1,85). Der moderne Aufbau brachte 15 cm mehr Luft nach oben und trotzdem warme Füße. Und war wirklich billiger. Kompromisse müssen halt manchmal auch sein.



Sehr hilfreich, danke!



Vielen Dank für die schnellen Antworten, Es wurde gefragt, ob von unten Feuchtigkeit drückt. Der Sockel unseres Fachwerkhauses ist ca. 80cm hoch und der Grundwasserspiegen liegt bei ca. 4m. Ich nehme an, daß die Erdfeuchtigkeit und Tauwasserbildung von innen ausreichte, um die Kanthölzer für Pilze ideal zu befeuchten. Ich würde gerne noch wissen, ob es ausreicht (wie Herr Flegel schrieb) die Betonlage ganz wegzulassen und stattdessen den Estrich leicht zu bewehren. So würde man ja Geld sparen. Der Aufbau bestünde dann aus 20cm Glasgranulat , 5cm Styropor , Folie und zum Schluß 10cm Estrich mit einer dünnen Bewehrungsmatte ausgelegt. Eventuell könnte man dann noch eine Fußbodenheizung auf die Matten legen. Wäre der Aufbau korrekt, oder könnte es Probleme geben? Muß eigentlich, bevor man das Granulat einbaut, auch eine Folie ausgelegt werden?



Bodenaufbau



Guten Abend Herr Schwarz,
zeitgemäß und dauerhaft ist eigentlich nur ein massiver Bodenaufbau:
Hier die billigste Ausführung:
kapillarbrechende Schicht, z.B. Brechsplitt, 10 cm Styrodur C (ist billiger als Schaumglas), Folie, min. 16 cm Stahlbeton; darauf Estrich auf Trennschicht (>5 cm !)oder schwimmenden Estrich und beliebigen Oberbelag.
Das ist für die Ewigkeit.
Preise: Beton z.Zt. ab 44.-- e /m3 frei Baustelle, das sind weniger als 8 Euro pro Quadratmeter. Schaumglas: ab 50.- €/m2 pro 10 cm.
Styrodur weiß ich grad nicht.
Teuer wird es erst beim Oberbelag, wenn Sie bessere Parkettsorten wählen.
Viel Spaß



Wärmedämmung unter den Beton oder auf den Beton?



Vielen Dank Herr Beckmann. Eine letzte Frage noch: Ist es besser die Styrodurschicht unter den Stahlbeton zu legen, als zwischen ihn und den Estrich? Wahrscheinlich besteht bei einer großen Belastung die Gefahr des "Durchstanzens" des Estrichs, wenn unter ihm die Wärmedämmung liegt.



Bodendämmung



Guten Morgen Herr Schwarz,

die Grunddämmung für das Haus legt man möglichst auf die kalte Seite, so kann man die schweren gedämmten Bauteile noch zur Wärmespeicherung heranziehen und legt den Taupunkt in die Wärmedämmung hinein. Bei der Bodenplatte macht man dies vorwiegend, um Wärmebrücken wirksam auszuschließen. Die Grunddämmung legt man deswegen zweckmäßig unter die Betonplatte. Dafür war bis vor kurzem nur Schaumglas bauaufsichtlich zugelassen, das hat jetzt durch druckfestes Styrodur preiswertere Konkurrenz bekommen. Da das Material geschlossenzellig ist, wird seine Dämmwirkung auch nicht durch Feuchtigkeit herabgesetzt. Die Dämmung unter dem Estrich (beim schwimmenden Estrich) dient neben der Wärme- auch der Schalldämmung; im EG kann darauf verzichtet werden, wenn wegen Schallausbreitung keine Besorgnis besteht, dann nimmt man eine Estrichtrennschicht. Die von Ihnen angesprochenen Risse treten bei zu weicher Dämmschicht und vor allem bei zu dünner Estrichplatte auf, daher meine Empfehlung, keinen Estrich unter 5 cm Dicke einzubauen; dies ist wichtiger als eine eventuelle Bewehrung.



Geht das auch bei vorhandenem Beton



Hallo,
ich habe im Keller teilweise Betondecke (oder was ähnliches :-)) und teilweise Stampflehm. Keller ist relativ trocken. Kann ich da auf dem vorhandenen Beton auch Styrodur drauf legen und dann neuen Beton drüber? Der alte ist krum und buckelig und müsste eh ausgeglichen werden.

Danke im Voraus
Andreas Göttler



Bodenverbesserung



Guten Tag Herr Göttler,

das wäre dann ein schwimmender Estrich, wenn ich Sie richtig verstanden habe. Mir fällt jedenfalls - außer mangelnder Kopfhöhe dann vielleicht- kein Grund ein, aus dem das nicht möglich sein sollte.