Estrich bei Holzbalkendecke

07.03.2008



Hallo!

Ich baue derzeit ein altes Fachwerkhaus um. Das Erdgeschoß ist schon fertig und ich bin jetzt mit dem Obergeschoß angefangen. Die Decke besteht aus Eichenbalken mit darauf befestigten Eichenbrettern.
Ich habe im Forum etwas gestöbert und konnte immer nur Postings finden, wo Trockenestrich eingebracht worden ist. Ich würde aber lieber "richtigen" Estrich (z.B. Zementestrich) einbringen.
Hat da jemand Erfahrungen machen können?

Gruß

Rickel



Estrich



Wenn es denn schon Estrich auf Holzbalken sein muß- googeln Sie doch mal unter Lewisplatten.
Das sind schwalbenschwanzförmige gefaltete Blechplatten, die mit Estrich als selbsttragende Verbundplatten für Holzbalkendecken geeignet sind. Sind aber nicht billig.

Viele Grüße



Grundsätzlich



sind Holzkonstruktionen, die immer gewisse Bewegungen ausführen (Schwingungen beim Laufen, Volumenänderungen durch Feuchte- und Temperatureinflüsse), immer problematisch. Besser geeignet sind Trockenestriche oder Holzfussböden.
MfG
dasMaurer



Estrich



Nachtrag:
Dir vorhandene Balkenlage ist relativ schief. Ich habe in der Decke Höhenunterschiede von knapp 10cm. Ich hatte eigentlich vor, diese durch Trittschalldämmung auszugleichen, so dass ich im Anschluss eine ebene Fläche habe, auf die dann der Estrich aufgebracht wird.



Unterschiedliche



Dämmstoffstärken führen fast zwangsläufig zu Rissen im Estrich. Kein erfahrener Estrichleger wird dafür eine Gewährleistung übernehmen. Ich würde die Ausführung ablehnen. Soll sich doch wer anders die Zitronen einhandeln.
MfG
dasMaurer



keine Probleme



wir haben bisher gute Erfahrung mit Estrich auf Holzdecke gemacht. In unserem Bad ist der Aufbau wie folgt: Über Holzdielen (Fichte-Tanne) Trennschicht, Sterodurpatte, Folie, Zementestrich, Elektroheizung, Fliesen. Der gefließte Boden ist wirklich schwingungsfrei.
Grüße Mike



Estrich auf Holzbalken



Grundsätzlich sind die Bedenken richtig.
Die von mir genannte Variante ist aber praktisch eine bis zu 1,5 m Stützweite selbsttragende Stahlbetonplatte (nach Verguß mit Estrich) von 50 mm Dicke, die direkt auf der Balkenlage bzw. auf Schallschutzstreifen aufliegt; sie braucht NICHT mit den Balken verbunden zu werden.
Die Balken sollten natürlich einen Höhenausgleich durch Beinagelungen usw. erhalten. Falls es Gewichtsprobleme gibt, kann dies durch Austausch der Deckenfüllung gegen leichteres Material beseitigt werden.
Die genannten 10 cm halte ich für sehr bedenklich als einen Ausgleich, vor allem im Hinblick auf Türstock- und Brüstungshöhen und dem Anschluß im Treppenhaus.
Ich empfehle Ihnen, die Flächen durch flache Absätze oder Stufen (z.B. Türschwellen) zu unterteilen.
Ansonsten funktioniert natürlich auch der von Ihnen gemiedene Trockenestrich auf solchen Flächen sehr gut, da über die Schüttung ein Höhenausgleich ohne großen Gewichtszuwachs vorgenommen werden kann.
Wie gesagt, Ihre Entscheidung...

Viele Grüße



hohe Zusatzlasten



bei einer Unebenheit von 10 cm ergeben sich bei Zementestrich Mehrlasten von 2,5 kN /m². Hat das mal ein Statiker überprüft? Oder wird erst nach einem Schadensfall geforscht?

Nur mal so als Statiker.

Lothar Hunziger





Man kann den Krempel auch kombinieren:
Zum Höhenausgleich die von mir so heißgeliebte gebundene Schüttung (heißt so weil nichts mehr verrutscht), als steife Platte die Lewis-Platte oder was vergleichbares.
Die gebundene Schüttung (Leichtbeton) ist billig, wiegt 250 kg/m³ und heißt "Thermozell 250" - gibt es für die Estrichmaschine und kann damit per Förderschlauch an die unmöglichsten Eckengebracht werden. Dadrauf macht man dann 5 cm Zementestrich. Gesamtgewicht 1,5 kN/m². Trockenestrich geht auch und ist leichter, wenns der Statiker verlangt.

Grüße vom Niederrhein